Um Führungskraft zu werden, können Sie vieles im Vorfeld lernen und sich auf die zukünftigen Aufgaben vorbereiten. Später sind Sie jedoch als Führungskraft selbst an der Spitze oft einsam. Es wird  von Ihnen „erwartet“, dass Sie das „richtige“ tun. Unabhängig davon, welchen Führungsstil Sie bevorzugen oder welche Methoden Sie anwenden, um Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu leiten –  eines bleibt immer gleich: Sie arbeiten mit Menschen. Das ist spannend und herausfordernd zugleich.

Manche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen mehr Unterstützung, andere wollen lieber sehr eigenverantwortlich arbeiten. Sie stehen als Führungskraft daher auch im Spannungsfeld zwischen der Loyalität zu Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der Loyalität dem Unternehmen /den Unternehmensinteressen gegenüber.

Soft Skills, die für die Personen im mittleren Management ausgezeichnet passen, erweisen sich in der Rolle als Führungskraft dann als nicht ausreichend genug.

Gerade als Führungskraft sind Sie jeden Tag mit anspruchsvollen Herausforderungen konfrontiert. Da ist es wichtig, dass Sie sich auf Ihre Stärken konzentrieren können und bereits im Trockentraining manche „worst cases“ reflektiert haben.

Coaching in Anspruch zu nehmen zeigt von Stärke und Weitsicht

Jeder Führungskraft wird zugestanden, Experten für schwierige betriebliche Fragestellungen zu konsultieren. Niemand wird Ihre Kompetenz in Frage stellen, wenn Sie die Rechts- oder Finanzabteilung zu Rate ziehen. Was also sollte gegen Unterstützung für die wichtigen Führungsaufgaben sprechen?

Einige Beispiele dazu:  „Frau M. liefert ihre Berichte immer erst im letzten Augenblick“ oder „Herr H. reagiert auf jede Anregung verschnupft“ „Sobald es etwas stressig wird, steigt der Aggressionspegel in der Abteilung“ oder „Wenn die Mitarbeiter aus unterschiedlichen Projekten wieder zurück in die Abteilung kommen, herrscht Unzufriedenheit bzw. kommt Chaos auf“, „am Freitag schaut jeder so schnell wie möglich aus dem Betrieb zu kommen“ und „im Urlaub kann ich nicht abschalten“ oder „krank sein kann ich mir nicht leisten“.

Wahrscheinlich kennen Sie solche Aussagen aus Ihrem eigenen Umfeld. Und möglicherweise haben Sie damit schon Ihre liebe Not gehabt, diese gut zu lösen.

Professionelles Coaching  versteht sich als Unterstützung und Begleitung  in Entscheidungssituationen und in komplexen (Veränderungs-) Prozessen.  Gemeinsam mit Ihrem Coach reflektieren Sie Ihre Anforderungen und Ihr Vorgehen bzw. Ihr Verhalten, um so zu für Sie klaren Antworten zu kommen.

Nehmen wir das Beispiel von Frau M. die immer in letzter Minute ihre Berichte abgibt.

Sie können sich darüber immer wieder ärgern, Sie können jedoch auch mit Ihrem Coach beleuchten, wie Sie in Zukunft damit umgehen. Durch gezieltes Fragen, wie „was an Frau M.s Verhalten stört Sie genau?“ oder „wer außer Frau M. liefert ebenfalls spät?“ betrachten Sie diese Situation von mehreren Seiten. So könnte es sein, dass Sie sich vielleicht überlegen, ob es Anerkennung von Ihrer Seite braucht oder ob die Termine zu knapp bemessen sind.  Wie auch immer Ihre Hintergründe, Ansichten oder Vorstellungen sind: im Coaching werden Sie sich damit rational wie auch emotional auseinandersetzen.

Wann macht es Sinn Coaching in Anspruch zu nehmen?

Themen im Coaching können Vertrauensaufbau, Schadensbegrenzung, Verantwortung übertragen oder übernehmen oder delegieren können sein, genau so wie Selbstreflexion und Verhalten in Stresssituationen.

Unter fachkundiger Begleitung können Sie das ins Coaching mitgebrachte Thema aus einer anderen, einer Metaperspektive betrachten. Das erweitert Ihre Sichtweise und Sie können entspannt mehrere für Sie umsetzbare Lösungen finden.  Gezielte Fragen helfen Ihnen dabei, den nötigen Abstand zu bekommen. Coaching leistet damit auch einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Qualitätssicherung – Ihres Unternehmens und Ihrer Person.

Je nach Fragestellung ist noch individuell zu klären was mehr Sinn macht.  Coaching kann sowohl für Einzelpersonen wie auch Gruppen eingesetzt werden. Das macht gerade in größeren Unternehmen Schule: die Führungskräfte individuell in Einzelcoachings zu unterstützen und periodisch ein Gruppencoaching für Führungskräfte derselben Ebene zu ähnlichen unternehmensrelevanten Themen/Fragestellungen durchzuführen.

Dass der Coaching Markt boomt hat auch viel mit den Herausforderungen der Zeit zu tun. Wenn es Krisen und Unsicherheiten gibt, dann sind besonders die Führungskräfte gefordert.

Jedenfalls sollten Führungskräfte immer dann professionelles Coaching in Anspruch nehmen, wenn sie Aufgaben einmal aus einem anderen Blickwinkel sehen wollen. Das stärkt und gibt Sicherheit für zukünftige Entscheidungen. Es ist jedem Unternehmen an Herz zu legen, dass Coaching einen festen Platz im Angebot der HR-Abteilung hat, regelmäßig und vorbeugend.

Es stellt gar nicht die Frage ob, sondern wen!

Es stellt sich für  mich somit gar nicht so sehr die Frage ob Führungskräfte Coaching brauchen, denn der Erfolg spricht Bände und steht in keinerlei Relation zu den Kosten, sondern eher wann und durch wen. Wie finden Sie nun den passenden Coach?

Da jeder Mensch individuell ist und andere Bedürfnisse hat, wird es wohl von Vorteil sein mehrere Coachs anzufragen und auch zu unterschiedlichen Schwerpunkten mit unterschiedlichen Coachs zu arbeiten. Jedenfalls aber sollte der Coach betriebswirtschaftliches/unternehmerisches Verständnis haben und auch selbst über entsprechende Berufserfahrung verfügen.  Vorsicht ist bei den Anbietern geboten, die alles und jedes können. Ein seriöser Coach wird immer auf ein Erstgespräch verweisen und lehnt auch manchmal Aufträge/Anfragen ab.

Erfahrene Wegbegleiterinnen und Begleiter für Ihr Unternehmen/für sich als Führungskraft finden Sie auch bei der Experts Group WirtschaftsTraining und Coaching oder bei Incite und dem Coaching Dachverband Österreich.

Über die Autorin:

Isabella WeindlKommR Isabella Weindl, Msc SMC

Isabella Weindl ist Unternehmensberaterin mit Schwerpunkt Organisations- und Personalentwicklung. Als Wirtschaftstrainerin und Wirtschaftscoach ist Sie ist davon überzeugt, dass hard facts nur mit soft facts erreicht werden können.

Weitere Informationen über Isabella Weindl

 
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