{"id":1471,"date":"2014-02-21T10:52:13","date_gmt":"2014-02-21T08:52:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/?p=1471"},"modified":"2014-02-03T19:47:50","modified_gmt":"2014-02-03T17:47:50","slug":"strategieentwicklung-die-mitarbeiter-die-strategieentwicklung-integerieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/strategieentwicklung-die-mitarbeiter-die-strategieentwicklung-integerieren\/","title":{"rendered":"Die Mitarbeiter in die Strategieentwicklung integerieren"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Unternehmen vertrauen beim Entwickeln ihrer Strategien oft auf externe Berater. Zielf\u00fchrender w\u00e4re es, das Know-how und die Erfahrung der Mitarbeiter zu nutzen. Denn nur dann entsteht eine einzigartige Strategie, die auf die Bed\u00fcrfnisse des Unternehmens zugeschnitten ist und von den Mitarbeitern getragen wird.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWas sind unsere Ziele, und wie erreichen wir sie?\u201c Auf diese strategischen Fragen sucht jedes Unternehmen eine Antwort. Doch obwohl niemand besser die Kunden und Produkte eines Unternehmens kennt als die eigenen Mitarbeiter, wird ihre Beantwortung oft an Unternehmensberatungen ausgelagert. Diese setzen f\u00fcr diesen Job h\u00e4ufig junge, unerfahrene Hochschulabsolventen als \u201eBusiness Analysts\u201c ein, die die Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit und den Markt des Unternehmens kaum kennen. Eine Folge dieses Vorgehens ist: Die extern erarbeiteten Strategien sind meist sehr vage und beliebig. Und die Unternehmen k\u00f6nnen sich mit ihnen weder von ihren Mitbewerbern differenzieren, noch k\u00f6nnen sie damit ihre Mitarbeiter inspirieren. Unter anderem, weil diese intuitiv sp\u00fcren: Es ist vermutlich zielf\u00fchrender, so weiter zu machen wie bisher als die vorgeschlagene Strategie zu realisieren. Von solchen Strategieentwicklungsprozessen bleiben meist nur prall gef\u00fcllte Papierordner \u00fcbrig, die in Aktenschr\u00e4nken verstauben.<b><br \/>\n<\/b><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Auf die Kompetenz der Mitarbeiter bauen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch wie k\u00f6nnen Unternehmen eine solche Verschwendung von Zeit und Geld vermeiden? Und wie k\u00f6nnen sie eine Strategie entwickeln, die auf ihre Organisation zugeschnitten ist und von den Mitarbeitern akzeptiert und umgesetzt wird? Die Antwort liegt auf der Hand: Indem sie voll auf die Erfahrung und das Know-how ihrer Mitarbeiter bauen. Denn wer kennt die Produktionsprozesse und -verfahren besser als die eigenen Werker? Und wer ist mit den Zielm\u00e4rkten und -kunden st\u00e4rker vertraut als die eigenen Vertriebsmitarbeiter? Und wer kennt die Kundenw\u00fcnsche besser als die eigenen Serviceleute? Und wer ist mit den Produkten intimer vertraut als die eigenen Techniker und Konstrukteure? Wohl niemand!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also liegt es nahe, die Strategie von den Mitarbeitern erarbeiten zu lassen. Selbstverst\u00e4ndlich nicht einsam und alleine, sondern in einem mit der Unternehmensf\u00fchrung abgestimmten Prozess, bei dem ausgew\u00e4hlte Mitarbeiter in Arbeitsgruppen vorgegebene strategische Aufgaben bearbeiten und ihre Arbeitsergebnisse der Unternehmensspitze zur Entscheidung pr\u00e4sentieren. Ein solcher Prozess erfolgt nach dem klassischen Muster \u201eAnalyse \u2013 Optionen \u2013 Grundstrategien \u2013 Planung \u2013 Umsetzung\u201c. Nach jeder Phase werden die Ergebnisse den firmeninternen Entscheidern pr\u00e4sentiert, von diesen verabschiedet und zur weiteren Ausarbeitung an die Arbeitsgruppen zur\u00fcckdelegiert. Diese k\u00f6nnen bei ihrer Arbeit je nach Bedarf und Erfahrung von internen oder externen Spezialisten unterst\u00fctzt werden. Bei einem solchen Vorgehen werden nicht nur das Know-how und die Erfahrung der Mitarbeiter genutzt. Weil die Mitarbeiter aktiv an der Strategieentwicklung beteiligt sind, identifizieren sie sich auch mit ihr. Entsprechend motiviert und engagiert sind sie bei der Umsetzung.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Ein Unternehmensbeispiel<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie eine solch integrierte Strategieentwicklung in der Praxis funktioniert, sei an einem Unternehmensbeispiel illustriert. Nach einer Restrukturierung, die mit der Entlassung von acht Prozent der Belegschaft verbunden war, stand ein mittelst\u00e4ndisches Produktionsunternehmen mit (noch) 1200 Mitarbeitern vor der Frage: Wie geht es weiter? Diese Frage stellte sich nicht nur bez\u00fcglich der strategischen Ausrichtung; vielmehr ging es auch darum, die verbliebenen Mitarbeiter von der Zukunftsf\u00e4higkeit des Unternehmens zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dieser Situation entschied die Unternehmensspitze in den verschiedenen Bereichen der Organisation zun\u00e4chst die Personen identifizieren, die<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Tr\u00e4ger von Schl\u00fcssel-Know-how sind und<\/li>\n<li>in der Zukunftsplanung des Unternehmens eine wichtige Rolle spielen \u2013 und zwar auf allen Hierarchieebenen.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie sollten in dem Strategieentwicklungsprozess aktiv mitarbeiten und parallel dazu im strategischen Management geschult werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem die Schl\u00fcsselpersonen identifiziert waren, wurden mehrere Arbeitsgruppen gebildet \u2013 in den Bereichen und bereichs\u00fcbergreifend. Sie erhielten unterschiedliche strategische Aufgaben. Diese bearbeiteten sie in mehreren Workshops. Das hei\u00dft, sie sammelten Ideen, die anschlie\u00dfend systematisch bez\u00fcglich ihres Potenzials, ihrer strategischen Relevanz und ihrer Machbarkeit bewertet wurden. So sch\u00e4lten sich in einem mehrstufigen Verfahren allm\u00e4hlich die Komponenten heraus, die nach einem bereichs\u00fcbergreifenden Meinungsbildungs- und Abstimmungsprozess in die letztlich von der Unternehmensf\u00fchrung verabschiedete Strategie einflossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Verabschieden der Strategie beauftragte das Topmanagement mehrere Projektleiter, die aus dem Kreis besagter Schl\u00fcsselpersonen kamen. Sie sollten mit Arbeitsteams in den verschiedenen Bereichen die erforderlichen Ma\u00dfnahmen planen und umsetzen, um die Strategie mit Leben zu f\u00fcllen \u2013 ebenfalls in einem strukturierten Prozess. Auch das Planen und Realisieren der Umsetzungsma\u00dfnahmen war folglich das Werk der Mitarbeiter. Die Unternehmensleitung lie\u00df sich jedoch regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber die Fortschritte informieren und nahm bei Bedarf Anpassungen vor. Nach circa einem Jahr war der Prozess der Strategieentwicklung und -umsetzung weitgehend abgeschlossen.<b><\/b><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung muss Pr\u00e4senz zeigen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine zentrale Voraussetzung f\u00fcr das Gelingen des Projekts war, dass in die strategische Planung von Anfang an Schl\u00fcsselpersonen aus allen Bereichen der Organisation involviert waren, die ihrerseits wiederum in einem lebendigen Dialog mit ihrem Umfeld standen. Dadurch hatte die letztlich verabschiedete Strategie eine sehr hohe Akzeptanz. Denn die Mitarbeiter sahen in ihr nicht eine Vorgabe \u201evon denen, da oben\u201c, sondern betrachteten sie als das Ergebnis ihrer Arbeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Verfahren lassen sich nicht nur unternehmensweite Gesamtstrategien entwickeln. Mit ihm k\u00f6nnen auch L\u00f6sungen f\u00fcr strategische Einzelaufgaben von interfunktionalen Teams erarbeitet und anschlie\u00dfend der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung zur Entscheidung vorgelegt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein solch integrierter Ansatz bedeutet f\u00fcr die Unternehmensf\u00fchrung nicht, dass sie von ihren strategischen Aufgaben entlastet oder gar entbunden ist. Im Gegenteil! Vorstand und Gesch\u00e4ftsleitung besch\u00e4ftigen sich sogar intensiver mit der Strategie: Sie lesen Unterlagen. Sie stellen sich intensiven, aufschlussreichen, aber auch herausfordernden Diskussionen mit den Mitarbeitern und dies nicht nur w\u00e4hrend der Entwicklung, sondern auch Umsetzung. Sie hinterfragen die Arbeit der Mitarbeiter \u2013 und auch ihre eigene. Ihre Aufgabe ist und bleibt es, nachzuhaken, dranzubleiben und die Umsetzung unterst\u00fctzend zu treiben. Fatal w\u00e4re es, sich zur\u00fcckzulehnen und die Soldaten alleine in die Schlacht zu schicken.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Mitarbeiterintegration hat viele Vorteile<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der beschriebene Ansatz einer integrierten Strategieentwicklung hat auch folgende Vorteile:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Eine mit den Mitarbeitern entwickelte Strategie ist leichter umsetzbar. Die Mitarbeiter werden von Kritikern zu Anw\u00e4lten der Strategie. Sie sind \u00fcberzeugt von ihrer Richtigkeit und werden somit zu aktiven Treibern der Umsetzung statt nur als passive \u201eBefehlsempf\u00e4nger\u201c zu agieren.<\/li>\n<li>Durch die Integration von Schl\u00fcsselpersonen in den Prozess wird ein Change Management weitgehend \u00fcberfl\u00fcssig. Es entsteht eine Lust an Ver\u00e4nderung, und Barrieren werden leichter \u00fcberwunden.<\/li>\n<li>Das Wissen der Organisation wird konsolidiert, verbreitert und nachhaltig verankert. Es bildet die Basis f\u00fcr das eigenst\u00e4ndige Weitentwickeln der Strategie.<\/li>\n<li>Die Mitarbeiter werden im strategischen Management geschult. Strategisches Denken und Handeln werden zu einem integralen Teil der Mitarbeiterqualifizierung und Managemententwicklung.<\/li>\n<li>Es entsteht eine gemeinsame Sprache. Die Bedeutung von Begriffen wird gekl\u00e4rt und verstanden, und durch das gleiche Verst\u00e4ndnis von Problemen und L\u00f6sungen entsteht Vertrauen.<\/li>\n<li>Es wird ein zentrales Element der Unternehmenskultur, offen und konstruktiv \u00fcber kontroverse Themen zu kommunizieren. Das st\u00e4rkt das wechselseitige Vertrauen und schafft Transparenz bei der Zusammenarbeit.<\/li>\n<\/ul>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Ziel: einen langfristigen Wettbewerbsvorteil aufbauen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch f\u00fcr das beschriebene Projekt engagierte das Unternehmen einen externen Berater. Seine Rolle bestand jedoch nicht darin, sozusagen stellvertretend f\u00fcr das Unternehmen eine Strategie f\u00fcr dieses zu entwerfen. Er sollte vielmehr \u201eHilfe zu Selbsthilfe\u201c leisten. Das hei\u00dft, er unterst\u00fctzte das Unternehmen dabei, das in den K\u00f6pfen der Mitarbeiter vorhandene Know-how und ihre unternehmerische Fantasie strategisch zu nutzen. Er moderierte in weiten Teilen den firmeninternen Abstimmungsprozess. Und er stand den Arbeitsgruppen als unabh\u00e4ngiger Sparringpartner zur Verf\u00fcgung, der bei Bedarf<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>die richtigen, vorw\u00e4rts treibenden Fragen stellt,<\/li>\n<li>die Ergebnisse plausibilisiert und<\/li>\n<li>f\u00fcr die Diskussion mit der Unternehmensf\u00fchrung aufbereitet.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Resultat eines solchen Vorgehens sind Strategien, die passgenau auf das Unternehmen zugeschnitten sind und Mitbewerber nur schwer nachahmen k\u00f6nnen. Und erst hierauf lassen sich langfristige Wettbewerbsvorteile aufbauen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">\u00dcber den Autor:<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1475\" alt=\"Furger, Ignaz_Portrait\" src=\"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Furger-Ignaz_Portrait-120x120.jpg\" width=\"120\" height=\"120\" srcset=\"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Furger-Ignaz_Portrait-120x120.jpg 120w, https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Furger-Ignaz_Portrait-210x210.jpg 210w\" sizes=\"auto, (max-width: 120px) 100vw, 120px\" \/><strong>Ignaz Furger<\/strong> ist Inhaber der Furger und Partner AG Strategieentwicklung, Z\u00fcrich, die Unternehmen beim Entwickeln und Umsetzen nachhaltiger Strategien unterst\u00fctzt und ihre Mitarbeiter im strategischen Management qualifiziert. Er ist Autor des Ende 2013 erschienenen Hand- und Arbeitsbuchs \u201eLeitfaden Strategie\u201c, das den Mitarbeitern und Entscheidern in Unternehmen eine praktische Anleitung f\u00fcr das eigenst\u00e4ndige Entwickeln und Umsetzen von Unternehmensstrategien gibt.<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fmagazin%2Fstrategieentwicklung-die-mitarbeiter-die-strategieentwicklung-integerieren%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fmagazin%2Fstrategieentwicklung-die-mitarbeiter-die-strategieentwicklung-integerieren%2F&text=Die%20Mitarbeiter%20in%20die%20Strategieentwicklung%20integerieren\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; 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