{"id":1539,"date":"2014-02-13T09:36:10","date_gmt":"2014-02-13T07:36:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/?p=1539"},"modified":"2017-01-22T09:42:58","modified_gmt":"2017-01-22T07:42:58","slug":"burnout-erkennen-handeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/burnout-erkennen-handeln\/","title":{"rendered":"Burnout: erkennen &#038; handeln"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Eine Feldstudie zum Thema <i>\u201eBurnout in Unternehmen \u2013 Umgang und Ma\u00dfnahmen\u201c <\/i>zeigt auf: Top-Management, F\u00fchrungskr\u00e4fte und HR-Verantwortliche erkennen sehr wohl, dass Burnout im Unternehmen ein Thema ist. Signifikant dabei ist, dass vor allem wichtige Leistungstr\u00e4ger wie F\u00fchrungskr\u00e4fte betroffen bzw. gef\u00e4hrdet sind, n\u00e4mlich im Durchschnitt 10% (Betroffene) bzw. 34% (Gef\u00e4hrdete) eines Unternehmens.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch werden wenig bis keine Ma\u00dfnahmen gesetzt. Es grenzt beinahe schon an Fahrl\u00e4ssigkeit, nicht sofort zu handeln. Denn wer seine F\u00fchrungskr\u00e4fte und Mitarbeiter \u201everbrennen\u201c l\u00e4sst, zahlt daf\u00fcr einen hohen Preis. Vorausschauende Unternehmen jedoch erkennen &amp; handeln und sparen dabei viel Geld. Freude, Loyalit\u00e4t, Leistungswille und Leistungsf\u00e4higkeit bleiben erhalten und bewirken so den Erfolg des Unternehmens. Sog f\u00fcr die Besten am Markt wird erzeugt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erfahren Sie in diesem Fachbeitrag mehr \u00fcber einige wesentliche Erkenntnissen der Burnout-Studie sowie konkrete Anregungen f\u00fcr wirksame Pr\u00e4ventiv-Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Burnout in Unternehmen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Rahmen der Feldstudie wurden nicht Burnout-Betroffene, sondern Akteure und Entscheider in Unternehmen befragt \u2013 rund 40 CEOs und Vorst\u00e4nde, Personalisten und PersonalentwicklerInnen. Plus eine Betriebsr\u00e4tin und eine Betriebs\u00e4rztin. Einige Kernerkenntnisse der Studie lauten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>1.\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><b>Thema Burnout ist bekannt<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf die Frage <i>\u201eGibt es in Ihrem Unternehmen das Thema Burnout\u201c<\/i>, antworteten 34 der insgesamt 39 interviewten Personen mit <i>\u201eJa\u201c.<\/i> Nur vier gaben an, dass sie dieses Problem nicht kennen. Eine Person antwortete mit <i>\u201ewei\u00df nicht\u201c.<\/i> Insgesamt haben sich 80 % der Befragten bereits n\u00e4her mit dem Thema befasst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>2.\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><b>Gefahrenzone F\u00fchrungskraft<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Durchschnitt gab es in den befragten Unternehmen 3 bis 4 % Burnout-Betroffene und 14% Burnout-Gef\u00e4hrdete. Ein bemerkenswertes Ergebnis: Die Gefahrenzone liegt eindeutig in der F\u00fchrungsetage. So leiden im Durchschnitt 10 % der F\u00fchrungskr\u00e4fte eines Unternehmens unter Burnout und 34 % sind gef\u00e4hrdet. Gerade bei Burnout an der Unternehmensspitze ist eine negative Systemwirkung f\u00fcr das Unternehmen gegeben. Dieser Umstand scheint jedoch nicht bewusst oder relevant zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>3.\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><b>Erkennen gegeben, Handlungen fehlen<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Erkennen von Burnout wird am ehesten dem Management (62 %) bzw. den F\u00fchrungskr\u00e4ften (75 %) zugetraut. Trotz dieses relativ hohen Erkennungswertes wird \u00fcber das Thema wenig gesprochen. So gaben 70 % an, <i>\u201enicht\u201c<\/i> bzw. <i>\u201eeher nicht\u201c<\/i> \u00fcber Burnout im Unternehmen zu sprechen. Nur 27 % antworteten mit <i>\u201eJa\u201c.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frage nach den negativen Auswirkungen wurde recht klar beantwortet: (1) Leistungsabfall bzw. -verlust, sinkende Produktivit\u00e4t und Effizienz; (2) Ausf\u00e4lle, Fluktuation und Krankenst\u00e4nde; (3) Demotivation, Unzufriedenheit, schlechtes Betriebsklima, Verlust von Freude und Wohlbefinden am Arbeitsplatz; (4) finanzielle Sch\u00e4den \u2013 diese Auswirkung wurde vergleichsweise selten genannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erstaunlich ist, dass trotzdem nur in Ausnahmef\u00e4llen gezielte Ma\u00dfnahmen gesetzt werden: Coachings, Gesundheitstage, Seminare oder ein betriebliches Gesundheitsmanagement. Meistens wird jedoch nur in akuten F\u00e4llen reagiert. Eine Evaluierung der gesetzten Ma\u00dfnahmen fehlt h\u00e4ufig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>4.\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><b>Dunkelziffer Kosten und Folgesch\u00e4den<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiteres \u00fcberraschendes Ergebnis: Zahlen zu Kosten und Folgesch\u00e4den von Burnout fehlen. So lauteten die Antworten fast durchwegs: <i>\u201ekeine Ahnung\u201c, \u201eschwer zu quantifizieren\u201c<\/i> oder <i>\u201enicht berechnet\u201c.<\/i><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Wirksame Ma\u00dfnahmen \u2013 7 Empfehlungen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Burnout wird zu einem umso kostspieligeren Problem, je l\u00e4nger zugewartet wird. Es lohnt sich also auf alle F\u00e4lle f\u00fcr jedes Unternehmen, so fr\u00fch wie m\u00f6glich pr\u00e4ventive Ma\u00dfnahmen gegen Burnout zu setzen. Hier einige Empfehlungen aus der Praxis f\u00fcr die Praxis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>1.\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><b>Burnout \u00f6ffentlich machen: <\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem Thema im Unternehmen Aufmerksamkeit geben und offensiv diskutieren. Und zwar top-down, ausgehend vom oberen Management. Denn erst wenn Burnout ein Thema sein darf, schwindet der Druck, der auf den Betroffenen lastet. Zumindest teilweise. Dies hat bereits einen pr\u00e4ventiven Effekt. Das Durchbrechen von Sprachlosigkeit ist ein wesentlicher Baustein f\u00fcr Burnout-Pr\u00e4vention und Intervention.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>2.\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><b>Netzwerke und soziale Unterst\u00fctzung am Arbeitsplatz schaffen: <\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Quellen sozialer Unterst\u00fctzung am Arbeitsplatz sind zum einen die KollegInnen \u2013 vorwiegend jene der gleichen Ebene. Andererseits auch die Vorgesetzten. Ein Austausch ist bei arbeitsbezogenen Belastungen bzw. Burnout-Gef\u00e4hrdung von gro\u00dfer Bedeutung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>3.\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><b>Weiterbildung, Entwicklungsma\u00dfnahmen anbieten: <\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein funktionierendes Personalmanagement kann helfen, Burnout zu verhindern. Daher ist es zielf\u00fchrend, dieses Thema in jede F\u00fchrungskr\u00e4fte-Entwicklung mit einflie\u00dfen zu lassen. Um allgemein zu sensibilisieren und eigene Gef\u00e4hrdungen rechtzeitig zu erkennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>4.\u00a0 Coaching f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte:<\/b> Regelm\u00e4\u00dfige Gespr\u00e4che mit einem Coach sind entlastend und st\u00e4rkend. Coaching ist ein wichtiger Baustein jeder guten Organisations- und Personalentwicklung. Coaching ist kein Zeichen f\u00fcr Schw\u00e4che, im Gegenteil. Es ist Zeichen von Professionalit\u00e4t und Nachhaltigkeit \u2013 individuell, wirksam, wertsch\u00e4tzend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>5.\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><b>Betriebliches Gesundheitsmanagement einf\u00fchren: <\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein integrales betriebliches Gesundheitsmanagement (IBGM) macht die Gesundheit aller MitarbeiterInnen zum Thema eines systematisch gesteuerten und kontinuierlichen Verbesserungsprozesses. Und zwar ganzheitlich und auf mehreren Ebenen \u2013 personal wie organisatorisch. Damit werden die Leistungsf\u00e4higkeit und Leistungsbereitschaft nachhaltig gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>6.\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><b>Gesundheit in Mitarbeitergespr\u00e4che integrieren: <\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesen wiederkehrenden Gespr\u00e4chen sollten Belastungen klar angesprochen werden. Dies kann ebenfalls zur Verhinderung von Burnout beitragen. Hilfreich ist es auch, Antworten etwa auf folgende Fragen zu finden: <i>Was sind die Anteile der Organisation (\u201eVerh\u00e4ltnisse\u201c) und jene der MitarbeiterInnen (\u201eVerhalten\u201c) an den Belastungen?<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>7.\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><b>In Organisationsentwicklung mit einbeziehen: <\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Unternehmenskultur, die Werte und Burnout-f\u00f6rdernde Strukturen hinterfragen und gegebenenfalls \u00e4ndern. Hier sind besonders die Entscheider und F\u00fchrungskr\u00e4fte in der Verantwortung, aktiv zu werden.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Fazit:<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es mag trivial erscheinen ist aber von fundamentaler Bedeutung: Dass n\u00e4mlich F\u00fchrungskr\u00e4fte und Management in Bezug auf Burnout so fr\u00fch und so klar wie m\u00f6glich informiert und sensibilisiert werden. Um so rechtzeitig erkennen und Ma\u00dfnahmen setzen zu k\u00f6nnen. Denn dar\u00fcber zu reden ist Silber \u2013 und konkret zu handeln ist Gold (und viel Geld wert).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a title=\"Burnout im Unternehmen\" href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3842898665\/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3842898665&amp;linkCode=as2&amp;tag=wwwweiterbild-21\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Buchhinweis: &#8222;Burnout im Unternehmen&#8220;<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>\u00dcber die Autorin:<\/b><i> <\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Brigit<\/strong><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1543\" src=\"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/PresseFoto_BrigSchweiferWinkler-120x120.jpg\" alt=\"Brig Schweifer Winkler\" width=\"120\" height=\"120\" srcset=\"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/PresseFoto_BrigSchweiferWinkler-120x120.jpg 120w, https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/PresseFoto_BrigSchweiferWinkler-210x210.jpg 210w\" sizes=\"auto, (max-width: 120px) 100vw, 120px\" \/><\/strong><strong>te Schweifer-Winkler, MSc, MBA<\/strong> ist Business-Coach mit rund 20 Jahren Praxiserfahrung, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Beratungsinstituts \u201e<b>Die Management<i>OASE<\/i><\/b> \u2013 Schweifer &amp; Partner OG Coaching. Training. Consulting. \/ M\u00f6dling b. Wien<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mehr Informationen \u00fcber <a title=\"BrigitBrig Schweifer Winklerte Schweifer-Winkler\" href=\"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/coach-niederoesterreich-brigitte-schweifer-winkler-msc-mba-1108\">Brigitte Schweifer-Winkler, MSc, MBA<\/a><\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fmagazin%2Fburnout-erkennen-handeln%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fmagazin%2Fburnout-erkennen-handeln%2F&text=Burnout%3A%20erkennen%20%26%20handeln\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; 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