{"id":1561,"date":"2014-02-25T10:33:56","date_gmt":"2014-02-25T08:33:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/?p=1561"},"modified":"2014-02-03T20:35:14","modified_gmt":"2014-02-03T18:35:14","slug":"fuehrungskraefte-sollten-gefuehlsmanager-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/fuehrungskraefte-sollten-gefuehlsmanager-sein\/","title":{"rendered":"F\u00fchrungskr\u00e4fte sollten Gef\u00fchlsmanager sein"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F\u00fchrungskr\u00e4fte m\u00fcssen lernen, ihren Gef\u00fchlshaushalt zu steuern. Sonst brennen sie irgendwann aus und ihr Verhalten wird f\u00fcr ihre Mitarbeiter unberechenbar.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Unternehmen arbeiten Menschen. Deshalb spielen im Betriebsalltag Emotionen eine wichtige Rolle. Sie beeinflussen das Arbeitsklima, die Arbeitsmotivation und die Effektivit\u00e4t der Zusammenarbeit. Das belegen zahlreiche Studien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch wovon h\u00e4ngt die Stimmung im Betrieb ab? Selbstverst\u00e4ndlich wird sie von \u00e4u\u00dferen Rahmenbedingungen beeinflusst \u2013 zum Beispiel davon, ob es Unternehmen gut oder schlecht geht. Doch entscheidender ist das Verhalten der F\u00fchrungskr\u00e4fte. Denn sie pr\u00e4gen durch ihre Entscheidungen und ihr Verhalten den Arbeitsalltag der Mitarbeiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch wovon h\u00e4ngt das Verhalten der F\u00fchrungskr\u00e4fte ab? Auch von ihrem emotionalen Befinden. Das ist vielen F\u00fchrungskr\u00e4fte nicht ausreichend bewusst. Denn sie haben das Selbstbild verinnerlicht: Ich handle und entscheide stets rein rational. Das ist nicht der Fall. Auch ihr (Entscheidungs-)Verhalten wird von Gef\u00fchlen und somit Launen (mit-)beeinflusst. Und das nicht schlimm\u00a0 \u2013 solange F\u00fchrungskr\u00e4fte sich dessen bewusst sind. Denn dann k\u00f6nnen sie ihr Verhalten steuern.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Gerecht und berechenbar bleiben<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Studien belegen: Mitarbeiter engagieren sich umso st\u00e4rker f\u00fcr ihre Arbeit, je st\u00e4rker sie sich mit ihren Vorgesetzten (und Kollegen) identifizieren. Stimmt die Beziehung zu ihnen, dann f\u00fchlen sie sich im Unternehmen wohl. Also engagieren sie sich f\u00fcr dieses.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Voraussetzung hierf\u00fcr ist, dass sie ihren Chef nicht nur als \u201efunktionierende Maschine\u201c, sondern auch als Mensch erleben. Deshalb d\u00fcrfen F\u00fchrungskr\u00e4fte im tagt\u00e4glichen Umgang mit ihren Mitarbeitern durchaus Emotionen zeigen \u2013 positive und negative. Sogar launisch d\u00fcrfen sie in einem gewissen Umfang sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wichtig ist jedoch, dass eine F\u00fchrungskraft stets wei\u00df, was die betreffenden Reaktionen bei ihr ausl\u00f6st. Sie sollte zum Beispiel wissen: Jetzt reagiere ich gereizt, weil ich gestresst bin. Oder: Jetzt weiche ich aus, weil ich einen Konflikt scheue. Oder: Jetzt reagiere ich w\u00fctend, weil ich mich \u00fcber einen Lieferanten ge\u00e4rgert habe. Denn sonst verh\u00e4lt sie sich ihren Mitarbeitern gegen\u00fcber schnell ungerecht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fchrungskr\u00e4ften sollte also bewusst sein, dass auch ihr Verhalten Gef\u00fchlsschwankungen unterliegt. Das hei\u00dft: W\u00e4hrend sie manchmal auf gewisse Verhaltensweisen von Mitarbeitern eher gelassen reagieren, bringen diese sie in anderen Situationen in Rage \u2013 zum Beispiel, weil sie gerade gestresst sind oder schlecht geschlafen haben.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr einen ausgeglichenen Gef\u00fchlshaushalt sorgen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einem gewissen Umfang sind solche Gef\u00fchlschwankungen f\u00fcr ihre Mitarbeiter akzeptabel \u2013 insbesondere, wenn sie die Ursache hierf\u00fcr kennen. Schlie\u00dflich wollen sie ihren Chef ja auch als Mensch erfahren. Zum Problem werden die Gef\u00fchlsschwankungen f\u00fcr Mitarbeiter erst, wenn das Verhalten ihres Chefs hierdurch unberechenbar f\u00fcr sie wird. Denn dann erfahren sie dieses schnell als ungerecht. Also gehen sie zu ihrem Chef emotional auf Distanz \u2013 auch weil sie nicht mehr wissen, wie sie sich verhalten sollen, um beispielsweise seinen Wutattacken oder seiner bei\u00dfenden Kritik zu entgehen. Deshalb sollten F\u00fchrungskr\u00e4fte ihren Gef\u00fchlshaushalt steuern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hierbei hilft ihnen das Lebensbalance-Modell von Nossrath Peseschkian. Ihm zufolge lassen sich in unserem Leben vier Bereiche unterscheiden. Neben dem Bereich \u201eBerufliches Leben\u201c gibt es die Bereiche \u201eSinn\/Kultur\/Stille\u201c, \u201eK\u00f6rper\/Gesundheit\u201c und \u201eSoziales Leben\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwischen diesen vier Lebensbereichen besteht eine Wechselbeziehung. Deshalb verliert, wer zum Beispiel den Bereich \u201eBerufliches Leben\u201c langfristig \u00fcberbetont, auf Dauer neben seiner Lebensfreude, auch seine Leistungskraft. Denn:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Wer krank ist, kann weder sein Leben in vollen Z\u00fcgen genie\u00dfen noch ist er voller Leistungskraft. Und:<\/li>\n<li>Wer einsam ist, ist weder \u201equietsch-vergn\u00fcgt\u201c noch kann er seine volle Energie auf seinen Job verwenden. Und:<\/li>\n<li>Wer in einer Sinnkrise steckt, ist weder lebensfroh noch sehr leistungsf\u00e4hig. Denn hinter allem Tun steht die Frage: Was soll das Ganze?<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also sollten F\u00fchrungskr\u00e4fte f\u00fcr die rechte Balance zwischen den vier Lebensbereichen sorgen \u2013 auch um emotionalen Kurzschl\u00fcssen vorzubeugen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den erforderlichen Ausgleich sorgen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">In unserer modernen Arbeitswelt k\u00f6nnen insbesondere die Leistungstr\u00e4ger in den Unternehmen diese Balance nicht Tag f\u00fcr Tag, Woche f\u00fcr Woche und Monat f\u00fcr Monat bewahren. Denn im Arbeitsleben gibt es immer wieder Phasen, die sehr stressig sind \u2013 zum Beispiel, weil<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>ein wichtiges Projekt abgeschlossen werden muss oder<\/li>\n<li>das Auftragsvolumen gerade sehr hoch, die Personaldecke aber recht d\u00fcnn ist.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerade in solchen Phasen, in denen sie auf die Unterst\u00fctzung ihrer Mitarbeiter besonders angewiesen sind, neigen F\u00fchrungskr\u00e4fte dazu, unberechenbar zu werden \u2013 weil sie selbst am Limit agieren. Die Folge: Ihre Mitarbeiter verweigern ihnen die Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb sollten F\u00fchrungskr\u00e4fte speziell in Stress-Situationen hochsensibel ihr Verhalten beobachten und darauf achten, dass sie aus Mitarbeitersicht nicht unmotiviert \u00fcberreagieren. Das k\u00f6nnen sie nur, wenn sie selbst innerlich eine gewisse Ruhe bewahren und in der Lage sind, ihren Gef\u00fchlshaushalt zu steuern \u2013 zum Beispiel, weil sie wissen, was ihnen in Stress-Situationen \u201egut\u201c und \u201eweniger gut\u201c tut.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Manager der eigenen Gef\u00fchle werden<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu Hilfe kommt ihnen dabei erneut das Lebensbalance-Modell von Nossrath Peseschkian. Denn wenn die vier Lebensbereiche in einer Wechselbeziehung zueinander stehen, dann k\u00f6nnen F\u00fchrungskr\u00e4fte, die unter einer hohen beruflichen Belastung stehen, diese zumindest f\u00fcr einige Zeit durch ein entsprechendes Ausgleichsverhalten in den anderen Bereichen kompensieren. So sollte eine F\u00fchrungskraft, die beruflich unter Strom steht, zum Beispiel darauf achten, dass ihr nicht auch noch private Probleme Energie rauben. Sonst schl\u00e4gt das Gefordert-sein schnell in ein \u00dcberfordert-sein um. Ebenso sollte eine F\u00fchrungskraft, wenn sich beruflich immer mehr Stress und Adrenalin aufbaut, daf\u00fcr sorgen, dass in ihrem privaten Bereich die n\u00f6tige Entspannung erfolgt \u2013 zum Beispiel, weil sie regelm\u00e4\u00dfig joggt oder etwas anderes tut, das dem Stressabbau dient.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fchrungskr\u00e4fte sollten sozusagen ihre eigenen Gef\u00fchlsmanager werden. Das ist wichtig, um ein Ausbrennen zu vermeiden. Das ist auch n\u00f6tig, damit sie auch in Stresszeiten f\u00fcr ihre Mitarbeiter emotional relativ ausgeglichene und folglich berechenbare F\u00fchrungskr\u00e4fte sind, denen diese gerne folgen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">\u00dcber die Autorin:<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Angela Kissel<\/strong> ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Unternehmens Balance f\u00fcrs Leben, Urbar (bei Koblenz), das Einzelpersonen beim Aufrechterhalt<i>e<\/i>n der gew\u00fcnschten Balance im Leben und Unternehmen beim Erhalt der Gesundheit und Leistungskraft ihrer Mitarbeiter unterst\u00fctzt<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fmagazin%2Ffuehrungskraefte-sollten-gefuehlsmanager-sein%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; 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