{"id":1575,"date":"2014-03-06T09:15:20","date_gmt":"2014-03-06T07:15:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/?p=1575"},"modified":"2014-02-11T17:15:49","modified_gmt":"2014-02-11T15:15:49","slug":"changemanagement-mitarbeiterfuehrung-changeprozessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/changemanagement-mitarbeiterfuehrung-changeprozessen\/","title":{"rendered":"Changemanagement: Mitarbeiterf\u00fchrung in Changeprozessen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F\u00fchrungskr\u00e4fte untersch\u00e4tzen bei Ver\u00e4nderungsprojekten oft, wie schwer es ihren Mitarbeitern f\u00e4llt, Gewohnheiten aufzugeben. Deshalb erwarten sie von ihnen Verhaltensweisen, zu denen diese noch nicht f\u00e4hig sind. Und sie gew\u00e4hren ihnen die n\u00f6tige Unterst\u00fctzung nicht.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielen Unternehmen f\u00e4llt es schwer, Ver\u00e4nderungsprozesse in ihrer Organisation so zu gestalten, dass der erhoffte Nutzen f\u00fcr die Kunden, Mitarbeiter und Eigner entsteht. Das belegen zahlreiche Studien. Eine zentrale Ursache hierf\u00fcr ist: Beim Planen und Durchf\u00fchren von Changeprojekten beachten die Verantwortlichen oft nicht, dass sich in der Struktur sowie den Abl\u00e4ufen und Prozessen eines Unternehmens auch dessen Kultur widerspiegelt. Deshalb k\u00f6nnen diese vier Faktoren nicht losgel\u00f6st voneinander betrachtet und ver\u00e4ndert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genau das wird aber h\u00e4ufig (unbewusst) versucht. Das hei\u00dft, die Aufmerksamkeit des Managements fokussiert sich auf ein, zwei der genannten Aspekte, w\u00e4hrend die anderen vernachl\u00e4ssigt werden.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Die vier Phasen eines Ver\u00e4nderungsprozesses<b> <\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiteres Manko vieler Changeprojekte ist: Den Verantwortlichen ist nicht ausreichend bewusst, dass personale und organisationale Ver\u00e4nderungen meist das Resultat eines langwierigen Prozesses sind, bei dem man vier Phasen unterscheiden kann:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><i>Phase 1: Verleugnung\/Ablehnung.<\/i><\/strong><b> <\/b>Werden die geplanten \u00c4nderungen publik, macht sich bei den Betroffenen meist Unruhe breit. Ger\u00fcchte kursieren und Hoffnungen sowie Bef\u00fcrchtungen werden ge\u00e4u\u00dfert, doch nur wenige Betroffene k\u00f6nnen sich schon auf die neue Zukunftsvision einlassen. Sie artikulieren vielmehr \u00c4rger und Wut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><i>Phase 2: Widerstand.<\/i><\/strong><b> <\/b>Nach dem ersten Schreck zeigen die Betroffenen oft Abwehrreaktionen \u2013 nicht nur in Form von (Arbeits-)Verweigerung, sondern zuweilen auch Mehrarbeit. Denn die Mitarbeiter wollenzeigen: \u201eDie Ver\u00e4nderung ist nicht n\u00f6tig. Es geht auch so.\u201c Zugleich f\u00fchren sie zahlreiche Argumente ins Feld, warum die geplante Ver\u00e4nderung nicht zielf\u00fchrend ist. Entsprechend wichtig ist es, den Betroffenen nun zu vermitteln, dass der Wandel notwendig und unausweichlich ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><i>Phase 3: Entdecken.<\/i><\/strong> Erkennen die Mitarbeiter \u201eEs gibt kein Zur\u00fcck\u201c, akzeptieren sie die Ver\u00e4nderung allm\u00e4hlich \u2013 rational. Das hei\u00dft, sie trauern zwar noch dem Verlust des Alten nach, fragen sie sich aber zugleich: Was bedeutet der Wandel f\u00fcr mich? Welche Herausforderungen kommen auf mich zu? Kann ich sie bew\u00e4ltigen und, wenn ja, wie? Das k\u00f6nnen die Betroffenen in dieser Phase meist noch nicht einsch\u00e4tzen. Deshalb gilt es nun, die Betroffenen beim Aushalten dieses Zustands der Ungewissheit zu unterst\u00fctzen und das Alte angemessen zu w\u00fcrdigen, damit die Mitarbeiter das Neue mit der Zeit auch emotional akzeptieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><i>Phase 4: Commitment.<\/i><\/strong><b> <\/b>Erst nachdem die erforderliche Trauerarbeit geleistet ist, k\u00f6nnen die Betroffenen den Blick in Richtung Zukunft wenden. Nun gilt es, ihre Neugier zu wecken und ihnen das erforderliche Wissen und K\u00f6nnen zum Umgang mit dem Neuen zu vermitteln. Ermutigung und Geduld sind nun hilfreich sowie M\u00f6glichkeiten zum Erfahrungsaustausch. So entwickelt sich das Neue allm\u00e4hlich zur Normalit\u00e4t, zumal erste (Lern-)Erfolge Selbstvertrauen schaffen. Die Leistung des Systems steigt nun allm\u00e4hlich \u00fcber das urspr\u00fcngliche Niveau.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die (Projekt-)Verantwortlichen in Unternehmen untersch\u00e4tzen oft, wie viel Zeit und Energie es seitens der Mitarbeiter erfordert, sich von vertrauten Strukturen und Verhaltensmustern zu verabschieden \u2013 schlie\u00dflich vermitteln sie ihnen Sicherheit. Au\u00dferdem fu\u00dft auf ihnen ihr berufliches Selbstbewusstsein. Deshalb fordern die Verantwortlichen von den Mitarbeitern zuweilen ein Verhalten, zu dem diese noch nicht f\u00e4hig sind. Und sie organisieren nicht die erforderlichen Unterst\u00fctzungsma\u00dfnahmen f\u00fcr ihr Team.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Sich als F\u00fchrungskraft situationsgerecht verhalten<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn F\u00fchrungskr\u00e4fte Ver\u00e4nderungsprozesse auf der personalen Ebene gezielt steuern m\u00f6chten, sollten sie sich zun\u00e4chst fragen: In welcher Phase befindet sich der Mitarbeiter (beziehungsweise die Mitarbeitergruppe)? Danach sollten sie sich fragen, welche Unterst\u00fctzung seitens ihrer F\u00fchrung der Mitarbeiter braucht? Aufgrund der Antworten k\u00f6nnen sie sich f\u00fcr Interventionen entscheiden. Nachfolgend einige Beispiele f\u00fcr m\u00f6gliche Interventionen der F\u00fchrungskr\u00e4fte in den vier Phasen einer pers\u00f6nlichen Ver\u00e4nderung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><i>Phase 1: Ablehnung<\/i><\/strong><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>die Mitarbeiter reden lassen und zur Reflexion anregen<\/li>\n<li>durch Fragen und Erkundungen die Ablehnung reduzieren<\/li>\n<li>Foren f\u00fcr das \u201eJammern und Klagen\u201c schaffen<\/li>\n<li>den Schock bearbeiten<\/li>\n<li>Verst\u00e4ndnis und Mitgef\u00fchl zeigen (aber sich nicht gegen \u201edie da oben\u201c verb\u00fcnden)<\/li>\n<li>Worst-case-Szenarien entwickeln (\u201eWas passiert, wenn wir nichts tun?\u201c)<\/li>\n<li>Informationen geben (Was geschieht wann warum &#8230;)<\/li>\n<li>Konfrontation (\u201eJa, die Ver\u00e4nderung wird kommen.\u201c; \u201eEs geht nicht weiter wie bisher.\u201c)<\/li>\n<li>ehrlich sein<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><i>Phase 2: Widerstand<\/i><\/strong><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>erkunden, was hinter den Reaktionen steckt (Zum Beispiel der Angst)<\/li>\n<li>Hypothesen bilden und \u00e4u\u00dfern<\/li>\n<li>Unterst\u00fctzung anbieten (Was k\u00f6nnen Sie selbst tun? Was kann ich f\u00fcr Sie tun?)<\/li>\n<li>Sicherheit geben, Angst reduzieren<\/li>\n<li>konstruktives Denken anregen (Was ist Ihr Ziel als Mitarbeiter? Ist dieses Ziel mit Ihrem aktuellen Verhalten erreichbar? Was gewinnen Sie durch die Ver\u00e4nderung, was geben Sie auf?)<\/li>\n<li>Informationen geben (Ziel, Sinnhaftigkeit, Notwendigkeit der Ver\u00e4nderung)<\/li>\n<li>Bewahrung und Ver\u00e4nderung w\u00fcrdigen (Was spricht daf\u00fcr, was dagegen?)<\/li>\n<li>als letztes Mittel: Konfrontation mit den Konsequenzen, Disziplinierung<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><i>Phase 3: Entdecken<\/i><\/strong><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Perspektiven und Chancen aufzeigen<\/li>\n<li>Verbesserungspotenziale identifizieren<\/li>\n<li>Entwicklungsma\u00dfnahmen einleiten, Aufgeschlossenheit erhalten<\/li>\n<li>Mitarbeiter unterst\u00fctzen und Hilfe organisieren<\/li>\n<li>Informationen geben (Statusberichte, Teilerfolge kommunizieren)<\/li>\n<li>Leistungssteigerungen anerkennen<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><i>Phase 4: (Neues) Commitment<\/i><\/strong><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Entwicklungs- und Leistungsziele vereinbaren<\/li>\n<li>Wissensmanagement (Erfolgsfaktoren und Fehler f\u00fcr andere Projekte nutzen)<\/li>\n<li>Kooperation in der Gruppe st\u00e4rken<\/li>\n<li>Lob\/Anerkennung (\u201eGut so\u201c, \u201eWeiter so\u201c; unerwartete Belohnungen)<\/li>\n<li>Informationen geben (Erfolge, Erfahrungen)<\/li>\n<li>F\u00f6rderma\u00dfnahmen einleiten<\/li>\n<\/ul>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Die Komfortzone verlassen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielen Mitarbeitern gelingt es ohne eine Unterst\u00fctzung seitens ihrer F\u00fchrung nicht, den beschriebenen Ver\u00e4nderungsprozess zu durchlaufen. Sie bleiben in einer der ersten drei Phasen stecken. Denn die Mitarbeiter halten sich im Tagesgesch\u00e4ft vorwiegend in der \u201eKomfortzone\u201c auf. Sie tun also bevorzugt das, was sie (in ihren Augen) gut k\u00f6nnen und worin sie Routine haben. Bei Ver\u00e4nderungen m\u00fcssen sie aber oft ihre Komfortzone verlassen und sich in die \u201eStretchzone\u201c begeben \u2013 also Dinge tun, die sie (so) noch nicht getan haben, aber tun oder erlernen k\u00f6nnten. Eigeninitiativ machen dies die meisten Mitarbeiter nicht oder nur in einem begrenzten Umfang. Deshalb m\u00fcssen F\u00fchrungskr\u00e4fte in Ver\u00e4nderungsprozessen immer wieder an ihre Mitarbeiter appellieren: \u201eRaus aus der Komfortzone \u2013 rein in die Stretchzone!\u201c Sie sollten zugleich aber vermeiden, dass diese in die \u201ePanikzone\u201c geraten, weil sie sich \u00fcberfordert f\u00fchlen oder \u00fcberfordert sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abh\u00e4ngig davon, in welcher Zone sich ein Mitarbeiter befindet und wohin er \u201ebewegt\u201c werden soll, sind folgende F\u00fchrungsinterventionen m\u00f6glich:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Komfortzone <\/i><i>\u00e8<\/i><i> Stretchzone:<\/i> Konfrontieren, Aktionen planen, Szenarien entwickeln, Aufgaben ver\u00e4ndern, anspruchsvollere Ziele setzen, an Entscheidungen beteiligen, am Ver\u00e4nderungsprozess mitwirken lassen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Panikzone <\/i><i>\u00e8<\/i><i> Stretchzone:<\/i><b> <\/b>\u00c4ngste ernst nehmen, Sicherheit geben, bisherige Erfolge w\u00fcrdigen, Zukunftsszenarien entwickeln, Alternativen durchspielen, Perspektiven ver\u00e4ndern<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Die Beobachter ins Boot holen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei organisationalen Ver\u00e4nderungen gibt es neben Mitarbeitern, die den Wandel sofort begr\u00fc\u00dfen oder ablehnen, stets solche, die ihm eher neutral gegen\u00fcber stehen: die sogenannten \u201eFence-Sitter\u201c, also Beobachter am Zaun. H\u00e4ufig ist die Verteilung wie folgt:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><i>20 Prozent \u201eVer\u00e4nderer<\/i><b>\u201c<\/b> \u2013 also Bef\u00fcrworter, die froh sind, wenn es endlich losgeht,<\/li>\n<li><i>60 Prozent \u201eFence-Sitter\u201c<\/i> \u2013 also Unentschlossene, die \u201eneutral\u201c abwarten, auf welche Seite sie sich schlagen,<\/li>\n<li><i>20 Prozent \u201eBewahrer\u201c <\/i>\u2013 also Gegner der Ver\u00e4nderungen, die oft aktiv an deren Verhinderung arbeiten.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fchrungskr\u00e4fte fokussieren ihre Aktivit\u00e4ten bei anstehenden Ver\u00e4nderungen meist auf die Bewahrer, also die Gegner der Ver\u00e4nderung. Sie versuchen diese zu \u00fcberzeugen und zu \u00fcberreden \u2013 mit den unterschiedlichsten Methoden. Zielf\u00fchrender w\u00e4re es, sich auf die Unentschlossenen zu konzentrieren. Denn sie bilden die Mehrheit und sind am leichtesten in ihrer Haltung zu beeinflussen \u2013 zum Beispiel, indem man sie in Kontakt mit den Bef\u00fcrwortern bringt.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">\u00dcber den Autor:<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1577\" alt=\"Machwurth, Hans-Peter\" src=\"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Machwurth-Hans-Peter-120x120.jpg\" width=\"120\" height=\"120\" srcset=\"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Machwurth-Hans-Peter-120x120.jpg 120w, https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Machwurth-Hans-Peter-210x210.jpg 210w\" sizes=\"auto, (max-width: 120px) 100vw, 120px\" \/><strong>Hans-Peter Machw\u00fcrth<\/strong> ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der international agierenden Unternehmensberatung Machw\u00fcrth Team International (MTI Consultancy), Visselh\u00f6vede (D), f\u00fcr die weltweit 450 Berater, Trainer und Projektmanager arbeiten<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fmagazin%2Fchangemanagement-mitarbeiterfuehrung-changeprozessen%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; 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Deshalb erwarten sie von ihnen Verhaltensweisen, zu denen diese noch nicht f\u00e4hig sind. Und sie gew\u00e4hren ihnen die n\u00f6tige Unterst\u00fctzung nicht. 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