{"id":2331,"date":"2015-06-22T07:33:12","date_gmt":"2015-06-22T05:33:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/?p=2331"},"modified":"2015-06-18T13:33:53","modified_gmt":"2015-06-18T11:33:53","slug":"wissen-professionell-vermitteln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wissen-professionell-vermitteln\/","title":{"rendered":"Wissen professionell vermitteln"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Menschen Wissen und K\u00f6nnen vermitteln \u2013 vor dieser schwierigen Aufgabe stehen nicht nur Trainer und Lehrer. Auch F\u00fchrungskr\u00e4fte und Ausbilder m\u00fcssen im Betriebsalltag oft Know-how weitergeben. Mit der ANKER-Strategie gelingt ihnen das ganz leicht.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWann merkt sich der das endlich?\u201c Das denken F\u00fchrungskr\u00e4fte und Ausbilder zuweilen, wenn sie einem Mitarbeiter oder Kollegen einen Sachverhalt schon mehrfach erkl\u00e4rt haben. Und nicht selten haben sie sogar das Gef\u00fchl: \u201eDer ist etwas schwer von Begriff.\u201c Doch Vorsicht! Wenn ein Mitarbeiter oder Kollege sich etwas nicht merkt, sind selten eine mangelnde Intelligenz oder ein fehlendes Interesse die Ursache hierf\u00fcr. Meist liegt es an der Wissensvermittlung, wenn Botschaften nicht wie gew\u00fcnscht ankommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wollen Sie es sich k\u00fcnftig ersparen, Dinge mehrfach zu erkl\u00e4ren? Wenn ja, dann merken Sie sich das Wort \u201eAnker\u201c. Jeder seiner f\u00fcnf Buchstaben steht f\u00fcr eine wichtige Regel, die es beim Vermitteln von Wissen zu beachten gilt. Sie lauten:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><strong><em>A<\/em><\/strong><em>nfang und Ende der \u201eUnterweisung\u201c mit den wichtigsten Informationen best\u00fccken.<\/em> Denn: Was zu Beginn und am Schluss gesagt wird, bleibt am ehesten im Ged\u00e4chtnis haften.<\/li>\n<li><em>\u201e<strong>N<\/strong><\/em><em>ein\u201c und \u201enicht\u201c<\/em> Denn: Diese Begriffe ignoriert unser Gehirn.<\/li>\n<li><strong><em>K<\/em><\/strong><em>urz fassen.<\/em> Denn: Das Kurzzeitged\u00e4chtnis, die Pforte zum Langzeitged\u00e4chtnis der Menschen, hat eine begrenzte Kapazit\u00e4t.<\/li>\n<li><strong><em>E<\/em><\/strong><em>motionen hervorrufen und Bilder verwenden.<\/em> Denn: Gef\u00fchle regen das Gehirn an.<\/li>\n<li><strong><em>R<\/em><\/strong><em>elationen zum Wissen des Vis-\u00e0-vis herstellen<\/em>. Denn: Infos, die ein Mensch in Beziehung zu bereits vorhandenem Wissen setzen kann, verankern sich leichter.<\/li>\n<\/ul>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Regel 1: Wichtige Infos an den Anfang und das Ende stellen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Informationen, die wir zuerst oder zuletzt h\u00f6ren, merken wir uns am ehesten. Diese Erkenntnis der Lernpsychologie nennt sich \u201ePrimacy-Recency-Effekt\u201c. Wegen ihm achten zum Beispiel Marketingexperten beim Verfassen von Werbetexten besonders auf deren Anfang und Ende. Nutzen auch Sie diesen Effekt. Stellen Sie zum Beispiel bei Gespr\u00e4chen mit Mitarbeitern die wichtigsten Botschaften konsequent an den Anfang und Schluss. Leiten Sie das Gespr\u00e4ch zum Beispiel mit einer \u00dcbersicht ein: \u201eIch m\u00f6chte mit Ihnen dar\u00fcber reden, wie Sie \u2026.\u201c Und schlie\u00dfen Sie mit einem Fazit, das die Kernbotschaften zusammenfasst: \u201eBesonders wichtig ist, erstens: &#8230;. Zweitens: &#8230;.Drittens: &#8230;.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diesen Effekt k\u00f6nnen Sie auch zum Beeinflussen von Entscheidungen nutzen. Untersuchungen zeigen: Die am Anfang und Schluss genannten Argumente haben auf Entscheidungen den gr\u00f6\u00dften Einfluss. \u00dcberlegen Sie sich also genau, in welcher Reihenfolge Sie Ihre Argumente vortragen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Regel 2: Die Worte \u201eNein\u201c und \u201eNicht\u201c vermeiden<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stellen Sie sich einmal vor, ein Ausbilder r\u00e4t Ihnen: \u201eDenken Sie nicht an die Klausur.\u201c Was geschieht? Kaum hat er dies gesagt, entsteht vor Ihrem geistigen Auge beispielsweise folgendes Bild: Sie sitzen mit Kollegen in einem Raum. Vor jedem liegt ein Blatt Papier. Alle schreiben wie wild. Nur Ihr Papier ist leer. Dabei ist die Pr\u00fcfung bald vorbei. Angstschwei\u00df rinnt \u00fcber Ihre Stirn und Ihre H\u00e4nde sind feucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum erfolgt diese Reaktion? Das menschliche Gehirn assoziiert W\u00f6rter mit Gegenst\u00e4nden und T\u00e4tigkeiten. Die Worte \u201eBaum\u201c und \u201eh\u00fcpfen\u201c rufen zum Beispiel konkrete Bilder in unserem Kopf hervor. Das Wort \u201enicht\u201c hingegen l\u00e4sst kein Bild entstehen. Also wird es von unserem Gehirn auch nicht unmittelbar verarbeitet. H\u00e4ufig f\u00e4llt es sogar unter den Tisch. Dann tun oder denken wir genau das Gegenteil von dem Gesagten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch ein Beispiel: Ein Ausbilder will die Einf\u00fchrung in ein EDV-Programm locker gestalten. Also sagt er scherzhaft: \u201eKein Panik! Sie brauchen hierf\u00fcr ja keine Programmiersprache lernen\u201c. Dann steht in der Pause mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ein Auszubildender vor dem Ausbilder steht und sagt: \u201eIch h\u00e4tte da mal eine Frage wegen der Programmiersprache.\u201c Denn sein Gehirn hat das Wort \u201ekeine\u201c ignoriert. Im Ged\u00e4chtnis blieb nur die Information \u201eProgrammiersprache lernen\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie wollen bei einer Person etwas bewirken? Dann sollten Sie Nicht-Botschaften vermeiden. \u00dcberlegen Sie stattdessen, welche positiven Bilder und \u201eDrehb\u00fccher\u201c Sie in den K\u00f6pfen Ihrer Zuh\u00f6rer aktivieren m\u00f6chten. Und lassen Sie das Unerw\u00fcnschte einfach weg.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Regel 3: Sich kurz fassen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Sie einer Person Infos geben, dann werden diese zun\u00e4chst im Kurzzeitged\u00e4chtnis gespeichert. Und erst von dort gelangen sie ins Langzeitged\u00e4chtnis. Jedoch nur unter folgender Bedingung: Das Kurzzeitged\u00e4chtnis wird zwischenzeitlich nicht \u00fcberlastet. Denn seine Speicherkapazit\u00e4t ist begrenzt. Prasseln zu viele Infos zugleich auf es ein, werden die \u00e4lteren Infos sozusagen gel\u00f6scht, um den neueren Platz zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Faustregel k\u00f6nnen Sie sich merken: Das Kurzzeitged\u00e4chtnis kann nur sieben Informationen speichern. Dann ist seine Kapazit\u00e4t ersch\u00f6pft. Das k\u00f6nnen sieben Namen, Zahlen oder Bedeutungszusammenh\u00e4nge sein. Packen Sie also nicht alles Wissenswerte in eine \u201eLerneinheit\u201c. Beschr\u00e4nken Sie sich auf die wichtigsten Punkte. Was weniger wichtig ist, k\u00f6nnen Sie Ihren Mitarbeitern oder Kollegen sp\u00e4ter mitteilen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Regel 4: Emotionen wecken und Bilder nutzen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gef\u00fchle beeinflussen das Lernen. Untersuchungen zeigen: Vor allem positive Gef\u00fchle regen das Gehirn zum Lernen an. Und wie wohl sich eine Person beim Lernen f\u00fchlt, h\u00e4ngt vor allem von der Lernatmosph\u00e4re ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr eine positive Lernumgebung sind vor allem zwei Punkte entscheidend.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li><em> das Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl. <\/em>Menschen lernen besser und leichter mit anderen. Besonders wichtig ist diese Erkenntnis, wenn es um Verhaltens\u00e4nderungen geht. Denn hierf\u00fcr gen\u00fcgt nicht die Lekt\u00fcre von B\u00fcchern. Auch ein Ausprobieren und Sammeln von Erfahrung ist wichtig \u2013 zum Beispiel in Rollenspielen.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit Menschen in solchen Spielen \u00fcber ihren Schatten springen, m\u00fcssen sie jedoch das Gef\u00fchl haben: Ich werde akzeptiert. Niemand lacht geh\u00e4ssig \u00fcber mich, wenn ich etwas falsch mache. Niemand denkt: Was f\u00fcr ein Versager. Dieses Gef\u00fchl \u201eIch geh\u00f6re dazu und bin akzeptiert\u201c m\u00fcssen Sie \u2013 und die anderen Gruppenteilnehmer \u2013 den Lernenden vermitteln.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"2\">\n<li><em> das Gef\u00fchl von Wachstum. <\/em>Also das Gef\u00fchl \u201eIch kann es, &#8230;\u201c, \u201eIch schaffe es, wenn &#8230;\u201c Eine Voraussetzung hierf\u00fcr sind Aufgaben, welche die Lernenden fordern, aber nicht \u00fcberfordern. Denn jede gel\u00f6ste (Teil-)Aufgabe ist ein Erfolgserlebnis. Und Erfolgserlebnisse l\u00f6sen in uns Gl\u00fcckshormone aus. Und diese motivieren uns wiederum, den n\u00e4chsten Schritt zu wagen.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Sie die Aufgaben entsprechend gestalten, k\u00f6nnen Sie bei Ihren Mitarbeitern oder Kollegen eine Kettenreaktion ausl\u00f6sen. Es entsteht sozusagen ein Motivationskreislauf aus \u201eLernen, Erfolg haben, Gl\u00fcck empfinden und wieder lernen\u201c, der im Idealfall s\u00fcchtig macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und noch ein Tipp: Verpacken Sie die Lerninhalte in Bilder und Geschichten statt abstrakte Begriffe und Formulierungen zu verwenden. Denn erst Beispiele, Anekdoten und Bilder lassen die Infos im Kopf des Gegen\u00fcbers lebendig werden und l\u00f6sen in ihm Gef\u00fchle aus. Deshalb verankern sie sich besser.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Regel 5: Relationen herstellen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr das Vermitteln von Wissen gilt wie f\u00fcr den Gartenbau: Ein guter \u201eG\u00e4rtner\u201c ist, wer aus dem Vorhandenen das Bestm\u00f6gliche schafft. Um die sch\u00f6nsten Blumen oder dicksten Kartoffeln zu z\u00fcchten, muss ein G\u00e4rtner wissen: Wie ist der Boden beschaffen? Entsprechendes gilt f\u00fcr Wissensvermittler. Bringen Sie also vorab in Erfahrung: Was wei\u00df mein Gegen\u00fcber bereits? Und: Welche Themen interessieren ihn? Dann k\u00f6nnen Sie auf das vorhandene Know-how aufbauen, und Sie vermeiden ein \u00dcber- und Unterfordern. Sie k\u00f6nnen zudem Verbindungen herstellen zu den Themen, die die Lernenden interessieren \u2013 zum Beispiel Mode, Autos, Fu\u00dfball. Sie k\u00f6nnen zum Beispiel sagen: \u201eEin Arbeitsteam funktioniert wie eine Fu\u00dfballmannschaft. Wenn nur ein Spieler rennt und zehn gelangweilt herumstehen, gewinnt man kein Spiel.\u201c So verpackt verankern sich Botschaften leichter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lernprozesse lassen sich mit einer Busroute mit mehreren Stationen vergleichen. Sie sind als F\u00fchrungskraft oder Ausbilder der Busfahrer. Also sollten Sie wissen, an welcher Haltestelle die Lerner stehen. Dann k\u00f6nnen Sie diese dort abholen und mit dem Bus zum Ziel bringen. Denn Menschen haben nicht nur eine unterschiedliche Geschichte, sondern auch verschiedene Interessen, Kenntnisse und Erfahrungen. Also m\u00fcssen sie an verschiedenen Haltestellen abgeholt werden.<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fmagazin%2Fwissen-professionell-vermitteln%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fmagazin%2Fwissen-professionell-vermitteln%2F&text=Wissen%20professionell%20vermitteln\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; 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