{"id":2429,"date":"2015-09-08T08:18:14","date_gmt":"2015-09-08T06:18:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/?p=2429"},"modified":"2022-07-23T14:29:20","modified_gmt":"2022-07-23T12:29:20","slug":"teams-beteiligen-und-zukunft-gemeinsam-gestalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/teams-beteiligen-und-zukunft-gemeinsam-gestalten\/","title":{"rendered":"Teams beteiligen und Zukunft gemeinsam gestalten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Mitarbeiter reagieren mit Widerstand oder blockieren sogar? Das ist typisch f\u00fcr die Anfangsphase eines Ver\u00e4nderungsprozesses. Wie k\u00f6nnen F\u00fchrungskr\u00e4fte ihre Mitarbeiter auf Unvorhergesehenes vorbereiten und gemeinsam mit ihnen den Change nachhaltig gestalten? Die School of Facilitating st\u00e4rkt F\u00fchrungskr\u00e4fte in ihrer Selbstreflexion, Wahrnehmung und Empathief\u00e4higkeit und setzt mit ihrem Ansatz \u201eFacilitating Change\u201c auf Partizipation zugunsten tragf\u00e4higer L\u00f6sungen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Zeiten des Umbruchs war Andreas Kowohl oftmals irritiert: Trotz klarer Zielvorgabe zogen seine Mitarbeiter bei Projekten nicht mit. Wie konnte er lernen, sie st\u00e4rker mit ins Boot zu nehmen und f\u00fcr die Ver\u00e4nderung zu begeistern? Auf der Suche nach entsprechenden Weiterbildungsangeboten stie\u00df der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Apex Tool Group GmbH auf die Ausbildung der School of Facilitating. Seit 2007 f\u00fchren Renate Franke und Barbara Zuber die \u201eDenkschule und Werkstatt\u201c f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte, Entscheider und Berater und bieten ihre Ausbildung in Berlin, Wien und auch \u00fcber das Bildungswerk der Wirtschaft in Baden-W\u00fcrttemberg an. Das Ziel der beiden Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerinnen: Sie wollen den Weg durch Ver\u00e4nderungen initiieren, begleiten und die Wandlungsf\u00e4higkeit von Menschen und Unternehmen erh\u00f6hen. Hinter deren Ansatz \u201eFacilitation Change\u201c steht der Grundsatz: Ver\u00e4nderungen werden von Menschen getragen und, wenn ein Gro\u00dfteil daf\u00fcr gewonnen wird, kann es auch eine gelebte Ver\u00e4nderung geben. Die Methode Facilitation (von facilitare: erm\u00f6glichen, vereinfachen), die als eine Facette von zeitgem\u00e4\u00dfer F\u00fchrung gesehen werden kann, stammt urspr\u00fcnglich aus den USA: Die dort vielfach eingesetzte Methode gewinnt auch hierzulande an Bedeutung. Renate Franke ist \u00fcberzeugt: \u201eGerade bei zunehmender Komplexit\u00e4t ist es notwendig zu vereinfachen und Ballast abzuwerfen, wo es m\u00f6glich und sinnvoll ist. Und das ist lernbar!\u201c<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Wandel ist lernbar<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mitarbeiter aktiv am Ver\u00e4nderungsprozess zu beteiligen setzt voraus, dass F\u00fchrungskr\u00e4fte zun\u00e4chst ihre eigene Haltung zum Wandel erkunden, um im n\u00e4chsten Schritt die Ver\u00e4nderungsbereitschaft der Mitarbeiter und deren Bed\u00fcrfnisse zu ergr\u00fcnden. Verschiedene Wahrnehmungsebenen zu trainieren, ist ein Schwerpunkt im ersten Teil der einj\u00e4hrigen Ausbildung in sieben Modulen. In Rollenspielen trainieren F\u00fchrungskr\u00e4fte zum Beispiel den Perspektivenwechsel. \u201eDieser ist ein wichtiger Schritt, um die Wahrnehmung zu \u00f6ffnen. Man begibt sich quasi in die Schuhe einer anderen Person und f\u00fchlt sich in diese ein. \u201eEine erweiterte Wahrnehmung ver\u00e4ndert meine Vision, dadurch wiederum meine Haltung und infolgedessen auch mein Tun\u201c, ist Renate Franke \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Trainieren der eigenen Radarf\u00e4higkeit, die Deeskalation von Konflikten und das Unterbrechen von Gewohnheitsmustern sind weitere wichtige Inhalte der Ausbildung, bei der die Selbstreflexion und die Interaktion in der Gruppe einen hohen Stellenwert haben. Andreas Kowol sind durch die Ausbildung, die er und einige seiner F\u00fchrungskr\u00e4fte durchlaufen haben, viele Verhaltensmuster und innere Blockaden der am Prozess beteiligten Mitarbeiter bewusst geworden. Er hat gelernt, seine eigenen Antennen zu sch\u00e4rfen und ist sich st\u00e4rker bewusst, wer welches Anliegen hat und wer in welche Rolle passt. So kann er seine Mitarbeiter besser auf die Reise der Ver\u00e4nderung mitnehmen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Das Konzept der Prozessbegleitung<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wissenschaftliche Basis des Ansatzes Facilitating Change ist die \u201eTheorie U\u201c von Claus Otto Scharmer, Dozent und Mitbegr\u00fcnder des Leadership Lab am Massachusetts Institute of Technology. Sie dient den Erm\u00f6glichern als Ger\u00fcst f\u00fcr die Begleitung von Ver\u00e4nderungsprozessen. Das Konzept: Wer sich mit der offenen Haltung des Facilitatings auf den Weg des \u201eU\u00b4s\u201c begibt dem wird erm\u00f6glicht, Prozesse und die daran beteiligten Mitarbeiter nicht nur aus den Erfahrungen der Vergangenheit zu f\u00fchren, sondern vor allem die M\u00f6glichkeiten der Zukunft ins Auge zu fassen und zu integrieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weitere Grunds\u00e4tze des Facilitatings sind:<\/strong><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Menschen auf Phasen der Ver\u00e4nderung und der \u201eUnordnung\u201c vorzubereiten. So werden sie bef\u00e4higt, diese Phasen zu gestalten und sich durch das \u201eChaos\u201c zu man\u00f6vrieren.<\/li>\n<li>f\u00fcr das Unvorhersehbare und Unplanbare eines Changeprozesses offen zu sein. So k\u00f6nnen neue Impulse aufgenommen und f\u00fcr den Prozess genutzt werden.<\/li>\n<li>Nichtwissen einzugestehen. Ein Facilitator bekennt, dass er die beste L\u00f6sung nicht wei\u00df und setzt sich daf\u00fcr ein, dass sie gemeinsam in der Gruppe erarbeitet wird. Das gelingt, indem er den Prozess aktiv gestaltet, alle mit einbezieht und den Themen \u201eeine Stimme\u201c gibt, denn jeder kann die L\u00f6sung hervorbringen und in jedem Moment kann sie entstehen.<\/li>\n<li>das Wissen liegt im System. Der Prozessbegleiter wei\u00df: Im Prozess wird eine tragf\u00e4hige L\u00f6sung entstehen. Hierf\u00fcr brauchen die Beteiligten vor allem: Vertrauen in den Prozess, eine erweiterte Wahrnehmung und eine gute Intuition.<\/li>\n<li>das System in Kontakt mit seinen inneren Ressourcen zu bringen. Eine gute Verbindung mit unseren St\u00e4rken hilft durch schwierige Wasser zu segeln und neues Denken zu k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Emotionen als Fenster zu Neuem verstehen. In Ver\u00e4nderungsprozessen treten Gef\u00fchle wie Angst und Unsicherheit auf. Diese Emotionen d\u00fcrfen nicht verdr\u00e4ngt oder unterdr\u00fcckt werden. Sie gilt es wertzusch\u00e4tzen, damit die Menschen sich f\u00fcr Neues \u00f6ffnen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Offene Haltung zu vermitteln und den Perspektivenwechsel zu f\u00f6rdern. Der Facilitator ist mit seiner Person Teil des Prozesses und f\u00fchrt ihn. Er unterst\u00fctzt den Rollenwechsel und achtet darauf, dass vorschnelle Bewertungen anderer Meinungen vermieden werden.<\/li>\n<\/ul>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Die Handwerker im Change<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle Beteiligten in den Ver\u00e4nderungsprozess einzubeziehen, ist dem Prozessbegleiter wichtig: Er gibt quasi die Marschrichtung f\u00fcr die L\u00f6sungsfindung vor, nicht die L\u00f6sung selbst. Denn er geht wie systemische Berater davon aus: Das Wissen und die L\u00f6sung liegen im System. \u201eUnsere Methode ist sehr partizipativ. Wir kommen schnell ins Tun und gelten \u2013 wie Kollegen so nett formuliert haben \u2013 als die \u201eHandwerker im Change\u201c, sagt Renate Franke. Auch die besondere Betonung der Intuition und der Emotionen unterscheidet den Erm\u00f6glichungsansatz von anderen Ans\u00e4tzen, zum Beispiel der Business-Moderation. Barbara Zuber betont: \u201eWir ermutigen unsere Teilnehmer, Emotionen als Indikatoren f\u00fcr Bed\u00fcrfnisse zu verstehen und sie zu artikulieren. Solange sie nicht geh\u00f6rt sind und keine Zufriedenheit oder sogar Begeisterung vorhanden ist, k\u00e4mpft man gegen Windm\u00fchlen und es gibt keinen \u201eFlow\u201c im Ver\u00e4nderungsprozess. Widerst\u00e4nde und Konflikte sind uns willkommen. Sie aufzul\u00f6sen beziehungsweise sie ernst zu nehmen und zu integrieren, ist oft der Schl\u00fcssel zum Erfolg.\u201c Reinhard H\u00f6fer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Saxonia Textile Parts GmbH und ehemaliger Teilnehmer der erfahrungsorientierten Ausbildung, f\u00e4llt der Umgang mit Konflikten heute leichter: Treten solche auf, spricht er sie offen an und versucht, sie gemeinsam mit seinem Team zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mitarbeiter am Prozess zu beteiligen, bedeutet f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte keineswegs, keine Entscheidungen mehr zu treffen: Sie tragen nat\u00fcrlich weiterhin die Verantwortung, zumal sie die Projektergebnisse gegen\u00fcber der Gesch\u00e4ftsleitung kommunizieren und vertreten. Als Begleiter des Prozesses sorgen sie idealerweise daf\u00fcr, dass jeder einzelne Mitarbeiter die passende Rolle bekommt. Das hei\u00dft: Die Rolle, bei der er sich am besten entfalten kann und die f\u00fcr ihn Sinn macht. Die Erm\u00f6glicher glauben daran: Wer Sinn bei seiner Aufgabe empfindet, wird den Prozess eher mittragen und erfolgreich sein.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">\u00dcber die Autoren:<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-2430\" src=\"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Barbara-Zuber-und-Renate-Franke-120x120.jpg\" alt=\"Barbara Zuber und Renate Franke\" width=\"120\" height=\"120\" srcset=\"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Barbara-Zuber-und-Renate-Franke-120x120.jpg 120w, https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Barbara-Zuber-und-Renate-Franke-210x210.jpg 210w\" sizes=\"auto, (max-width: 120px) 100vw, 120px\" \/>Renate Franke<\/strong> und <strong>Barbara Zuber<\/strong> sind die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerinnen des Beratungs- und Ausbildungsinstituts \u201eschool of facilitating\u201c Berlin und Autorinnen von \u201eFacilitating Change \u2013 mehr als Change Management\u201c, Beltz Verlag. Die school (www.school-of-facilitating.de) kooperiert in Wien mit promitto Organisationsberatung GmbH (www.promitto.at) zwecks Ausbildungen &#8222;Facilitating Change&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weitere Informationen \u00fcber die <a href=\"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/institut-berlin-school-of-facilitating-1827\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eschool of facilitating\u201c<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fmagazin%2Fteams-beteiligen-und-zukunft-gemeinsam-gestalten%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; 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