{"id":5199,"date":"2018-01-23T08:55:11","date_gmt":"2018-01-23T06:55:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/?p=5199"},"modified":"2022-03-22T13:25:11","modified_gmt":"2022-03-22T11:25:11","slug":"kompetenzrahmen-der-bildungs-und-berufsberatung-in-der-oesterreichischen-erwachsenenbildung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/kompetenzrahmen-der-bildungs-und-berufsberatung-in-der-oesterreichischen-erwachsenenbildung\/","title":{"rendered":"Kompetenzrahmen der Bildungs- und Berufsberatung in der \u00f6sterreichischen Erwachsenenbildung"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\">Bildungs- und Berufsberatung gewinnt an Bedeutung<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Anforderungen der heutigen Zeit an die Menschen, ihren Alltag zu bew\u00e4ltigen, Beziehungen fruchtbar zu gestalten und ihre Probleme zu meistern, wachsen. Das Feld der Beratung wird immer bedeutsamer. Eine Ursache daf\u00fcr k\u00f6nnte sein, dass die Alltags- Berufs- und Familiensituationen immer komplexer, un\u00fcberschaubarer, schwerer planbar und komplizierter wahrgenommen werden. Gelernte Handlungsmuster halten der Wirklichkeit selten mehr stand, die Zuverl\u00e4ssigkeit und G\u00fcltigkeit traditioneller Handlungsmuster ger\u00e4t ins Wanken, sie werden in Frage gestellt und bieten oftmals keine zufriedenstellenden L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge mehr an.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Bruch gelernter Muster macht Personen unsicher, Handlungsanleitungen f\u00fcr aktuelle Fragestellungen die in verschiedenen Beratungssegmenten erarbeitet werden, sind gefragter denn je. Auch im Bereich der Bildungs- und Berufsberatung ist dieser Trend sp\u00fcrbar. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Arbeitswelt radikal ver\u00e4ndert. Aufgrund einer guten Ausbildung berufliche jahrzehntelange Zugeh\u00f6rigkeit zu einem Betrieb zu erwerben und danach pensioniert zu werden, kennzeichnet heute nicht mehr den \u00fcblichen Verlauf einer Berufsbiographie. Die Arbeitswelt ist schneller und flexibler geworden, sie bietet gut ausgebildeten jungen Leuten ungleich gr\u00f6\u00dfere Chancen, beruflich erfolgreich zu sein-sie produziert jedoch auch eine nicht unerhebliche Zahl an Personen, die sich intensiv darum bem\u00fchen m\u00fcssen, mit der Arbeitswelt Schritt zu halten.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Der Begriff Kompetenz<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selten hat ein Begriff im Bildungsdiskurs einen derartigen Bedeutungsaufschwung genommen wie der Kompetenzbegriff in den letzten Jahren. Kaum eine bildungspolitische Diskussion, kaum ein Strategiepapier, das ohne ihn auskommt. Allerdings wird Kompetenz in verschiedenen Bedeutungen, meist unscharf begrifflich gefasst, verwendet. Aufgrund der Heterogenit\u00e4t der m\u00f6glichen und heute auch parallel verschieden verwendeten Bedeutungen von Kompetenz ist es jedoch notwendig, sich auf eine Definition festzulegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Folgt man der Begriffsgeschichte, l\u00e4sst sich feststellen, dass sich der Begriff Kompetenz auf das lateinische Wort competere mit den Bedeutungen \u201ezusammentreffen, zukommen, zustehen\u201c zur\u00fcckverfolgen l\u00e4sst. Bereits die r\u00f6mischen Rechtsgelehrten gebrauchten ausschlie\u00dflich das Adjektiv, also competens (zust\u00e4ndig, befugt, rechtm\u00e4\u00dfig, ordentlich) und bezogen dieses ausschlie\u00dflich auf eine Person mit der Bedeutung \u201epers\u00f6nlich geeignet, angemessen\u201c, was unserem heutigen Verst\u00e4ndnis von \u201ekompetent\u201c erstaunlich nahe ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noam Chomsky, Sprachwissenschafter und Sprachpsychologe des MIT, gilt als \u201eErfinder\u201c des modernen Kompetenzbegriffs. Er n\u00e4hert sich dem Begriff Kompetenz aus Sicht der Linguistik und f\u00fchrt das Begriffspaar Kompetenz und Performanz ein. In seiner Einleitung zu den Aspekten der Syntax-Theorie schreibt er: \u201eWir machen somit eine grundlegende Unterscheidung zwischen Sprachkompetenz (competence; die Kenntnis des Sprecher-H\u00f6rers von seiner Sprache) und Sprachverwendung (performance; der aktuelle Gebrauch der Sprache in konkreten Situationen).\u201c Er unterscheidet also Kompetenz als allgemeine Sprachf\u00e4higkeit gegen\u00fcber Performanz im Sinne der individuellen Sprachanwendung, dennoch bedingen sie einander.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1959 von White in die Motivationspsychologie eingef\u00fchrt, bezeichnet Kompetenz sp\u00e4ter das Ergebnis einer Entwicklung grundlegender F\u00e4higkeiten, das \u00fcber das Faktum des angeboren-Seins oder das Produkt eines Reifungsprozesses hinausgeht und dessen Entwicklung vom Individuum selbst besorgt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Arnold schreibt im Eintrag des W\u00f6rterbuchs der Erwachsenenbildung zu Kompetenz: \u201eKompetenz bezeichnet das Handlungsverm\u00f6gen der Person. W\u00e4hrend der Begriff \u201eQualifikation\u201c F\u00e4higkeiten zur Bew\u00e4ltigung konkreter Anforderungssituationen bezeichnet, d.h. deutlich verwendungsorientiert ist, ist der Begriff Kompetenz subjektorientiert. Kompetenz umfasst nicht nur inhaltliches bzw. fachliches Wissen und K\u00f6nnen, sondern auch au\u00dferfachliche bzw. \u00fcberfachliche F\u00e4higkeiten, die h\u00e4ufig mit Begriffen wie Methodenkompetenz umschrieben werden. Das allen Begriffen Gemeinsame ist die Entwicklung eines subjektiven Potenzials zum selbst\u00e4ndigen Handeln in unterschiedlichen Gesellschaftsbereichen. Dieses subjektive Handlungsverm\u00f6gen ist nicht allein an Wissenserwerb gebunden, es umfasst vielmehr auch die Aneignung von Orientierungsma\u00dfst\u00e4ben und die Weiterentwicklung der Pers\u00f6nlichkeit.\u201c<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Wissen per se generiert noch keine Handlungsf\u00e4higkeit, aber diese setzt Wissen voraus<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erpenbeck und Rosenstiel definieren in Ihrem KompetenzAtlas Kompetenz als \u201eDispositionen selbstorganisierten Handelns\u201c. Sie gehen davon aus, dass Kompetenzen Fertigkeiten, Wissen und Qualifikationen einschlie\u00dfen, sich aber nicht darauf reduzieren lassen. Kompetenz ist gepr\u00e4gt von Werten, Normen und Regeln. Kompetenz erm\u00f6glicht jedoch erst die Handlungsf\u00e4higkeit in komplexen Situationen. John Erpenbeck f\u00fchrt weiters aus: \u201cKompetenzen lassen sich nur auf Grundlage der Selbstorganisationstheorie erschlie\u00dfen und setzen eine dynamische Handlungsinterpretation voraus. Kompetenzen entstehen aus dem Zusammenspiel eines B\u00fcndels von F\u00e4higkeiten, impliziten Erfahrungen in unterschiedlichen Lebenssituationen und Verhaltensweisen. Insofern kann eine Person in Bezug auf die einen Funktions- oder T\u00e4tigkeitsanforderungen sehr kompetent sein, in Bezug auf eine andere wiederum nicht. Sie kann aber willentlich Kompetenzen entwickeln und in unterschiedlichen Situationen variabel nutzen. Wissen ist jedoch niemals eine Handlungsf\u00e4higkeit, sondern eine operativ wichtige Voraussetzung daf\u00fcr. Fertigkeiten und Qualifikationen beinhalten zwar Handlungsf\u00e4higkeiten, aber keine im kreativen, selbstorganisativen Sinne.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Definition ist, wenn man dem Diskurs der Kompetenzauffassungen in der Kompetenzforschung folgt, der Performanzrichtung zuzuordnen. Im Gegensatz zur Kognitionsrichtung, die davon ausgeht, dass Kompetenzen kontextspezifische kognitive Leistungsdefinitionen sind, die sich funktional auf Situationen und Anforderungen in bestimmten Dom\u00e4nen beziehen, betrachtet die Performanzrichtung Kompetenzen als spezifische Handlungsf\u00e4higkeiten, als Voraussetzung zur Durchf\u00fchrung von Handlungen. Erpenbeck und Heyse gehen davon aus, dass Kompetenzen daher vorrangig im direkten Praxisbezug oder durch Formen von Coaching und Training vermittelbar sind.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zwei Zertifizierungssysteme in \u00d6sterreich<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">In \u00d6sterreich haben sich bis heute zwei Zertifizierungssysteme, die Bildungs- und Berufsberatung zum Inhalt haben, etabliert. Beide sind Implementierungen gef\u00f6rderter EU-Projekte zur Professionalisierung der Erwachsenenbildung\/Beratung. Der Vollst\u00e4ndigkeit halber muss erw\u00e4hnt werden, dass neben diesen, explizit f\u00fcr Bildungs- und BerufsberaterInnen angebotenen Zertifizierungssystemen, andere Regelungen, die implizit auf die Beratungslandschaft Auswirkungen haben, n\u00e4mlich die Standes- oder Berufsregelungen vieler Quellberufe der Bildungs- und BerufsberaterInnen (wie z.B. PsychologInnen, Lebens- und SozialberaterInnen, SozialarbeiterInnen&#8230;) bestehen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Die Weiterbildungsakademie<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den 2000er Jahren wurde in \u00d6sterreich die <a href=\"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/serviceanbieter-wien-weiterbildungsakademie-oesterreich-1075\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weiterbildungsakademie<\/a> entwickelt, seit 2007 zertifiziert und diplomiert sie Erwachsenenbildner\/innen. Die Weiterbildungsakademie ist ein modulares Zertifizierungs- und Anerkennungsverfahren, in der Erwachsenenbildung t\u00e4tige Personen k\u00f6nnen \u00fcber die modular aufgebauten Abschl\u00fcsse ihre in vielf\u00e4ltiger Weise erworbenen Kompetenzen und Praxiszeiten anrechnen lassen. Sie erhalten in einem zweistufigen Verfahren entweder ein Zertifikat oder anschlie\u00dfend das Diplom.<sup> \u00a0<\/sup>Die Weiterbildungsakademie bietet eine Zertifizierung f\u00fcr Bildungs- und BerufsberaterInnen, die auf einem breiten Wissen in der Erwachsenenbildung aufbaut und in der zweiten Stufe eine Spezialisierung auf Beratung zul\u00e4sst.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">European Career Guidance Certificate<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das zweite System, das sich mit beruflichen Standards f\u00fcr Bildungs- und BerufsberaterInnen besch\u00e4ftigt, ist das europ\u00e4ische Zertifikat, das auf den sogenannten MEVOC-Standards (Quality Manual for Educational and Vocational Counselling) aufbaut, n\u00e4mlich das European Career Guidance Certificate, kurz ECGC.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die MEVOC-Standards, ein Leonardo da Vinci Projekt der Europ\u00e4ischen Union, wurden unter der Federf\u00fchrung \u00d6sterreichs (ibw &#8211; Institut f\u00fcr Bildungsforschung der Wirtschaft) in Zusammenarbeit mit 19 Partnerinstitutionen aus 9 L\u00e4ndern entwickelt. Diese MEVOC-Standards bezeichnen Qualit\u00e4tsstandards f\u00fcr Bildungs- und BerufsberaterInnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus den MEVOC-Standards wurde ein Kompetenzraster entwickelt, der sich in folgende Bereiche, n\u00e4mlich Bildung und Karriere, Beratungspraxis, Pers\u00f6nlichkeit und IKT-Kompetenzen gliedert. Diese vier Bereiche enthalten 12 Standards (die vielleicht treffender als Kompetenzbereiche zu bezeichnen sind) welche 35 erforderliche Kompetenzen umfassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zielgruppe dieses Zertifizierungsverfahrens sind Bildungs- und BerufsberaterInnen mit mindestens 500 Stunden Beratungserfahrung in Gruppen- oder Einzelberatung. Erg\u00e4nzend zu ihrer praktischen Erfahrung m\u00fcssen spezifische Weiterbildungsveranstaltungen f\u00fcr Bildungs- oder Berufsberatung absolviert worden sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Folge k\u00f6nnen die so erworbenen Kompetenzen durch ein Assessment-Center und einen Online Test f\u00fcr das ECGC-Zertifikat angerechnet werden. Ebenso richtet sich das Angebot an BeraterInnen, die nicht offiziell anerkannte oder verwandte Ausbildungen abgeschlossen haben (z.B. Coaching-Ausbildung), bzw. die mehrere Weiterbildungsveranstaltungen in verwandten Bereichen absolviert haben und sich als Bildungs- und BerufsberaterInnen zertifizieren lassen m\u00f6chten.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Der Universit\u00e4tslehrgang \u201eBildungs- und Berufsberatung\u201c als erfolgreiche Umsetzung des ECGC-Zertifikats<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Donau Universit\u00e4t Krems bietet seit Jahren einen Universit\u00e4tslehrgang auf Basis des ECGC-Zertifikats an. Dieser richtet sich an Bildungs- und Berufsberater\/innen im deutschsprachigen Raum, die Beratungserfahrung in Gruppen- oder Einzelberatung aufweisen und\/oder \u2013 erg\u00e4nzend zu ihrer praktischen Erfahrung \u2013 bereits spezifische, facheinschl\u00e4gige Weiterbildungsveranstaltungen oder nonformale Aus- und\/oder Weiterbildungen absolviert haben. Durch den Lehrgang und das europ\u00e4ische Zertifikat werden bereits vorhandene Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen sichtbar und belegbar gemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine ausf\u00fchrliche Analyse und einen Vergleich der beiden Zertifizierungssysteme bietet die Dissertation \u201eBildungs- und Berufsberatung in der \u00f6sterreichischen Erwachsenenbildung\u201c der Autorin.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">\u00dcber die Autorin:<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-5200\" src=\"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Havlik-DUK-98x120.jpg\" alt=\"Havlik DUK\" width=\"98\" height=\"120\" \/>Dr. Margit Maria Havlik<\/strong> (1971) ist Lektorin f\u00fcr Bildungs- und Berufsberatung und Erwachsenenbildung an verschiedenen \u00f6sterreichischen Universit\u00e4ten. Sie unterrichtet an der Donau Universit\u00e4t Krems Wissensmanagement f\u00fcr Bildungs- und BerufsberaterInnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Link zum Buch: <a href=\"http:\/\/amzn.to\/2kkTPHK\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong><span id=\"productTitle\" class=\"a-size-large\">Bildungs- und Berufsberatung in der \u00f6sterreichischen Erwachsenenbildung: Historie, Feldanalyse, Basiskompetenzen (Sozialwissenschaften heute)<\/span><\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weitere Informationen \u00fcber die <strong><a href=\"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/institut-niederoesterreich-duk-zentrum-fuer-kompetenz-und-organisationsentwicklung-2264\">Donau-Universit\u00e4t Krems<\/a><\/strong><\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fmagazin%2Fkompetenzrahmen-der-bildungs-und-berufsberatung-in-der-oesterreichischen-erwachsenenbildung%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; 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Das Feld der Beratung wird immer bedeutsamer. Eine Ursache daf\u00fcr k\u00f6nnte sein, dass die Alltags- Berufs- und Familiensituationen immer komplexer, un\u00fcberschaubarer, schwerer planbar und komplizierter wahrgenommen werden. 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