{"id":5742,"date":"2019-03-07T10:03:09","date_gmt":"2019-03-07T08:03:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/?p=5742"},"modified":"2018-11-21T16:08:35","modified_gmt":"2018-11-21T14:08:35","slug":"arbeiten-4-0-zwischen-kundenorientierung-und-mitarbeiterwuenschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/arbeiten-4-0-zwischen-kundenorientierung-und-mitarbeiterwuenschen\/","title":{"rendered":"Arbeiten 4.0: Zwischen Kundenorientierung und Mitarbeiterw\u00fcnschen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Siegeszug der digitalen Technologien ver\u00e4ndert au\u00dfer dem Gesch\u00e4ft der Banken auch die Arbeitsstrukturen und -beziehungen in ihnen. Das stellt das Personalmanagement vor neue Herausforderungen. Doch diese k\u00f6nnen \u201egemanagt\u201c werden. Davon ist Claudia Klug, Generalbevollm\u00e4chtigte der Bausparkasse und Koordinatorin des Personalmanagements bei Schw\u00e4bisch Hall, \u00fcberzeugt.<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Arbeitswelt der Zukunft wird durch die technischen Umw\u00e4lzungen radikal ver\u00e4ndert. Neue Berufsbilder entstehen, alte fallen weg. Neue Aufgaben und Arbeitspl\u00e4tze im digitalen Umfeld werden geschaffen, viele Routineaufgaben sollen dagegen Algorithmen und Programme \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele der derzeit g\u00e4ngigen Studien prophezeien einen Besch\u00e4ftigungsr\u00fcckgang. Doch ganz gleich, welche Untersuchung welche Zahlen \u00fcber wegfallende Arbeitspl\u00e4tze auch immer auff\u00fchrt: Wie die Besch\u00e4ftigungsbilanz in der digitalen \u00d6konomie tats\u00e4chlich ausfallen wird, haben die betroffenen Unternehmen selbst in der Hand: Sie k\u00f6nnen den Wandel in der Arbeitswelt (noch) weitgehend mitgestalten. Es ist also Zeit f\u00fcr eine Bestandsaufnahme in den Unternehmen und f\u00fcr die Frage: Lassen sich die Vorstellungen und Sorgen der Mitarbeiter und die W\u00fcnsche der Kunden \u00fcberhaupt zusammenbringen?<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Digital-Technik ist in den Banken bereits \u201eomnipr\u00e4sent\u201c<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fakt ist: Neue Technologien revolutionieren das Privatkundengesch\u00e4ft der Banken: Die Kunden w\u00e4hlen ihre Finanzpro\u00addukte und -l\u00f6sungen nicht mehr ausschlie\u00dflich in Bankfilialen, sondern auch situativ und mobil; sie entscheiden zunehmend autonom und w\u00fcnschen vollst\u00e4ndige Transparenz, z.B. \u00fcber die Kosten des Angebots. Die sinkende Loyalit\u00e4t erleichtert den Kunden das Abschiednehmen von der Hausbank. Kunden zu binden gelingt nur noch durch individuelle Beratung, Schnelligkeit im Service und wenn der Kunde einen Mehrwert erf\u00e4hrt. Daf\u00fcr m\u00fcssen Mitarbeiter und Technik der Bank \u201equalifiziert\u201c sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Sachen Technik ist Vieles l\u00e4ngst Standard: Gro\u00dfe Bankinstitute scannen Kunden- oder Bankschreiben seit mehr als einem Jahrzehnt zentral ein und machen sie \u00fcber einen zweiten Arbeitsplatz-Monitor ortsunabh\u00e4ngig lesbar. Vertriebspartner senden Kundenunterlagen l\u00e4ngst digital ein und sparen dadurch lange Postwege. Auch die Kreditbe\u00adarbeitung erfolgt seit Jahren teilautomatisiert oder in \u201eDunkel\u00adverarbeitung\u201c, solange es sich um Standardparameter handelt. Grenzf\u00e4lle greifen die Sachbearbeiter auf und bereiten sie f\u00fcr die weitere automatisierte Verarbeitung vor.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Neu: Digitalisierung der letzten Meile zum Verbraucher<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neu ist die Digitalisierung der letzten Meile zum Verbraucher. Dieser will und kann f\u00fcr den Weg zum Anbieter verschiedene physische und immer mehr technische Kan\u00e4le nutzen. Statt \u00fcber Bankfiliale und Hotline erfolgt die Interaktion verst\u00e4rkt \u00fcber Apps, Serviceportale und Chatfunktionen samt Video-Legitimation. Die zunehmende Unabh\u00e4ngigkeit von Filial\u00f6ffnungszeiten und die verst\u00e4rkte Echtzeit-Kommunikation mit Kunden haben im Gegenzug Konsequenzen f\u00fcr die Ablauforganisation in den Instituten. Darum stehen gerade Mitarbeiter und Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche mit ihrem gro\u00dfen Verwaltungsapparat und einer breiten Kundenbasis vor Ver\u00e4nderungen im Arbeitsablauf. Oft haben sie auch in Sachen Kundenorientierung noch einen weiten Weg, denn die Kunden vergleichen den Service ihrer Bank zunehmend mit dem Servicelevel von Online-H\u00e4ndlern, die diese Schnittstelle schon nahezu perfekt beherrschen. Gleichzeitig k\u00e4mpfen Finanzdienstleister noch mit tariflich gebundenen Arbeitszeiten, die zum Beispiel Samstagsarbeit nur in Ausnahmef\u00e4llen und nur mit Zuschl\u00e4gen zul\u00e4sst. Doch entlang von vier Leits\u00e4tzen oder Thesen l\u00e4sst sich die L\u00fccke zwischen Kundenorientierung einerseits und Mitarbeiterw\u00fcnschen andererseits vermessen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">These 1: Die Regelarbeitszeit bleibt nicht die Regel.<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht nur das ver\u00e4nderte Kundenverhalten f\u00fchrt zu Anpassungen in den Abl\u00e4ufen. Durch den kulturellen und gesellschaftlichen Wandel entstehen parallel neue Anspr\u00fcche der Mitarbeiter an Arbeit. So sind die Lebensentw\u00fcrfe individueller und vielf\u00e4ltiger geworden, klassische Rollenbilder weichen weiter auf. Der Wunsch nach einer ausgewogeneren Work-Life-Balance nimmt zu \u2013 bei der Generation Y, die in die Arbeitswelt hineinw\u00e4chst, genauso wie bei den 30- bis 50-J\u00e4hrigen, die gleichzeitig beruflich erfolgreich, privat aktiv und in ihrer Familie als Eltern pr\u00e4sent sein wollen. Ganz ehrlich: Ein Arbeitstag mit einer Regelarbeitszeit im Bankgewerbe von 7:48 Stunden wird dabei weder den Anspr\u00fcchen der Mitarbeiter noch den Aufgaben gerecht! Warum also nicht in Projekthochphasen zehn Stunden pro Tag voran\u00adkommen und in Projektpausen nach sechs Stunden mit den Kindern ins Freibad gehen? Warum trotz Vollzeit nicht an einem Wochentag fr\u00fcher nach Hause gehen, um die Kinder nach der Hausaufgaben\u00adbetreuung zu \u00fcbernehmen, und daf\u00fcr Freitagnachmittags den Wochenstatus f\u00fcr das Projekt zusammenfassen? Und warum nicht zur Betreuung der Eltern ein Jahr von 40 Regelwochenstunden auf 30 reduzieren, bis vor Ort die Betroffenen, die Nachbarschaftshilfe oder die ambulante Betreuung eingespielt ist? Und warum nur Reduktion? Warum nicht f\u00fcr ein Projekt mit strategischem Wert f\u00fcr sich 50 Wochenstunden definieren und planen \u2013 und diese in den Abendstunden vom heimischen Arbeitsplatz aus leisten?<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">These 2: Arbeitszeitmodelle helfen bei Kundenw\u00fcnschen rund um die Uhr<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schw\u00e4bisch Hall richtet gerade verst\u00e4rkt Telearbeitspl\u00e4tze z.B. f\u00fcr Mitarbeiter in der Kreditbearbeitung und mit l\u00e4ngeren Anfahrtswegen ein. Das erh\u00f6ht die verf\u00fcgbare Arbeitszeit f\u00fcr beide Seiten ohne das Freizeitkonto zu belasten. Und: Die an der Kundenschnittstelle auf Finanzdienstleister zukommende Samstags-, Feiertags- und Abendarbeit l\u00e4sst sich so schneller und pragmatischer vom Arbeitszimmer zuhause mit end-to-end-verschl\u00fcsselter Verbindung zur Hauptverwaltung erledigen als in einer leeren Firmenzentrale. Auch hier gilt wieder: Wer will nicht mal am Samstag arbeiten, um einen freien gemeinsamen Wochentag zu genie\u00dfen, wenn der Lebenspartner ebenfalls am Samstag f\u00fcr seine Firma arbeitet? Wer \u00fcbernimmt nicht mal eine Woche die Sp\u00e4tschicht bis 23 Uhr im Kundendialogcenter, wenn tags\u00fcber die Kinderkrippe geschlossen hat? Ein weiterer Schritt sind individualisierte Arbeitsvereinbarungen mit einem Zeitwertkonto, das angespart und aufgezehrt oder ausbezahlt werden kann. Damit k\u00f6nnen Unternehmen saisonale Arbeitsspitzen besser abfedern. Arbeitnehmer k\u00f6nnen auf einen Zeitpuffer zur\u00fcckgreifen, um auf Wunsch eine Zeitlang k\u00fcrzer zu treten \u2013 ohne finanzielle Einbu\u00dfen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">These 3: Lernen und Arbeiten geh\u00f6ren zusammen \u2013 und beides macht Spa\u00df<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der technologische und strukturelle Wandel wird Berufsbilder, Anforderungen und Standards ver\u00e4ndern. Arbeitsmarktforscher gehen davon aus, dass durch Automatisierung insbesondere mittlere T\u00e4tigkeiten mit hohem Routinegrad wegfallen und es zu einer Polarisierung kommen wird: zu einer relativen Zunahme von gering- sowie hochqualifizierter Besch\u00e4ftigung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dadurch werden andere Kompetenzen erforderlich \u2013 und es ver\u00e4ndern sich dadurch die Lerninhalte und -anwendungen. Parallel werden die Lernformen vielf\u00e4ltiger. F\u00fcr alle Besch\u00e4ftigten gilt: Der Bedarf an IT-Anwendungs\u00adkenntnissen und -Kompetenzen durch den technologischen Wandel sowie die immer k\u00fcrzer werdenden Innovationszyklen wird weiter zunehmen. Gefragt ist also eine zunehmende Tool-Kompetenz. Sie bef\u00e4higt dazu, neben den klassischen Anwendungen neue und deutlich mehr Datenbank-, Auswertungs-, Content- und Kollaborations-Tools bedienen und zwischen den Systemen springen zu k\u00f6nnen. Gleichzeitig l\u00f6sen sich alte Silos und Bereichsstrukturen auf. Die Mitarbeiter werden gemeinsam \u00fcber Unternehmens- und Organisationsgrenzen hinweg arbeiten, denn auch diese kooperativen Arbeitsformen werden an Bedeutung gewinnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb muss die vordringlichste Aufgabe f\u00fcr das Personalmanagement sein, die Qualifizierung der Mitarbeiter so zu gestalten, dass auch die heute noch nicht definierbaren k\u00fcnftigen Aufgaben machbar bleiben. Wichtig ist dabei die Einstellung: Jeder Mitarbeiter muss t\u00e4glich dazu lernen wollen. Warum also beim Thema \u201eLernen lernen\u201c nicht neue Methoden ausprobieren? Warum nicht im zuliefernden Fachbereich nebenan hospitieren und sein Netzwerk st\u00e4rken statt Fachseminare zu buchen? Warum nicht Kollegen mit Methodenskills zu einem Workshop bitten und die Methoden anwenden?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beide Seiten, Unternehmen und Mitarbeiter, m\u00fcssen F\u00e4higkeiten wie Probleml\u00f6sungskompetenz, Kreativit\u00e4t, Kommunikationsst\u00e4rke oder die F\u00e4higkeit zu ganzheitlichem und vernetztem Denken entwickeln \u2013 Kompetenzen, mit denen man f\u00fcr viele kommende Problemstellungen und Aufgaben gewappnet ist. Das klingt zun\u00e4chst klassisch und trocken, es kann aber auch einfach gehen und sogar Spa\u00df machen, wie einige Beispiele aus dem Arbeitsalltag bei Schw\u00e4bisch Hall zeigen:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>So helfen sich Teams angesichts neuer und schneller Entwicklungen gegenseitig durch so genannte \u201eLernfenster\u201c: Input durch einen Experten aus dem Haus zu aktuellen Themen, Projekten oder regulatorischen Fragestellungen, meist zwischen 15 bis 60 Minuten.<\/li>\n<li>Wer sein Wissen teilen will, meldet sich bei einer \u201eThemenb\u00f6rse\u201c an, die alle strategisch relevanten Fragestellungen aufnimmt und Teams einen schnellen \u00dcberblick \u00fcber vermittelbare Wissens-Bausteine gibt. Alle strategisch relevanten Themen k\u00f6nnen dadurch als Vortrag gebucht werden.<\/li>\n<li>Nachbarteams und -abteilungen nehmen gegenseitig an Teambesprechungen teil und halten sich so auf dem Laufenden. Gleichzeitig reduzieren sich so Schnittstellenprobleme auf das N\u00f6tigste.<\/li>\n<li>\u00c4hnlich wie in Lean-gef\u00fchrten Produktionsunternehmen aktualisieren rund 100 Teams ihren Wissensstand im 15-min\u00fctigen morgendlichen \u201eBlitzlicht\u201c, einem Stehmeeting, das allen Teammitgliedern einen kurzen \u00dcberblick \u00fcber alle aktuellen Aufgaben gibt.<\/li>\n<li>Der Lean-Management-Gedanke mit der Green- und Blackbelt-Ausbildung bringt zahlreiche Projekte und Untersuchungen hervor, die ihre Methoden gezielt f\u00fcr bereichs\u00fcbergreifende Fragestellungen oder Schnittstellenanalysen einsetzen und helfen die richtigen Fragen zu stellen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">These 4: Keine Angst vor dem permanenten Wandel<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Erm\u00f6glichen und Einfordern des lebenslangen, aber auch lebensaltersgerechten Lernens hilft dabei die Arbeitsmarktf\u00e4higkeit zu erhalten. Es muss dabei erstens der Grundsatz gelten, dass alle Mitarbeiter \u00fcber s\u00e4mtliche Alters- und Hierarchiegruppen hinweg entwickelt und gef\u00f6rdert werden. Zweitens braucht es die Eigenverantwortung der Mitarbeiter. Kommt beides zusammen, profitieren Unternehmen und Besch\u00e4ftigte gleicherma\u00dfen. So f\u00fchren die Potenzialf\u00f6rderprogramme bei Schw\u00e4bisch Hall heute dazu, dass auf allen F\u00fchrungsebenen vier von f\u00fcnf F\u00fchrungspositionen mit internen, gut vorbereiteten Nachwuchskr\u00e4ften besetzt werden k\u00f6nnen. Das entlastet das Unternehmen bei der Suche nach F\u00fchrungskr\u00e4ften, schafft einen Pool an angehenden F\u00fchrungskr\u00e4ften, f\u00fchrt zu einer einheitlicheren Kultur der F\u00fchrung und Zusammenarbeit in volatilen Zeiten und hilft, die Besetzungsdauer vakanter Stellen zu begrenzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um schnell und transparent auf geeignete interne Kandidaten zugreifen zu k\u00f6nnen, hat Schw\u00e4bisch Hall ein systematisches Aus- und Weiterbildungskonzept anhand von Kompetenzland\u00adkarten aufgelegt. Sie legen fest, welches Berufsbild und welche Stelle welches Mitarbeiterprofil ben\u00f6tigt. Diese Kompetenzlandkarte wird im Jahresgespr\u00e4ch zwischen Mitarbeiter und F\u00fchrungskraft abgeglichen. In diesem System sind k\u00fcnftige Kompetenzen schnell integrier- und handhabbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Begonnen wird mit der klaren Fokussierung auf die Lernf\u00e4higkeit der Mitarbeiter bereits bei ihrem Berufsstart in der klassischen Bankausbildung. Sie folgt dem Prinzip der Lernprozessbegleitung, bei der sich die Auszubildenden die Lerninhalte weitgehend selbstt\u00e4tig aneignen und die Ergebnisse ihrer Lern\u00adgruppe und ihren Ausbildern, den Lernprozessbegleitern, vorstellen. Diese neuen Auszubildenden\u00ad-Generationen sind im tempor\u00e4ren Projektgesch\u00e4ft zuhause und schaffen sich auch im eng getakteten Arbeitsalltag Freiraum f\u00fcr interessante Aufgaben. Sie haben keine Angst vor einem permanenten Wandel, eher davor, dass Routine-Arbeiten \u00fcberhand nehmen. Warum also nicht Auszubildende als Paten f\u00fcr Zukunftsthemen benennen? Warum nicht erfahrene Mitarbeiter mit jungen zusammen als Wissens-Tandem voneinander lernen lassen? Warum nicht gerade junge Nachwuchskr\u00e4fte offene Fragestellungen \u201eanbohren\u201c zu lassen, bevor sie von Linienabteilungen abgearbeitet werden?<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Erfolgsbausteine auf dem Weg zur Arbeit 4.0<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus der Sicht des Personalmanagements ist klar: Leistungsf\u00e4hige und -willige Mitarbeiter zu gewin\u00adnen, zu halten und weiterzuentwickeln wird zu <em>dem<\/em> Erfolgsfaktor der Zukunft. Entsprechend stellen sich auch neue Anforderungen an die Personalarbeit. Die Bausparkasse Schw\u00e4bisch Hall hat bereits vor zehn Jahren begonnen, die demografische Entwicklung aktiv zu \u201emanagen\u201c, um sich f\u00fcr die Zukunftsthemen Fachkr\u00e4ftemangel, alternde Belegschaft und Lebenslanges Lernen zu wappnen. Die Orientierung an Lebensphasen ber\u00fccksichtigt alle Episoden des Erwerbslebens vom Ausbildungsstart bis zum Eintritt in den Ruhestand. Entsprechend vielf\u00e4ltig sind die zum Teil seit langem etablierten Bausteine im modernen Personalmanagement. Das bringt beim Weg zur Arbeit 4.0 einen gro\u00dfen Startvorteil. Noch ist dieser Weg nicht in G\u00e4nze klar erkennbar. Deshalb gilt die Regel, agil zu bleiben, regelm\u00e4\u00dfig den Standort zu bestimmen und die Unternehmensziele neu zu justieren. Dabei helfen verschiedene Bausteine, die sich in jeder Unternehmenskultur flexibel ausbauen oder erg\u00e4nzen lassen:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Wissenstandems sorgen f\u00fcr eine strukturierte Weitergabe von Informationen, bevor ein Wissenstr\u00e4ger altersbedingt das Unternehmen verl\u00e4sst, indem rechtzeitig, das hei\u00dft \u00fcberlappend, ein j\u00fcngerer Kollege auf den Job vorbereitet wird und Wissenstr\u00e4ger und -empf\u00e4nger als Team an denselben Aufgaben zusammenarbeiten.<\/li>\n<li>Aufgaben, die viele Mitarbeiter betreffen und die nicht von einem Einzelbereich verant\u00adwortet werden, \u00fcbernehmen so genannte Netzwerkgruppen. Sie bringen verschiedene Perspektiven ein, erarbeiten eine L\u00f6sung und \u00fcbergeben sie dadurch mit kleinstm\u00f6glicher Reibung in die Linienarbeit.<\/li>\n<li>Das Gesundheitsmanage\u00adment sorgt mit daf\u00fcr, dass die Mitarbeiter unter den anspruchs\u00advollen Bedingungen der Arbeit 4.0 physisch und psychisch leistungs\u00adf\u00e4hig bleiben. Denn auch hier gilt: Jeder ist f\u00fcr seine Gesundheit (auch) selbst verantwortlich. Der Fokus liegt auf der individuellen Gesunderhaltung jedes Einzelnen (\u201eMensch in Balance\u201c), aber auch auf gesundem F\u00fchrungsverhalten (\u201eF\u00fchrung in Balance\u201c) und einer gesundheits\u00adf\u00f6rdernden Teamsituation (\u201eTeam in Balance\u201c). Es bietet daneben konkrete Unterst\u00fctzung im oder nach einem akuten Krankheitsfall oder in mentalen Krisensituationen.<\/li>\n<\/ul>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Die Arbeit 4.0 ist anders, doch sie geht nicht aus<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klar ist: Die Antworten auf das Arbeiten 4.0 k\u00f6nnen nicht die alten sein, aber viele neue Antworten liegen schon vor, andere entstehen durch die L\u00f6sung konkreter Themen. Jetzt geht es darum, diese Erkenntnisse in den Unternehmensalltag zu integrieren und die organisatorischen und technischen Voraussetzungen zu schaffen \u2013 bei der Lernkultur und bei der Flexibilisierung von Arbeitszeit, Arbeitsort und Arbeits\u00adstrukturen. Die Arbeit 4.0 wird anders aussehen als heute, aber sie wird nicht ausgehen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">\u00dcber die Autorin:<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-5743\" src=\"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Klug-Claudia-120x120.jpg\" alt=\"Klug, Claudia\" width=\"120\" height=\"120\" \/>Claudia Klug<\/strong> ist Generalbevollm\u00e4chtigte der Bausparkasse und Koordinatorin des Personalmanagements bei Schw\u00e4bisch Hall.<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fmagazin%2Farbeiten-4-0-zwischen-kundenorientierung-und-mitarbeiterwuenschen%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; 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