{"id":6077,"date":"2019-06-11T10:25:46","date_gmt":"2019-06-11T08:25:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/?p=6077"},"modified":"2019-02-17T19:39:23","modified_gmt":"2019-02-17T17:39:23","slug":"die-angst-des-verkaeufers-vor-dem-nichtabschluss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/die-angst-des-verkaeufers-vor-dem-nichtabschluss\/","title":{"rendered":"Die Angst des Verk\u00e4ufers vor dem Nichtabschluss"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Welche Auswirkungen hat es f\u00fcr ein Unternehmen, wenn seine Verk\u00e4ufer zu nett und nachgiebig sind, vorschnell Rabatte geben oder zwar Angebote, aber keine Auftr\u00e4ge schreiben? Den Verkaufszahlen und -zielen kommt solches Tun jedenfalls nicht zugute. Doch w\u00e4re es zu einfach, die Verantwortung allein den Verk\u00e4ufern anzulasten. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verk\u00e4ufer m\u00fcssen verkaufen. Das ist ihr Beruf, ihr Arbeitsfeld. Doch immer wieder kommt es vor, dass sich Verk\u00e4ufer dabei selbst im Wege stehen. Obwohl sie sich ihrer Aufgabe bewusst sind, agieren sie nicht immer zielf\u00fchrend f\u00fcr ihr Unternehmen. Aufgrund ihrer Pers\u00f6nlichkeitsstruktur, eingefahrener Handlungsabl\u00e4ufe und intuitiver Denkmuster, verfolgen sie meist unbewusst eine f\u00fcr sie bequemere Variante. Unternehmer und Vertriebsverantwortliche sollten diese Gefahren f\u00fcr den Verkaufserfolg kennen und sich damit auseinandersetzen. Vor allem aber d\u00fcrfen sie ihre Verk\u00e4ufer in diesem Dilemma nicht allein lassen. Drei typische Verk\u00e4ufer-Angst-Situationen sollen dazu im Folgenden n\u00e4her betrachtet und L\u00f6sungswege daraus aufgezeigt werden.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>\n<h2>Wenn Ihre Verk\u00e4ufer zu lieb sind und zu hohe Rabatte geben<\/h2>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eink\u00e4ufer, die nicht nach einem Rabatt fragen, haben den falschen Job. Schlie\u00dflich ist es ihre Aufgabe, zu m\u00f6glichst g\u00fcnstigen Preisen einzukaufen. Doch die entscheidende Frage ist, wie schnell Verk\u00e4ufer Rabatte regelrecht \u201everteilen\u201c und wie oft sie viel zu hohe Rabatte geben. Wird der Verk\u00e4ufer nach seinem Motiv befragt, lautet dann meist die typische Antwort: \u201eIch h\u00e4tte den Auftrag sonst nicht bekommen\u201c. Oft sind es auch weitere in Aussicht gestellte Gesch\u00e4fte, die zu preislichen Zugest\u00e4ndnissen f\u00fchren oder die Grundsatzannahme: \u201eJa, wollen wir nun den Auftrag haben \u2013 oder nicht?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht immer sind sich Verk\u00e4ufer \u00fcber die betriebswirtschaftlichen Folgen einer unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Rabattierung im Klaren. H\u00e4ufig fehlen ihnen schl\u00fcssige Argumente, um zu erkl\u00e4ren, warum sie im Verh\u00e4ltnis zum Mitbewerber teurer sind. Auch dass sie endlich den Auftrag haben wollen (oder m\u00fcssen, um ihre Planvorgabe zu erreichen) und keine weitere Zeit investieren k\u00f6nnen, ist ein wichtiger Grund, weswegen Verk\u00e4ufer zu schnell und zu hohe Rabatte geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch Umsatz allein reicht nicht. Entscheidend ist, was unterm Strich \u00fcbrigbleibt. Darum m\u00fcssen Verk\u00e4ufer \u00fcber klare Strategien verf\u00fcgen, um die kalkulierten Preise auch durchsetzen zu k\u00f6nnen. Verk\u00e4ufer m\u00fcssen stolz auf ihre (hohen) Preise sein. Stehen sie nicht dazu, ist die Gefahr gro\u00df, dass sie in der Preisverhandlung vorschnell einknicken, umso mehr, wenn sie auf den Auftrag angewiesen sind. Verg\u00fctungsmodelle rein nach Umsatz statt Deckungsbeitrag unterst\u00fctzen die \u201eRabattitis\u201c. Stehen hingegen Verk\u00e4ufer zu ihren Preisen \u2013 und sind von diesen selbst \u00fcberzeugt, dann lassen sich Preisverhandlungen deutlich sicherer gestalten.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Was bedeutet das f\u00fcr Sie und Ihr Verkaufsteam?<\/h3>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Stellen Sie sicher, dass alle Mitarbeiter mit Kundenkontakt souver\u00e4ne und wertsch\u00e4tzende Antworten haben, wenn Kunden Preise hinterfragen.<\/li>\n<li>Besprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern Strategien, wie Sie mit Rabattforderungen auf Augenh\u00f6he umgehen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>\u00dcberpr\u00fcfen Sie, ob Sie neue Kundengruppen erschlie\u00dfen k\u00f6nnen, die eine h\u00f6here Preisbereitschaft haben.<\/li>\n<\/ul>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"2\">\n<li>\n<h2>Wenn Ihre Verk\u00e4ufer lieber Angebote statt Auftr\u00e4ge schreiben<\/h2>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zeit ist das wertvollste, was Verk\u00e4ufer haben. Entsprechend m\u00fcssen sie diese m\u00f6glichst mit umsatz- bzw. gewinnbringenden Aktivit\u00e4ten f\u00fcllen. Schriftliche Angebote zu erstellen geh\u00f6rt ganz sicher dazu. Aber Vorsicht: Nicht jedes Angebot f\u00fchrt zu einem Auftrag. Das ist nachvollziehbar. Deshalb sollte vor jeder Angebotserstellung abgesch\u00e4tzt werden, ob \u00fcberhaupt Aussicht darauf besteht, dass sich der Aufwand auch lohnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gr\u00fcnde, den Wunsch nach einem schriftlichen Angebot zu erf\u00fcllen, gibt es viele. Oft will der Verk\u00e4ufer einfach pr\u00e4sent sein, auch wenn eine Anfrage noch nicht pr\u00e4zise formuliert ist. Was soll denn der Anfragende denken, wenn wir kein Angebot schicken? Es ist ja immerhin eine Chance! Wir sollten doch froh sein, dass wir \u00fcberhaupt gefragt werden!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solche und \u00e4hnliche \u00dcberlegungen f\u00fchren zu vorschnellen schriftlichen Angeboten, die erst beim Nachfassen zu verwertbaren Erkenntnissen f\u00fchren. Oft will der Kunde nicht mehr kaufen, weil er in einer anderen Preiskategorie angesiedelt ist, oder eine Investition ist \u00fcberhaupt noch nicht spruchreif. H\u00e4ufig deckt sich die Erstanfrage auch nicht mit dem tats\u00e4chlichen Bedarf bzw. der angestrebten L\u00f6sung. Somit wird das abgegebene Angebot hinf\u00e4llig bzw. muss v\u00f6llig neu erarbeitet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um solche Doppelarbeit zu vermeiden und im Zweifelsfalle den Wunsch nach einem schriftlichen Angebot auch wertsch\u00e4tzend ablehnen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen Verk\u00e4ufer bei Anfragen m\u00f6glichst fr\u00fch herausfinden, was gegen eine Zusammenarbeit sprechen k\u00f6nnte. Soll andererseits aus einem Angebot ein Auftrag werden, d\u00fcrfen Verk\u00e4ufer nicht einfach nach dem Motto \u201eWenn der Kunde das so will, dann biete ich ihm das auch so an!\u201c verfahren. Vielmehr m\u00fcssen sie mit dem Kunden gemeinsam herausfinden, was dieser will und braucht. Dies kann zu einer kleineren oder auch gr\u00f6\u00dferen L\u00f6sung als urspr\u00fcnglich gedacht f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">M\u00f6gliche kritische Punkte aus Sicht des Verk\u00e4ufers sollte dieser offen ansprechen, beispielsweise den Preisrahmen oder die voraussichtliche Lieferzeit schon im Erstgespr\u00e4ch nennen. Denn liegen die Anforderungen des Kunden und die M\u00f6glichkeiten des Verk\u00e4ufers zu weit auseinander, kann meistens auch ein schriftliches Angebot diese L\u00fccke nicht mehr schlie\u00dfen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Was bedeutet das f\u00fcr Sie und Ihr Verkaufsteam?<\/h3>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Besch\u00e4ftigen Sie sich mit Statistik: Wie viele Angebote sind n\u00f6tig, bis es zu einem Auftrag kommt? Was sind die Gr\u00fcnde, weswegen es nicht zu einem Auftrag gekommen ist?<\/li>\n<li>\u00dcberlegen Sie, wie sich Ihr Unternehmen von Anfang des Angebotsprozesses an besser inszenieren und dem Kunden das Gef\u00fchl zu vermitteln kann: \u201eWenn ich hier nicht kaufe, begehe ich einen Fehler!\u201c<\/li>\n<li>Stellen Sie sicher, dass Angebote professionell nachgefasst werden. Wer Angebote nicht nachfasst, muss sich die Frage gefallen lassen, warum er\/sie dann \u00fcberhaupt ein Angebot geschrieben hat, wenn ihm\/ihr offensichtlich der Auftrag egal ist.<\/li>\n<\/ul>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"3\">\n<li>\n<h2>Wenn Ihre Verk\u00e4ufer ein Konjunkturprogramm f\u00fcr Ihre Mitbewerber starten<\/h2>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00e4ufig wird von Verk\u00e4ufern das Thema systematische Neukundengewinnung vernachl\u00e4ssigt. Daf\u00fcr gibt es unterschiedliche Gr\u00fcnde. Gar nicht so selten haben selbst langj\u00e4hrige Verk\u00e4ufer Angst vor der Ansprache fremder Menschen und k\u00f6nnen mit einer Ablehnung nicht gut umgehen. Andere wieder bef\u00fcrchten, dass gleich beim Erstkontakt ein zu niedriger Preis erwartet wird und dann die Argumente fehlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anbieter d\u00fcrfen aber nicht vergessen, dass es keine sicheren Kunden gibt. Es kann von heute auf morgen passieren, dass ein wichtiger Kunde wegbricht. Dabei muss noch nicht einmal der Verk\u00e4ufer etwas falsch gemacht haben. Ein Kunde wird von einem anderen Unternehmen aufgekauft, geht in die Insolvenz oder der Eink\u00e4ufer wechselt und will mit neuen Lieferanten arbeiten. Betreiben Verk\u00e4ufer erst dann Neukundenakquise, wenn sie wirklich Umsatz brauchen, stehen sie unter Druck. Verk\u00e4ufer, die auf Auftr\u00e4ge angewiesen sind, wirken auf ihren Verhandlungspartner nicht attraktiv und oft genug erkaufen sie sich neue Kunden nur \u00fcber hohe Rabatte. Wer sich hingegen regelm\u00e4\u00dfig bei potentiellen Kunden ins Gespr\u00e4ch bringt, seine entscheidenden Mehrwerte kennt und kommuniziert, wird automatisch \u00fcber kurz oder lang neue Kunden gewinnen. Denn wer auf neue Kunden nicht krampfhaft angewiesen ist, tritt souver\u00e4ner auf und steigert so seine Attraktivit\u00e4t bei seinen Wunschkunden.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Was bedeutet das f\u00fcr Sie und Ihr Verkaufsteam?<\/h3>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Geben Sie Ihren Verk\u00e4ufern Zeit f\u00fcr die Neukundengewinnung. Fordern Sie aber gleichzeitig den regelm\u00e4\u00dfigen Nachweis ihrer Aktivit\u00e4ten ein.<\/li>\n<li>Identifizieren Sie gemeinsam Wunschkunden und besprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern Strategien zur Neukundengewinnung.<\/li>\n<li>\u00dcberlegen Sie sich Kundenbindungsma\u00dfnahmen f\u00fcr Ihre besten Kunden \u2013 denn Ihre besten Kunden sind die Wunschkunden Ihrer Mitbewerber.<\/li>\n<\/ul>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Wertsch\u00e4tzung macht stark \u2026<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2026 und Umsatz. Verk\u00e4ufer k\u00f6nnen nur so gut sein, wie das Unternehmen und die Verantwortlichen, die dahinterstehen. Der Erfolg des Verk\u00e4ufers beruht nicht zuletzt darauf, dass er in seiner Person das Bindeglied zwischen zwei Gesch\u00e4ftsbetrieben bildet. Wie jeder Mensch, verf\u00fcgt er \u00fcber St\u00e4rken und Schw\u00e4chen. Werden letztere von seinem Unternehmen nicht nur wahrgenommen, sondern durch entsprechende Unterst\u00fctzung und durch gute Strategien positiv beeinflusst, kann daraus eine langfristig gewinnbringende Konstellation erwachsen. F\u00fcr den Verk\u00e4ufer, f\u00fcr den Unternehmer und nicht zuletzt auch f\u00fcr den Kunden. Denn Gemeinsamkeit macht stark.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">\u00dcber den Autor:<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-5573\" src=\"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Oliver-Schumacher-Portrait-Homepage-2016_kl-120x120.jpg\" alt=\"Oliver Schumacher\" width=\"120\" height=\"120\" \/>Ehrlichkeit verkauft. Das ist das Credo des vielfachen Autors, Verkaufstrainers und Redners <strong>Oliver Schumacher<\/strong>. Seine Mission ist nicht nur, dass Unternehmen ihre vertrieblichen Ziele dauerhaft erreichen, sondern auch dass Verk\u00e4ufer in Zukunft einen h\u00f6heren gesellschaftlichen Stellenwert genie\u00dfen. Der Mittvierziger arbeitete selbst \u00fcber 10 Jahre \u00fcberdurchschnittlich erfolgreich im Verkauf f\u00fcr einen Markenartikler. Er ist Sprechwissenschaftler (M.A.) und Diplom-Betriebswirt (FH).<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fmagazin%2Fdie-angst-des-verkaeufers-vor-dem-nichtabschluss%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fmagazin%2Fdie-angst-des-verkaeufers-vor-dem-nichtabschluss%2F&text=Die%20Angst%20des%20Verk%C3%A4ufers%20vor%20dem%20Nichtabschluss\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; 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Den Verkaufszahlen und -zielen kommt solches Tun jedenfalls nicht zugute. Doch w\u00e4re es zu einfach, die Verantwortung allein den Verk\u00e4ufern anzulasten. Verk\u00e4ufer m\u00fcssen verkaufen. Das ist ihr Beruf, ihr Arbeitsfeld. 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