{"id":6287,"date":"2019-09-11T10:34:27","date_gmt":"2019-09-11T08:34:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/?p=6287"},"modified":"2019-06-03T16:41:10","modified_gmt":"2019-06-03T14:41:10","slug":"einsatzfelder-von-ki-bzw-denkender-maschinen-nicht-nur-bei-der-beratung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/einsatzfelder-von-ki-bzw-denkender-maschinen-nicht-nur-bei-der-beratung\/","title":{"rendered":"Einsatzfelder von KI bzw. denkender Maschinen \u2013 nicht nur bei der Beratung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Viele Unternehmen werden k\u00fcnftig beim Gestalten ihrer Gesch\u00e4ftsprozesse auch auf k\u00fcnstliche Intelligenz setzen. Damit einher geht ein gro\u00dfer Change-Management-Bedarf in den Unternehmen, aber auch die Beraterbranche muss sich hierauf einstellen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wirkt etwas verr\u00fcckt, was uns der Regisseur Spike Jonze in seinem 2013 produzierten Film \u201eHer\u201c zum Thema k\u00fcnstliche Intelligenz erz\u00e4hlt: Theodore Twombly, der Hauptcharakter des Films, verliebt sich in Samantha, ein Betriebssystem auf seinem Rechner, mit dem er via Headset und Videokamera kommuniziert. Samantha ist eine k\u00fcnstliche Intelligenz. Sie lernt \u00fcber die soziale Interaktion mit Theodore und ihr Verhalten wird immer menschlicher. Am Ende ist Theodore in die k\u00fcnstliche Intelligenz verliebt und beginnt sogar, eine intime Beziehung mit Samantha aufzubauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon klar, wir sprechen hier von einem Film, der nicht den Anspruch erhebt, in allen Punkten der Realit\u00e4t zu entsprechen. Doch wie weit sind wir 2019, ein halbes Jahr nachdem in Japan ein Mann ein Hologramm zur Frau nahm, von einem solchen Szenario entfernt? Wie intelligent ist heute bereits die k\u00fcnstliche Intelligenz und wie gut kann sie mit uns kommunizieren?<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Was ist k\u00fcnstliche Intelligenz \u00fcberhaupt?<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um diese Fragen zu beantworten, muss zun\u00e4chst die Frage gekl\u00e4rt werden: Was ist \u00fcberhaupt k\u00fcnstliche Intelligenz? Das ist nicht einfach, denn der Begriff k\u00fcnstliche Intelligenz, kurz KI, ist nicht einheitlich definiert \u2013 auch weil die KI-Forschung, seit ihren Anf\u00e4ngen in den 1950er Jahren, eine interdisziplin\u00e4re ist. F\u00fcr die praktische Anwendung hat sich jedoch folgende Definition als sinnvoll erwiesen: \u201eK\u00fcnstliche Intelligenz ist die Eigenschaft eines IT-Systems, menschen\u00e4hnliche, intelligente Verhaltensweisen zu zeigen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele Systeme, die wir f\u00fcr intelligent halten, setzen gar nicht auf k\u00fcnstliche Intelligenz. Diktierfunktionen und Sprachsteuerung sind f\u00fcr uns zwar hilfreich, jedoch nicht Ausdruck eines intelligenten Sprachverst\u00e4ndnisses. Sie arbeiten bisher vielmehr mit voreingestellten Stichworten, die bestimmte Funktionen ansteuern, wie beispielsweise \u201eWecker auf 7 Uhr stellen\u201c oder \u201eLampe an\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Etwas genauer betrachtet, beschreibt der Begriff k\u00fcnstliche Intelligenz Informatikanwendungen, die das Zeigen intelligenter Verhaltensweisen zum Ziel haben. Dies setzt folgende vier Kernf\u00e4higkeiten voraus:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>wahrnehmen,<\/li>\n<li>verstehen,<\/li>\n<li>handeln und<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie erweitern das Grundprinzip \u201eEingabe, Verarbeitung, Ausgabe\u201c aller EDV-Systeme. K\u00fcnstliche Intelligenz soll Menschen beim Erreichen ihrer Ziele unterst\u00fctzen \u2013 nicht \u00fcberfl\u00fcssig machen. Um Menschen jedoch optimal unterst\u00fctzen zu k\u00f6nnen, sind die genannten Kernf\u00e4higkeiten n\u00f6tig. Das wirklich neue an den heutigen KI-Systemen ist das Lernen und damit verbunden das Verstehen.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Lernende Maschinen und Systeme \u2013 f\u00fcr den Menschen?<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Moderne Systeme k\u00f6nnen in der Verarbeitungskomponente trainiert werden, immer bessere Ergebnisse zu erzielen \u2013 und zwar in der Regel bessere als mit herk\u00f6mmlichen Verfahren. Letztere basieren n\u00e4mlich im Wesentlichen auf starren, klar definierten und festprogrammierten Regelwerken (wenn\u2026, dann\u2026). Beispiele hierf\u00fcr sind die Bild- und Spracherkennung. KI-Systeme hingegen erkennen nicht nur Buchstaben in einem Bild, sie wissen auch, was das Wort \u201eBeschwerde\u201c in einem eingescannten Brief bedeutet und k\u00f6nnen einen Beschwerdevorgang einleiten. Und oft sind sie viel leistungsf\u00e4higer als Menschen \u2013 zum Beispiel, wenn es darum geht, Millionen Webseiten zu durchsuchen und alle Bilder zur Verf\u00fcgung zu stellen, die einen Hund zeigen. F\u00fcr Menschen w\u00e4re das unm\u00f6glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Moderne KI-Systeme werden aktuell zur Erg\u00e4nzung einer eindeutigen Systemsteuerung eingesetzt. Dabei ist das Besondere an ihnen, dass sie w\u00e4hrend der Testphase und im laufenden Betrieb anhand ihrer Fehler bzw. anhand eines Feedbacks lernen.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Maschinen lernen \u00e4hnlich wie Menschen<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Maschinen lernen im Prinzip \u00e4hnlich wie Menschen. So kann ein Computerprogramm beispielsweise lernen, bestimmte Objekte zu erkennen. Dazu wird es zun\u00e4chst mit Daten gef\u00fcttert und trainiert. Ihm wird zum Beispiel gesagt, welches Objekt ein Pferd ist und welches nicht. Danach erh\u00e4lt das Programm regelm\u00e4\u00dfig eine R\u00fcckmeldung vom Programmierer, ob es die Unterscheidung \u201ePferd\u201c und \u201ekein Pferd\u201c richtig traf. Dieses Feedback nutzt der Algorithmus, um sich selbst so lange zu verbessern, bis er am Ende sichere die Unterscheidung \u201ePferd\u201c und \u201ekein Pferd\u201c trifft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Machine Learning Systeme bestehen in der Regel aus drei Komponenten:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>aus einem Modell, das Vorhersagen und Identifikationen trifft,<\/li>\n<li>aus Parametern, also Signalen oder Faktoren, die vom System genutzt werden, um Entscheidungen zu treffen, und<\/li>\n<li>aus dem lernenden System.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das lernende System passt die Parameter und somit auch das Modell an, indem es sich die Unterschiede zwischen der Vorhersage und dem tats\u00e4chlichen Ergebnis anschaut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu Beginn des Modells wird h\u00e4ufig eine Prognose aufgestellt, die f\u00fcr eine bestimmte Situation gilt. Anfangs weichen die Ergebnisse noch oft von der Prognose ab. Das System muss also lernen. Dazu \u00fcberpr\u00fcft es die eingespeisten Daten kontinuierlich und lernt aus ihnen. Hierzu werden mit Hilfe mathematischer Algorithmen die urspr\u00fcnglichen Annahmen angepasst und so das Modell immer weiter optimiert.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">KI in (Dienstleistungs-)Unternehmen<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insbesondere Dienstleistungsunternehmen wie Banken und Versicherungen investieren heute bereits viel Zeit und Geld in k\u00fcnstliche Intelligenz. Sie setzen beispielsweise auf KI-Disziplinen wie Robotic Process Automation (RPA), Knowledge-Management-Software, digitale Assistenten und Predictive Analytics. Dabei sehen sie den k\u00fcnftigen Nutzen der k\u00fcnstlichen Intelligenz vor allem im Kontakt mit den Kunden. Mit Hilfe der KI sollen die Produkte und Kundenansprache individueller gestaltet werden. Dabei werden die Kunden heute jedoch noch meist von pers\u00f6nlichen Kundenberatern bedient; die KI hat sozusagen nur eine Unterst\u00fctzungsfunktion \u2013 auch weil es auf Menschen meist befremdlich wirkt, sich mit einer Computerstimme zu unterhalten, die unsere nat\u00fcrliche Sprache nicht versteht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Google stellte jedoch auf der Developer Conference 2018 mit Google Duplex eine Technologie vor, mit der es m\u00f6glich ist, nat\u00fcrliche Gespr\u00e4che zu f\u00fchren und echte Aufgaben \u00fcber das Telefon ausf\u00fchren zu lassen. Das Video, in dem Google Duplex vorgestellt wird, erzielte bei YouTube \u00fcber 2,5 Millionen Aufrufe*. Beim Anschauen wird schnell klar: Menschen k\u00f6nnen die Computerstimme nicht von der Stimme eines echten Menschen unterscheiden, und das System versteht echte menschliche Sprache und reagiert passend hierauf. Es vereinbart beispielsweise f\u00fcr seinen Nutzer einen Friseurtermin oder bestellt einen Restauranttisch.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">KI-Systeme \u00fcbernehmen menschliche Aufgaben<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb ist es vorstellbar, dass das System in Zukunft auch von Unternehmen \u2013 nicht nur Banken und Versicherungen \u2013 eingesetzt wird, beispielsweise um telefonisch Bestellungen, Beschwerden oder Schadensmeldungen aufzunehmen und zu be- oder verarbeiten. Dabei lernt das System st\u00e4ndig durch das Feedback der Anrufer hinzu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der britische Mathematiker und Informatiker Alan Turing, einer der einflussreichsten Theoretiker der fr\u00fchen Computerentwicklung, entwickelte 1950 den Turing-Test. Er soll feststellen, ob ein Computer ein mit Menschen vergleichbares Denkverm\u00f6gen hat und von Menschen somit nicht mehr unterscheidbar ist. Erkennt ein menschlicher Fragesteller nicht mehr, ob er mit einem Menschen oder einer Maschine kommuniziert, gilt der Test als bestanden. Legt man alleine dieses Kriterium zugrunde, hat Google Duplex den Turing-Test bestanden, denn: Zumindest in dem Video merken die Personen am anderen Ende der Telefonleitung nicht, dass sie mit einer k\u00fcnstlichen Intelligenz sprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Turing-Test ist jedoch umstritten, weil er nur die Funktionalit\u00e4t eines Systems pr\u00fcft, jedoch nicht, ob die k\u00fcnstliche Intelligenz auch \u00fcber ein Bewusstsein und eine Intentionalit\u00e4t verf\u00fcgt. Au\u00dferdem basiert er in seiner Grundform lediglich auf einer Konversation per Tastatur und Bildschirm: Er bezieht keinen H\u00f6r- und Sehkontakt zwischen den Teilnehmern ein. Bei Google Duplex geht es lediglich um den akustischen Kontakt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch wurde der Test real bestanden? Das bleibt fraglich, denn: Google Duplex kann Gespr\u00e4che nur f\u00fchren, wenn es im betreffenden Bereich gr\u00fcndlich geschult wurde. Das System kann nicht allgemein Gespr\u00e4che f\u00fchren. Au\u00dferdem ist die Kommunikation bislang auf weniger als eine Minute begrenzt. Deshalb hat Google Duplex den Turing-Test eigentlich nicht bestanden, denn das System bek\u00e4me Probleme, wenn es ein l\u00e4ngeres Gespr\u00e4ch f\u00fchren m\u00fcsste oder ein Gespr\u00e4ch zu einem anderen Thema.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotzdem k\u00f6nnte zum Beispiel das Annehmen von Schadensmeldungen oder Beschwerden ein k\u00fcnftiges KI-Einsatzfeld seine \u2013 sofern das System hierf\u00fcr trainiert wurde. Dies w\u00e4re auch bezogen auf andere Themen m\u00f6glich. Hieraus ergeben sich auch Einsatzm\u00f6glichkeiten im und f\u00fcr das Change-Management.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Bedeutung f\u00fcr das Change Management<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei sollte die Bedeutung des Themas KI f\u00fcr das Change-Management von zwei Seiten betrachtet werden: Zum einen ist mit der Einf\u00fchrung und dem Einsatz von k\u00fcnstlicher Intelligenz im Unternehmenskontext ein Ver\u00e4nderungsprozess verbunden. Dieser muss gestaltet und begleitet werden. Zum anderen muss sich jedoch auch die Beratungsbranche selbst dem Einsatz von KI \u00f6ffnen, denn sie wird k\u00fcnftig auch beim Beraten (nicht nur) zum Thema Ver\u00e4nderung eine wesentliche Rolle spielen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Einsatz k\u00fcnstliche Intelligenz bedingt zwangsl\u00e4ufig einen Ver\u00e4nderungsprozess in den Unternehmen, und genau darin sehen einer Erhebung des Research-Unternehmens Forrester aus dem Jahr 2017 zufolge sehr viele Entscheider eine gro\u00dfe H\u00fcrde \u2013 zumindest wenn das Ziel des KI-Einsatzes lautet: Bisher von Menschen verrichtete Arbeiten werden von Maschinen \u00fcbernommen, denn dann werden Menschen nur noch zu Beginn ben\u00f6tigt, um das System zu trainieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit einher geht au\u00dfer einer \u00c4nderung der Gesch\u00e4ftsprozesse, auch ein Wandel der Unternehmenskultur. Allein schon deshalb m\u00fcssen die betroffenen Menschen in den jeweiligen Unternehmen an dem Prozess beteiligt werden. Was dies genau bedeutet, muss im Einzelfall entschieden werden. Ein Patentrezept f\u00fcr die Begleitung eines solchen Wandels gibt es nicht. Umso wichtiger ist es, sich dessen bewusst zu werden, dass die Einf\u00fchrung von k\u00fcnstlicher Intelligenz zwangsl\u00e4ufig ein zielgerichtetes Change-Management erfordert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einem solchen Wandel steckt aktuell bereits die Finanzbranche \u2013 unter anderem, weil FinTechs in vielen Bereichen die Marktmacht der tradierten Institute in Frage stellen mit ihrer agilen und kundenorientierten Arbeitsweise. Deshalb werden auch die etablierten Institute k\u00fcnftig verst\u00e4rkt auf KI setzen und so versuchen, sich auch als technologisch innovative Dienstleister zu profilieren.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Berater m\u00fcssen sich mit KI-Einsatz befassen<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben dem Finanzdienstleistungssektor ist auch die Consultingbranche von dem Wandel betroffen. Auch sie muss sich Gedanken \u00fcber den Einsatz k\u00fcnstlicher Intelligenz machen, denn auch in ihr spielt die Schnittstelle zum Kunden eine zentrale Rolle. Bislang sind die m\u00f6glichen Einsatzgebiete solcher Systeme wie Google Duplex zwar noch sehr beschr\u00e4nkt, doch das wird sich in naher Zukunft \u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bleiben wir beim Beispiel Kundenschnittstelle. Angenommen ein Beratungsunternehmen wird f\u00fcr einen Ver\u00e4nderungsprozess angefragt. Dann gilt es zun\u00e4chst, das Kundenanliegen zu verstehen. Daf\u00fcr sind Telefonate und eine gute Analyse der Situation erforderlich. Bislang werden solche Telefonate entweder von einem Backoffice oder den Beratern selbst gef\u00fchrt. Diese vereinbaren anschlie\u00dfend Termine vor Ort, um sich die Situation genauer anzuschauen und sich ein konkretes Bild zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie w\u00e4re es, wenn diese Analyse k\u00fcnftig von k\u00fcnstlicher Intelligenz schon per Telefon vorgenommen w\u00fcrde? Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie als Kunde rufen an und fragen eine Change Management Beratung an. Ihre Anfrage wird von einer k\u00fcnstlichen Intelligenz aufgenommen, die Ihnen bereits die wichtigen und richtigen Fragen stellt, um Ihr Anliegen zu kl\u00e4ren. Danach verbindet Sie das System unmittelbar mit einem Experten hierf\u00fcr. Das erspart Ihnen Zeit und Analyse-Kosten \u2013 selbst wenn anschlie\u00dfend nochmals eine Detailanalyse durch den Experten bzw. Berater erfolgt.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">KI-Elemente flie\u00dfen in den Beratungsprozess ein<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die aktuellen bestehenden KI-Systeme k\u00f6nnen noch keine komplexen (Telefon-)Analysen und Beratungen durchf\u00fchren. Doch es gibt bereits Systeme, die solche Prozesse unterst\u00fctzen. Diese sind zwar noch keine KI an sich, aber eine Vorstufe hiervon. Ein solches System kommt auch bei Dr. Kraus und Partner (K&amp;P) im Bereich Change Management zum Einsatz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufgrund unserer langj\u00e4hrigen Beratungst\u00e4tigkeit besteht in unserer Organisation ein gro\u00dfes Expertenwissen hierzu. Hiervon sollen alle K&amp;P-Berater und -Kunden profitieren. Deshalb speichert K&amp;P das individuelle und kollektive Wissen sowie die gemachten Erfahrungen zum Thema Change in einer Software. Dieses geballte Know-how ist f\u00fcr Kunden jedoch nur insoweit interessant, wie es sich mit ihrem Bedarf deckt. Sie w\u00e4ren schnell \u00fcberfordert, wenn K&amp;P, bildhaft gesprochen, sein ganzes Wissen einfach auf ihrem Schreibtisch aussch\u00fctten und sie damit allein lassen w\u00fcrde \u2013 eventuell mit dem Hinweis: \u201eSie m\u00fcssen uns \u201aeinfach\u2018 nur sagen, was Sie brauchen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb werden stattdessen den Kunden mithilfe des Change Management Systems, ausgehend von ihrer Situation, die verschiedenen (Handlungs-)Optionen aufgezeigt. Die Kunden entscheiden dann selbst, welche Optionen sie w\u00e4hlen. Im n\u00e4chsten Schritt werden ihnen f\u00fcr die gew\u00e4hlte Option wiederum die verschiedenen Alternativen aufgezeigt, von denen sie erneut die f\u00fcr sie relevanten M\u00f6glichkeiten ausw\u00e4hlen. So f\u00fchrt das System die Kunden Schritt f\u00fcr Schritt durch die Kernfragen, die sie sich in ihrer aktuellen Situation stellen sollten. Das erm\u00f6glichst es den Kunden, unmittelbar ihr Anliegen zu bearbeiten, ohne die ganze Welt des Change Managements verstehen zu m\u00fcssen. Und die K&amp;P-Berater? Sie k\u00f6nnen besser vorinformiert ins Gespr\u00e4ch mit den Kunden einsteigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seiner aktuellen Version arbeitet das System noch ohne k\u00fcnstliche Intelligenz. Es wird vielmehr kontinuierlich mit dem Wissen der K&amp;P-Berater gef\u00fcllt und angepasst. Seine Funktionsweise \u00e4hnelt jedoch der von KI-Systemen. Das hei\u00dft: Systemzweige des Softwareprogramms, die sich als erfolgreich erwiesen haben, werden beibehalten; Zweige hingegen, die weniger zielf\u00fchrend waren, werden angepasst und verbessert.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">KI hilft kundenspezifische L\u00f6sungen zu entwerfen<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Einsatz dieses Systems sammelte K&amp;P bislang \u00e4u\u00dferst positive Erfahrungen. Unabh\u00e4ngig von der Gr\u00f6\u00dfe eines Projektes hilft es schnell einen \u00dcberblick \u00fcber das Kunden-Vorhaben bzw. -Anliegen zu bekommen und kundenspezifische L\u00f6sungen zu erarbeiten. Entsprechend positiv ist die Resonanz der Kunden, denn sie interessiert in der Regel nur das Beraterwissen, das sie gerade brauchen. Und stellt sich im Laufe des Beratungsprozesses heraus, dass eine weitere Option ins Auge gefasst und durchdacht werden sollte? Dann muss lediglich basierend auf dem nun bestehenden Wissens- und Erkenntnisstand das Softwareprogramm erneut durchlaufen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter anderem aufgrund der mit dem Einsatz der aktuellen Software gesammelten Erfahrung ist K&amp;P \u00fcberzeugt: Der Einsatz von KI \u2013 auch im Beratungsprozess \u2013 wird k\u00fcnftig weiter voranschreiten, und sowohl die firmeninternen, als auch -externen Change-Berater m\u00fcssen sich hierauf einstellen. Zum einen, weil die Beratung selbst sich \u00e4ndern und bereit sein muss, neue Technologien einzusetzen, und zum anderen, weil sie die aus dem KI-Einsatz der Kunden resultierenden Ver\u00e4nderungsprozesse begleiten k\u00f6nnen muss \u2013 und zwar unabh\u00e4ngig davon, ob diese sich auf der Ebene der Strategie, der Struktur oder der Kultur eines Unternehmens vollziehen.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Sich jetzt bereits f\u00fcr die Zukunft wappnen<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der aktuelle Entwicklungsstand der KI l\u00e4sst noch keine abschlie\u00dfenden Anwendungsszenarien zu. Er offenbart jedoch zahlreiche M\u00f6glichkeiten, Gesch\u00e4ftsprozesse k\u00fcnftig zu beschleunigen und effizienter zu machen. Sich jetzt bereits mit den M\u00f6glichkeiten und Anforderungen eines Einsatzes KI-gest\u00fctzter Systeme vertraut zu machen, ist jedoch wichtig, um m\u00f6gliche Einsatzgebiete fr\u00fch zu identifizieren und deren operativen Einsatz vorzubereiten. Diese strategische Vorbereitung kann dar\u00fcber entscheiden, welche Player in der immer dynamischer werdenden Unternehmensumwelt k\u00fcnftig zu den Gewinnern z\u00e4hlen und welche aufgrund der technologischen Disruption vom Markt verschwinden werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ob wir Menschen uns in Zukunft so gut mit der k\u00fcnstlichen Intelligenz verstehen, dass wir uns wie im Film \u201eHer\u201c in sie verlieben, bleibt dabei offen und vor allem jedem selbst \u00fcberlassen. Sicher ist aber: Sie wird uns in Zukunft noch intensiver begleiten als sie es bereits tut.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">\u00dcber den Autor:<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-6289\" src=\"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Weber-Florian-120x120.jpg\" alt=\"Weber, Florian\" width=\"120\" height=\"120\" \/>Florian Weber<\/strong> ist Changeberater bei der Unternehmensberatung Dr. Kraus &amp; Partner, Bruchsal. Dort ist er als Experte f\u00fcr den Bereich Digital Solutions unter anderem f\u00fcr die Konzeption innovativer Lernsysteme, digitaler Kommunikationsanwendungen und die Einbindung k\u00fcnstlicher Intelligenz in laufende Gesch\u00e4ftsprozesse zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quellen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">* Grubb, J.\/ YouTube (2018). Google Duplex: A.I. Assistant Calls Local Business To Make Appointments. Verf\u00fcgbar unter: https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=D5VN56jQMWM [11.03.2019].<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">* Leviathan, Y. &amp; Matias Y. (2018). Google Duplex: An AI System for Accomplishing Real-World Tasks Over the Phone. Google AI Blog. Verf\u00fcgbar unter: https:\/\/ai.googleblog.com\/2018\/05\/duplex-ai-system-for-natural-conversation.html [11.03.19].<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fmagazin%2Feinsatzfelder-von-ki-bzw-denkender-maschinen-nicht-nur-bei-der-beratung%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fmagazin%2Feinsatzfelder-von-ki-bzw-denkender-maschinen-nicht-nur-bei-der-beratung%2F&text=Einsatzfelder%20von%20KI%20bzw.%20denkender%20Maschinen%20%E2%80%93%20nicht%20nur%20bei%20der%20Beratung\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; 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