{"id":6791,"date":"2020-05-07T10:36:13","date_gmt":"2020-05-07T08:36:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/?p=6791"},"modified":"2020-02-11T18:49:40","modified_gmt":"2020-02-11T16:49:40","slug":"warum-es-die-mensch-mensch-zusammenarbeit-braucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/warum-es-die-mensch-mensch-zusammenarbeit-braucht\/","title":{"rendered":"Warum es die Mensch-Mensch-Zusammenarbeit braucht"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Den Begriff KI verbinden die meisten Menschen mit k\u00fcnstlicher Intelligenz, das hei\u00dft mit der Automatisierung intelligenten Verhaltens und dem maschinellen Lernen. In unseren agilen und digitalen Zeiten verspricht die Mensch-Maschine-Zusammenarbeit tats\u00e4chlich Arbeitserleichterung. Aber wie sieht es bei kreativen Prozessen aus? Braucht es nicht gerade da die Mensch-Mensch-Zusammenarbeit. Braucht es hier neben der k\u00fcnstlichen Intelligenz nicht vor allem eine kooperative Intelligenz? Und was verbirgt sich hinter dieser nur scheinbar neuen \u2013 weil immer schon vorhandenen \u2013 Form der Intelligenz? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Computer scheinen uns, was das Thema Kooperation angeht, einen gro\u00dfen Schritt voraus zu sein. Sie arbeiten ohne Vorbehalte zusammen. Der Maschine ist es egal, ob die Daten von einem Windows, Linux oder Mac-System kommen. Sie halten Informationen weder zur\u00fcck noch formulieren sie diese um, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Die Folge: Maschinen werden rasend schnell gemeinsam intelligenter.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">In die Wiege gelegt<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei ist Zusammenarbeit und Kooperation gerade uns Menschen in die Wiege gelegt. In Gruppen, den fr\u00fcheren Clans und Tribes, sp\u00fcren wir eine innere Verpflichtung, dem Miteinander gerecht zu werden. Wir investieren Zeit und Energie, den anderen kennenzulernen und zu verstehen, weil wir ihm dann besser vertrauen k\u00f6nnen. Wir strengen uns an, Konflikte zu bew\u00e4ltigen. Wir sp\u00fcren den moralischen Druck, unsere eigenen Interessen hinter das Gruppeninteresse zur\u00fcckzustellen. Der Grund ist, dass wir gemeinsam weiterkommen als alleine. Daf\u00fcr haben wir Menschen eine au\u00dferordentliche Ausstattung mitbekommen.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Das soziale Gehirn<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das menschliche ist ein soziales Gehirn. Wir haben spezielle Gehirnzellen, mit denen wir das Verhalten unseres Gegen\u00fcbers vorausahnen und uns so auf ihn einstellen k\u00f6nnen \u2013 die sogenannten Spiegelneuronen. Unser Gehirn belohnt uns mit Dopamin, wenn wir gelingende soziale Interaktionen erleben. Und was oft \u00fcbersehen wird: Wir haben keine angeborene Sperre, was die Kooperation mit Fremden angeht. Besorgte Eltern wissen davon ein Lied zu singen. Dies sieht bei den Schimpansen, unseren n\u00e4chsten Verwandten im Tierreich, schon ganz anders aus. Zwei fremde Horden in einem Raum k\u00f6nnen nicht anders als miteinander zu k\u00e4mpfen. Wir Menschen k\u00f6nnen uns mit Menschen arrangieren, zu denen wir noch keine soziale Bindung haben. Zum Gl\u00fcck!<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Gemeinsam schneller zu besseren Ergebnissen kommen<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die heutige globale und agile Arbeitswelt konfrontiert uns schnell wechselnd mit Menschen unterschiedlicher Kulturen, Disziplinen und Interessen, mit denen wir gemeinsam zu Ergebnissen kommen m\u00fcssen. Deshalb geht es jetzt darum, unsere nat\u00fcrliche Kooperationsf\u00e4higkeit auf ein neues Level zu heben. Von der kleinen Gruppe, dem \u00fcberschaubaren Team in ein neues gr\u00f6\u00dfer gedachtes Wir. Denn wir brauchen mehr kooperative und kollaborative Intelligenz denn je. Sie zeigt sich, wenn Individuen intelligent zusammenarbeiten. Also dann, wenn sie in kurzer Zeit etwas schaffen, was ihnen alleine nicht gelingen w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Richtig ist:<\/strong> In Zeiten der Digitalisierung r\u00fcckt die Mensch-Maschinen-Zusammenarbeit in den Fokus. Zeitaufw\u00e4ndige Routinearbeiten \u2013 h\u00e4ufig einsame Aufgaben \u2013 werden uns von Maschinen abgenommen und oft sogar in besserer Qualit\u00e4t erledigt. K\u00fcnstliche Intelligenz KI ist der entscheidende Faktor der technischen Weiterentwicklung. \u00a0Doch sie hat ihre Grenzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wichtig ist:<\/strong> F\u00fcr die verbleibenden Aufgaben, wie die Entscheidung, woran die Maschinen \u00fcberhaupt arbeiten, die Interpretation der Ergebnisse sowie die Entwicklung neuer Ideen ist die Mensch-Mensch-Zusammenarbeit wertvoller denn je. Zum einen, weil es dazu verschiedener Perspektiven bedarf. Und zum anderen, weil Maschinen etwas Wesentliches fehlt, n\u00e4mlich Intentionalit\u00e4t, sprich die F\u00e4higkeit, sein Tun bewusst auf ein Ziel auszurichten. Also der eigene Antrieb zu lernen, sich weiterzuentwickeln und Probleme zu l\u00f6sen, woraus Fantasie und Kreativit\u00e4t \u2013 oder noch besser Ko-Kreativit\u00e4t \u2013 entstehen. Warum das bei Menschen anders ist, erkl\u00e4rt der Neurobiologe Gerald H\u00fcther so: Das menschliche Gehirn stellt uns mehr Potenzial zur Verf\u00fcgung als wir umsetzen k\u00f6nnen. Daraus entstehen Bed\u00fcrfnisse und daraus wiederum Absichten. Je herausfordernder die Aufgabe, desto wichtiger ist die Mensch-Mensch-Zusammenarbeit, weil wir bei positiver sozialer Interaktion besonders lernf\u00e4hig und kreativ sind.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Kooperative Intelligenz als zentraler Treiber<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was bliebe von uns \u00fcbrig, wenn wir all das abziehen, was wir von und durch andere gelernt haben? Was bliebe von all dem \u00fcbrig, was wir haben, wenn wir das abziehen, bei dem andere mitgewirkt haben? Nicht viel! Kooperation ist der zentrale Treiber menschlicher Entwicklung ebenso wie wirtschaftlichen Fortschritts. Stellen wir uns ein Unternehmen vor, in dem nur Konkurrenz herrscht und keine Kooperation. Das w\u00e4re nicht \u00fcberlebensf\u00e4hig. Stellen wir uns ein Unternehmen vor, in dem nur Kooperation herrscht und keine Konkurrenz. Ist es nicht genau das, was moderne Organisationsformen anstreben? Das Aufbrechen von Silos, cross-funktionale Zusammenarbeit, Think Tanks, Beweglichkeit, Kollaboration und Ko-Kreativit\u00e4t. Und warum? Weil es das ist, was momentan am besten zu den Anforderungen der Umwelt passt.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Kooperative Intelligenz zeigt und multipliziert sich \u2026<\/h2>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li><strong>in der Menschlichkeit: Beziehung herstellen, Emotionalit\u00e4t<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Menschen sind soziale und vor allem emotionale Wesen. Wir lesen die anderen um uns herum, deuten deren Signale. Jeder Sportler, jeder Musiker kennt die Wirkung jubelnder Fans. Es ist deutlich leichter, mit Ansporn \u00fcber sich hinauszuwachsen als wenn wir mit Abwertung und Desinteresse konfrontiert sind. Unser Gehirn funktioniert in einem positiven sozialen Klima deutlich besser. Ermutigende und unterst\u00fctzende Signale helfen uns dabei, unser ganzes Potenzial freizusetzen. Wir schaukeln uns gegenseitig hoch. So entsteht Ko-Kreativit\u00e4t. Unsere kollaborative Intelligenz steigt, wenn wir genau das einsetzen, was Maschinen nicht haben. Unser Herz.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"2\">\n<li><strong>im Faktor Zeit: Austausch suchen, Flexibilit\u00e4t<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Homeoffice steht hoch im Kurs. Nicht nur weil es Flexibilit\u00e4t bringt, sondern auch um ungest\u00f6rt arbeiten zu k\u00f6nnen. \u201eWenn ich k\u00f6nnte, w\u00fcrde ich gar nicht mehr ins B\u00fcro gehen.\u201c Das sagen immer mehr Heimarbeiter. Genau das kann allerdings zum echten Erfolgsverhinderer werden, weil wir uns zu wenig austauschen. Nat\u00fcrlich geht das auch virtuell, aber die pers\u00f6nliche Begegnung aus der Bindung und N\u00e4he entstehen, also der menschliche Funke, den kann das nicht ersetzen. Nutzen wir also \u2013 und sei es nur ab und zu \u2013 die B\u00fcrozeiten, um mit anderen wirklich in Kontakt zu gehen.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"3\">\n<li><strong>im gemeinsamen Lernen: Kommunikation zulassen, Qualit\u00e4t<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der gr\u00f6\u00dfte Teil des Lernens findet nicht in Seminaren statt, sondern am Arbeitsplatz. Andere zu fragen oder \u00fcber eigene Lernerfahrungen zu sprechen, steht in deutschen B\u00fcros nicht hoch im Kurs. Doch gerade das f\u00f6rdert den gemeinsamen Lernprozess. Denken und arbeiten wir also \u201elaut\u201c. Tauschen wir uns mit Kollegen aus. Erz\u00e4hlen wir von Erlebnissen, Ergebnissen und \u2013 ja, besonders auch \u2013 von pers\u00f6nlichen Herausforderungen. Indem wir uns aktiv gegenseitig befruchten \u00fcberwinden wir Probleme und Hindernisse leichter und lernen schneller.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kooperation<\/strong> wird oft mit Meinungslosigkeit \u201eIch sage Ja, um des lieben Friedens Willens\u201c und Leidenschaftslosigkeit verwechselt. <strong>Kooperative Intelligenz<\/strong> bedeutet aber gerade nicht, einer vorgegebenen Meinung bedingungslos zu folgen und sich dieser zu unterwerfen. <strong>Echte Kooperation<\/strong> braucht starke Ichs, die eine eigene Meinung haben und bereit sind, diese zu teilen, auch wenn sie kontrovers ist. Es braucht Vielfalt, Auseinandersetzung und Querdenker. Was diese starken Ichs besonders auszeichnet ist Menschenfreundlichkeit und der Wille zu einer L\u00f6sung zu kommen, von der m\u00f6glichst viele profitieren. Viel Spa\u00df beim Entdecken der kooperativen Intelligenz!<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Buchtipp:<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ulrike Stahl: <a href=\"https:\/\/amzn.to\/2KS8RTB\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>So geht <\/strong><strong>WIR<\/strong><strong>TSCHAFT! <\/strong><strong>Kooperativ. Kollaborativ. Kokreativ.<\/strong><\/a><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">\u00dcber die Autorin:<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-5657\" src=\"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/stahl_portrait_2017-120x120.jpg\" alt=\"stahl_portrait\" width=\"120\" height=\"120\" \/>Ulrike Stahl<\/strong> ist Rednerin, Autorin und Expertin f\u00fcr das neue WIR im Business. Wie geht erfolgreiche Zusammenarbeit in einem agilen und globalen Umfeld? Wie entwickeln wir eine WIR-Kultur f\u00fcr uns selbst, in unseren Unternehmen und unter unseren Mitarbeitern? Dar\u00fcber schreibt und redet sie mit internationaler Erfahrung und Begeisterung. Sie ist Autorin des Buches \u201eSo geht WIRTSCHAFT! Kooperativ. Kollaborativ. Kokreativ.\u201c Als Design Thinking Coach und Coach f\u00fcr Top Teams ist sie am Puls der Zeit und genau das macht ihre Vortr\u00e4ge so packend und lebensnah.<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fmagazin%2Fwarum-es-die-mensch-mensch-zusammenarbeit-braucht%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fmagazin%2Fwarum-es-die-mensch-mensch-zusammenarbeit-braucht%2F&text=Warum%20es%20die%20Mensch-Mensch-Zusammenarbeit%20braucht\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; 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