{"id":7583,"date":"2021-07-22T09:38:06","date_gmt":"2021-07-22T07:38:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/?p=7583"},"modified":"2023-02-03T12:39:41","modified_gmt":"2023-02-03T10:39:41","slug":"angst-stress-burnout-und-depression-zurueckfinden-in-ein-sinnvolles-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/angst-stress-burnout-und-depression-zurueckfinden-in-ein-sinnvolles-leben\/","title":{"rendered":"Angst, Stress, Burnout und Depression \u2013 Zur\u00fcckfinden in ein sinnvolles Leben"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Es ist ein Thema, das uns alle betrifft. Arbeiter ebenso wie Genies, Manager ebenso wie K\u00fcnstler, Teenager ebenso wie Senioren \u2013 kurzum: die ganze Palette menschlicher Existenz. Machen wir uns bewusst, dass sich niemand mit einem psychischen Problem zuvor h\u00e4tte tr\u00e4umen lassen, dass es ausgerechnet ihn einmal \u201eerwischen\u201c w\u00fcrde. Denn wer plant schon depressiv zu werden oder sagt sich \u201eeines Tages m\u00f6chte ich unter einer dauerhaften, bleiernen M\u00fcdigkeit leiden\u201c? Wer entscheidet sich bewusst f\u00fcr eine ewige emotionale Achterbahnfahrt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Begriffe wie \u201aBurnout\u2018 oder \u201aADHS\u2018 haben den Mainstream erreicht. Fr\u00fcher war man \u201elethargisch\u201c oder \u201eapathisch\u201c, sp\u00e4ter f\u00fchlte man sich gestresst und \u00fcberfordert. Irgendwann hatte das keine soziale Bedeutung mehr. Um Aufmerksamkeit zu erhalten, gen\u00fcgte es nicht zu sagen \u201eMann, bin ich gestresst!\u201c. So erging es fast jedem. Viel wirkungsvoller war da schon \u201eich glaube, ich gehe in einen Burnout\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser Leben bringt es zwangsl\u00e4ufig mit sich, dass man hin und wieder niedergeschlagen ist. Wir leben eben nicht in einem Paradies der Freiheit, der Weisheit und der Vernunft. Und die einen meistern Probleme leichter als die anderen. Gerade f\u00fcr diejenigen, die Begriffe wie Hoffnungslosigkeit, Gram und Angst l\u00e4ngst verinnerlicht haben, sind Ungerechtigkeit, Kummer, Gewalt und Wahnsinn um uns herum ein st\u00e4ndiger Quell der Best\u00e4tigung. Potenziert durch das einstr\u00f6mende Leid der im Fernsehen dargestellten Probleme wie Fl\u00fcchtlingsdramen, B\u00fcrgerkriege, Massenmorde, Terroranschl\u00e4ge, Wirtschaftskrisen, W\u00e4hrungsnot und das unverst\u00e4ndliche Verhalten von Politikern \u2013 gerade in der aktuellen Pandemie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn wir uns gerade jetzt aufgrund der unsicheren Zeiten vermehrt \u00c4ngsten, Druck und Stress ausgesetzt f\u00fchlen \u2013 schauen wir zur\u00fcck, stellen wir fest, dass bereits 2011 \u201eStresstest\u201c zum Wort des Jahres gew\u00e4hlt wurde. Der Begriff \u201eBurnout\u201c findet sich \u00fcbrigens im selben Jahr auf Platz sechs der Liste. Und je mehr davon reden, umso mehr identifizieren sich damit. Klar ist: Wenn Menschen deprimiert, bedr\u00fcckt oder melancholisch sind, hat dies in aller Regel real fassbare Gr\u00fcnde, die es zu erkennen und wahrzunehmen gilt. Es ist elementar, sich \u00fcber die manifesten Zust\u00e4nde im Klaren zu sein, aber auch im Hinterkopf zu haben, dass all diese Zust\u00e4nde Entwicklungen mit vielen Variationsbreiten sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als es noch keine Massenmedien gab, gab es all diese Probleme auch schon, aber sie standen eben nicht in der Zeitung oder wurden im Fernsehen breitgetreten. Heute gibt es eine \u201eKultur des Leidens\u201c und diese Kultur wird gef\u00f6rdert, viel zu oft mit dem Ziel, Psychopharmaka zu verkaufen. Dabei ist es l\u00e4ngst kein Geheimnis mehr, dass die Einnahme von Psychopillen niemals harmlos ist, sondern h\u00e4ufig suchterzeugend und mit st\u00e4rksten Nebenwirkungen behaftet. Ich m\u00f6chte deutlich machen, dass all diese Leiden zutiefst auf Lebensprobleme zur\u00fcckzuf\u00fchren sind wie auf pers\u00f6nliche Herausforderungen, die es zu \u201emeistern\u201c gilt. Fakt ist, dass all diese pathophysiologischen und erfassbaren Probleme Folgen haben, die Ver\u00e4nderungen im hormonellen Szenario bewirken, Degenerationen von Neuronen speziell im Hippocampus erzeugen \u2013 als Folgen der eigentlichen Ursache \u2013 n\u00e4mlich der Lebensprobleme. Nat\u00fcrlich sollen Betroffene Hilfe erhalten, jedoch immer mit dem Ziel, anschlie\u00dfend (nach dem Erkennen der Lebensprobleme und deren Aufhebung durch Konfrontation, <span class=\"label label-primary\">Reflexion<\/span>, Verzeihen und der \u00dcbernahme von Verantwortung) wieder ihr Leben zu genie\u00dfen, in Schwung zu kommen. Die emotionale Achterbahn sollte nur noch eine Erinnerung im Tagebuch sein. Doch schauen wir uns zun\u00e4chst einmal an, wie all dies \u00fcberhaupt entsteht.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Burnout \/ Fallout \u2013 ersch\u00f6pft und nicht mehr leistungsf\u00e4hig<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Burnout-Syndrom (ausbrennen) und das Fallout-Syndrom (ausfallen) kennzeichnen Zust\u00e4nde absoluter emotionaler Ersch\u00f6pfung mit ausbleibender Leistungsf\u00e4higkeit. Ist die Problematik vermehrt auf der k\u00f6rperlichen Seite, sprechen wir von Burnout, ist die Problematik speziell auf die Hirnausgangsleistung zu sehen, sprechen wir vom Fallout. Beides kann man als Endzustand einer Entwicklungslinie bezeichnen, die \u00fcber frustrierende Erlebnisse zu Desillusionierung und Apathie sowie zu diversen psychosomatischen St\u00f6rungen und depressiven Neigungen f\u00fchrt. Die seelischen, k\u00f6rperlichen und geistigen Kraftreserven sind aufgebraucht, im Ergebnis f\u00fchlt sich der Betroffene leer, matt, ersch\u00f6pft und kraftlos. Es ist kein Treibstoff mehr im Tank, um den Kurs seines Lebens zu steuern. Stattdessen bewegt man sich antrieblos durch den Raum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinzu kommen Entt\u00e4uschungen wie z. B. durch den Vorgesetzten unfair oder nicht respektvoll behandelt zu werden, keine Unterst\u00fctzung zu bekommen. Finanzielle und existenzielle Krisen, h\u00e4ufig gepaart mit einer ausgepr\u00e4gten Opferhaltung, die in das Gef\u00fchl der Ohnmacht einm\u00fcnden. Burnout geh\u00f6rt zu den Risikofaktoren f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte, was dramatisch ist, weil sie bekanntlich lange Zeit brauchen, bis sie in der Lage sind, diesen \u201eJob\u201c zu machen. Noch viel dramatischer ist der gesch\u00e4tzte volkswirtschaftliche Schaden \u2013 vor allem auch hervorgerufen durch diejenigen, die sich eben nicht krankschreiben lassen, aber kaum noch in der Lage sind, ihre Arbeit optimal auszuf\u00fchren und kreativ zu gestalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die weitverbreitete Ansicht, dass jemand mit Burnout nur Sport, gutes Essen, Erholung, Freizeit und Ferien braucht und sich dann schon alles richten wird, ist ein katastrophaler Fehler. Denn dadurch f\u00fchlt sich der Burnout-Patient nur noch wertloser und nicht integrierbar. Je mehr es einem Therapeuten hingegen gelingt, den Burnout-Patienten zu reaktivieren, ihm bei der tiefsten Sinn- und Lebenskrise zu helfen, erneut Lebensziele zu stecken, umso erfolgreicher ist die Behandlung. Nicht Dauererholung ist die L\u00f6sung, sondern das Zur\u00fcckfinden in eine sinnvolle und erf\u00fcllende Bet\u00e4tigung.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Depression<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter einer Depression versteht man eine tiefe, schwere best\u00e4ndige Traurigkeit mit negativen Gedanken und Stimmungen, die den Betroffenen ganz und gar erf\u00fcllt. Ein psychisches Tief, ein emotionales Loch, in das jemand gest\u00fcrzt ist, eine tiefe seelische Niedergeschlagenheit. Dies geht einher mit dem Verlust an Freude, Lustempfinden, Interesse und Antrieb gepaart mit Hoffnungslosigkeit und Ausweglosigkeit, einem massiv verringertem Selbstwert. Dadurch kommt es zu einer deutlichen Reduktion der geistigen Leistungsf\u00e4higkeit. Der Betroffene sieht kein Licht mehr am Horizont, alles erscheint ihm traurig und grau in grau. Hinzu kommt eine bleierne Schwermut, durch die der Betroffene kaum aufzumuntern ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Depressionen sind die am h\u00e4ufigsten auftretenden psychischen St\u00f6rungen. Frauen neigen etwa doppelt so oft wie M\u00e4nner dazu, was aber fraglich ist, da M\u00e4nner dies besser kaschieren k\u00f6nnen. Prinzipiell gilt, dass die Anzahl der Depressionen exorbitant ansteigt. In der Literatur finden wir viele unterschiedliche Bezeichnungen wie \u201eendogene\u201c, \u201eaffektierte\u201c, \u201eneurotische\u201c oder \u201ereaktive Depression\u201c, \u201eErsch\u00f6pfungs-\u201c, \u201eAlters-\u201c oder \u201eWinterdepression\u201c u.v.m.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Das Sinnbild der Spirale<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Betrachten wir unsere Gesundheit, so ist diese vergleichbar mit einer Spirale. Die \u00e4u\u00dferen Kreisbahnen sind noch sehr lang, aber je weiter wir in das Zentrum kommen, umso schneller dreht sich die Spirale. Auch die Entwicklung einer psychischen Erkrankung mit allen Vorstufen ist nicht linear, sondern exponentiell. Zun\u00e4chst haben wir nur einzelne Tage, an denen wir \u201enicht so gut drauf sind\u201c. Wir meinen, schlecht geschlafen zu haben. Sollten uns mal etwas erholen. Wir glauben, es w\u00e4re dieses oder jenes Problem, das wir in unserem Privatleben haben oder mit einem\/r Mitarbeiter\/in. Und \u00e4lter werden wir ja alle. Tats\u00e4chlich haben wir auch gute Tage. Am Wochenende hatten wir viel Freude und es sind ja nur noch sechs Wochen bis zum n\u00e4chsten Urlaub. So oder \u00e4hnlich versuchen wir uns Mut zu machen. Und dann kommen doch wieder diese Fragen: \u201eWarum wird der Stress im Beruf immer mehr, die Zeit, die ich habe immer k\u00fcrzer und der Stapel auf meinem Schreibtisch immer umfangreicher?\u201c, \u201eWarum komme ich abends nicht zur Ruhe, habe zunehmend Einschlafst\u00f6rungen, wache nachts schwei\u00dfgebadet auf, um am Morgen gar nicht mehr in die \u201eG\u00e4nge\u201c zu kommen?\u201c, \u201eWarum scheint in meinem Leben nichts mehr zu klappen, wird das Geld immer knapper, mein Partner zum immer gr\u00f6\u00dferen Problem?\u201c, \u201eWarum wird der Chef immer gestresster und die Stimmung im Betrieb immer schlechter und hektischer?\u201c, \u201eWarum habe ich das Gef\u00fchl, den Anforderungen nicht mehr gerecht zu werden, obwohl ich mich doch anstrenge?\u201c, \u201eWarum bleiben Erfolge aus und warum f\u00fchle ich mich immer schlapper, m\u00fcder, lustloser, freudloser und warum macht mir mein ganzes Leben immer weniger Spa\u00df?\u201c Auch ein solcher Denkansatz ist typisch: \u201eIch glaube, ich brauche einmal einen l\u00e4ngeren Urlaub und stelle zu meinem Entsetzen fest, dass der erste Arbeitstag nach freien Tagen wie ein Damoklesschwert \u00fcber mir h\u00e4ngt und ich schon eine Woche nach dem Urlaub das gleiche Gef\u00fchl habe wie vorher.\u201c Ohne es zu wissen, bin ich l\u00e4ngst mitten im pathophysiologischen Geschehen.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Die wichtigsten Fakten in Bezug auf die Hirngesundheit<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das menschliche Gehirn geh\u00f6rt wohl zu den faszinierendsten Bauteilen des Gesamtkunstwerks der Sch\u00f6pfung Mensch. Mit einem Gewicht von etwa 1.400 Gramm stellt es in etwa 2 % des K\u00f6rpergewichts dar. Allerdings verbraucht es sagenhafte 20 % der gesamten K\u00f6rperenergie. Damit wird \u00fcberdeutlich, wie sehr das Gehirn von einer ausreichenden Versorgung abh\u00e4ngig ist. Das Gehirn hat etwa 100 Milliarden Nervenzellen, die Neuronen, und jede besitzt bis zu 10.000 Synapsen und bis zu 100 Millionen Mikrotubuli bei einer Schaltgeschwindigkeit pro Synapse von bis zu 1000 Informations\u00fcbermittlungen pro Sekunde. Diese Neuronen bilden neuronale Netze, welche dann wiederum eine schier unendliche Anzahl an M\u00f6glichkeiten der Verschaltungen und Verdrahtungen erzeugen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die gesamte Funktion des Gehirns, die gesamte Verkn\u00fcpfung mit dem K\u00f6rper, das gesamte Bio-Feedback-System sowie die gesamte Verbindung mit dem Herzen bieten keinerlei Erkl\u00e4rung f\u00fcr das \u201eBewusstsein\u201c, die \u201eSeele\u201c, die \u201eGef\u00fchle\u201c und all das, was wir als \u201efreien menschlichen Willen\u201c bezeichnen. Die mental-spirituell-psychische Ebene kann weder durch die bio-energetische noch durch die bio-chemische Ebene ersetzt werden. Etwas v\u00f6llig anderes ist es jedoch, die Neuronen und das St\u00fctzgewebe als das anzusehen, was sie sind \u2013 n\u00e4mlich Zellen mit einem Stoffwechsel, die Bed\u00fcrfnisse haben wie zum Beispiel Blutzucker und Sauerstoff, auf deren Versorgung wir einwirken k\u00f6nnen. Da es sich im Gehirn um einen Anteil des K\u00f6rpergewebes handelt, gelten die Gesetze der Resonanz, sodass die Bioresonanz auch hier ihren vollen Stellenwert hat.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Der Stress im hormonellen Szenario<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das limbische System wird bisher pauschal als Ort betrachtet, der ein Gesamtbild unserer psychischen Ausgangssituation im Hier und Jetzt erstellt. Um allerdings das Hormonsystem und seine Einregulation in Bezug auf Stressreaktionen besser zu verstehen, m\u00fcssen wir die beiden entscheidenden Bausteine des limbischen Systems n\u00e4her kennenlernen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im <strong>Corpus amygdaloideum<\/strong> (auch \u201eReptilien-Gehirn\u201c genannt) sitzt unser \u201e\u00dcberlebenswille\u201c. Noch bevor wir eine reale Gefahr wirklich wahrgenommen, geschweige denn analysiert haben, springt es innerhalb von Millisekunden an. Zusammen mit dem <strong>Hippocampus <\/strong>(f\u00e4lschlicherweise oft als Gegenspieler bezeichnet) bilden beide eine funktionelle Einheit, eine funktionierende Polarit\u00e4t zur Steuerung der neuronalen und hormonellen Reaktionen. <strong>F\u00fcnf wichtige und entscheidenden Fakten: <\/strong><\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Nicht nur der Hypothalamus, sondern auch das Corpus amygdaloideum bilden das wichtige Releasing-Hormon CRH, das f\u00fcr die Freisetzung von ACTH und damit aller Stresshormone verantwortlich ist. CHR ist das Schl\u00fcsselhormon der Integration der hormonellen und neuronalen, somit also der neurobiologischen Stressreaktion.<\/li>\n<li>Corpus amygdaloideum und Hippocampus steuern die Verhaltensweise w\u00e4hrend einer Stressphase, hier besonders die Emotion Angst, und produzieren die damit in Verbindung stehenden Handlungsweisen wie zum Beispiel Flucht oder Angriff.<\/li>\n<li>Entscheidend ist, einen Stressor zun\u00e4chst einmal wahrzunehmen, nicht im \u00dcberma\u00df zu reagieren und daraus zu lernen \u2013 mit dem Ziel, in Zukunft pr\u00e4ventiv zu reagieren.<\/li>\n<li>Stress erm\u00f6glicht uns, vor den \u201erichtigen Dingen\u201c, sprich realen Gefahren Furcht zu haben, zum Beispiel vor einem z\u00e4hnefletschenden Hund. So wird Stress vom unkoordinierten Stimulus zum Lernvorgang und zum konditionierten Stressor, was beim n\u00e4chsten z\u00e4hnefletschenden Hund sinnvoll ist.<\/li>\n<li>Jede in Gang gesetzte Stressreaktion wird \u00fcber den Hippocampus mit dem Cortex, insbesondere dem pr\u00e4frontalen Cortex, kommuniziert und damit konfrontiert und reflektiert. R\u00fcckkoppelnd ist es dann auch gerade wieder der Cortex, der in der Lage ist, der Amygdala den entscheidenden Befehl zu geben, die Stressreaktion zu stoppen \u2013 wieder \u00fcber den Hippocampus. Dieses Prinzip ist einer der wesentlichen therapeutischen Ans\u00e4tze einer sinnvollen Psychotherapie.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bleiben wir noch einen Augenblick beim Hippocampus, denn schlie\u00dflich ist ja nicht alles Stress bzw. ein lebensbedrohlicher Stressor \u2013 auch wenn man dies bei manchen Menschen meinen k\u00f6nnte, die von Angst, Aggressionen, Panik, Opferrollen etc. beherrscht werden. Erweiternd spielt der Hippocampus eine ganz entscheidende Rolle bei Lernvorg\u00e4ngen. Er ist der Schl\u00fcssel der Kommunikation zwischen der rechten und linken Gehirnh\u00e4lfte, also zwischen dem logischen Verstand und dem Gef\u00fchl. Bei jedem Lernvorgang entstehen neue Verkn\u00fcpfungen im Gehirn. Je \u00f6fter wir das Gelernte nutzen, umso mehr Leben geben wir diesen neuronalen Netzen und umso mehr ist unser Wissen pr\u00e4sent. Die Grundvoraussetzung zur Entstehung neuer neuronaler Netze ist also die Aktivit\u00e4t des Hippocampus, die Kommunikation zwischen der rechten und linken Gehirnh\u00e4lfte und dies unter vier elementaren Voraussetzungen: bewusst, konzentriert, absichtlich, zielgerichtet!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fakt ist: Der Hippocampus ist das mit am meisten genutzte Hirnareal, hat damit einen enorm hohen Stoffwechsel und ist deshalb gef\u00e4hrdet. St\u00e4ndige \u00dcberreizungen durch Dauerstress, Angst, posttraumatische St\u00f6rungen etc. f\u00fchren unmittelbar zu Sch\u00e4digungen der neuronalen Systeme, zu Degenerationen und zur Minimierung der Dendritenb\u00e4ume und damit zu einer Abnahme der Synapsen. Dadurch wird das System \u2013 eigentlich sinnvoll bei Dauerbelastung \u2013 immer unempfindlicher. Ein Teufelskreis: Je mehr der Hippocampus gesch\u00e4digt wird, umso weniger Kontrollfunktionen kann er auf das Corpus amygdaloideum aus\u00fcben, mit anderen Worten: \u00dcberreaktionen sind immer mehr T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet, wir sind anf\u00e4lliger f\u00fcr Stress und unsere Stressresistenz ist vermindert.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Kaum etwas ist individueller als die pers\u00f6nliche Stimmung<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Freude, Gl\u00fcck, Fr\u00f6hlichkeit und auch die Verstimmung des Gem\u00fcts haben eine gro\u00dfe Bandbreite, eine gro\u00dfe Tiefe, eine F\u00fclle an Hintergr\u00fcnden und Varianten. Verstimmungen sind nicht einfach nur Stress, sie werden im Ergebnis von unserem limbischen System auf den Thalamus \u00fcbertragen und schreiben sich so in unsere zentrale Regulation ein. Geht es dar\u00fcber hinaus, verselbstst\u00e4ndigt sich die Verstimmung und f\u00fchrt zu langanhaltenden Gem\u00fctszust\u00e4nden und den daraus resultierenden Emotionen. Wichtig ist, dass alle Verstimmungen \u2013 aber auch alle Freuden \u2013 auf die gleichen Signalwege im Hormonsystem und Nervensystem zur\u00fcckgreifen. Damit haben wir eine Manifestation des Gem\u00fctszustandes und seiner Emotionen auch auf hormoneller und neurovegetativer Ebene.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings m\u00f6chte ich davor warnen, Depressionen (tiefe, schwere Traurigkeit, bleierne Schwermut), bipolare St\u00f6rungen (der st\u00e4ndige Wechsel zwischen Depression und Euphorie), CFS (st\u00e4ndige M\u00fcdigkeit und Ersch\u00f6pfung) oder Burnout\/Fallout als vorrangig k\u00f6rperliche Probleme zu betrachten. Sicherlich, alle Dinge, die wir hier angesprochen haben, insbesondere die Hirngesundheit, die Verbesserung der Hirnausgangsleistung oder der Aufbau neuronaler Strukturen sind auch bei psychischen Erkrankungen sehr hilfreich. Aber ohne ein echtes, wirksames psychotherapeutisches Konzept wird sich nichts \u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ewigen Themen der Angst, Wut, Aggression, der ewige Mythos der Lebensgeschichte, die sich in den drei Charakteren Opfer, Retter und Tyrann ausdr\u00fccken, der ewige Mangel an Selbstwert, dem Gef\u00fchl der Verlassenheit, der Getrenntheit und die ewige Frage nach dem Sinn des Lebens und die ewig nicht beantwortete Frage \u201eWer bin ich wirklich und wahrhaftig vor mir selbst\u201c mit der sich daraus ergebenden Problematik der mangelnden Bereitschaft, Verantwortung f\u00fcr sich selbst zu \u00fcbernehmen, bilden den wesentlichen Hintergrund \u2013 um zur\u00fcckzufinden in ein sinnvolles, gl\u00fcckliches und gesundes Leben.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">\u00dcber den Autor:<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Martin Keymer<\/strong> ist international anerkannter Fachdozent, Therapeut, Praktiker und unerm\u00fcdlicher Forscher rund um das naturheilkundliche Paradigma K\u00f6rper, Geist und Seele. Seine tiefen Einblicke in das Regulationssystem des Flie\u00dfgleichgewichtes Mensch und die vier Ebenen des Lebens: mental\/spirituell\/psychisch, bio-energetisch, bio-physikalisch und bio-chemisch, gibt er seit 40 Jahren im Seminarstudium an Therapeuten weiter. Das von ihm gegr\u00fcndete l.M.U. College fokussiert dieses Wissen als internationale und unabh\u00e4ngige Forschungs- und Bildungseinrichtung.<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fmagazin%2Fangst-stress-burnout-und-depression-zurueckfinden-in-ein-sinnvolles-leben%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fmagazin%2Fangst-stress-burnout-und-depression-zurueckfinden-in-ein-sinnvolles-leben%2F&text=Angst%2C%20Stress%2C%20Burnout%20und%20Depression%20%E2%80%93%20Zur%C3%BCckfinden%20in%20ein%20sinnvolles%20Leben\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; 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Denn wer plant schon depressiv zu [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":7586,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[5,45,44],"tags":[165,131,164],"class_list":["post-7583","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-coaching","category-burnout","category-stressmanagement","tag-burnout","tag-coaching","tag-stressmanagement"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7583","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7583"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7583\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8822,"href":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7583\/revisions\/8822"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7586"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7583"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7583"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7583"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}