{"id":8183,"date":"2022-06-21T10:32:16","date_gmt":"2022-06-21T08:32:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/?p=8183"},"modified":"2022-05-03T17:52:07","modified_gmt":"2022-05-03T15:52:07","slug":"ein-guter-trainer-sein-und-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/magazin\/ein-guter-trainer-sein-und-bleiben\/","title":{"rendered":"Ein guter Trainer sein und bleiben"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was unterscheidet einen Trainer von einem<\/strong><strong> Reiseleiter? Wenig! Fast t\u00e4glich muss er sich auf neue Gruppen einstellen und ihnen stets das Gleiche erz\u00e4hlen sowie gute Laune verspr\u00fchen. Au\u00dferdem Interesse am Gegen\u00fcber zeigen, obwohl er wei\u00df: Diese Person sehe ich vermutlich einmal und nie wieder. Deshalb brennen viele Trainer mit der Zeit aus.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seminarende. Die meisten Teilnehmer verlassen den Raum. Einige scharen sich noch um den Trainer. Die \u00fcblichen Nachfragen. Noch ein paar freundliche Worte. Dann macht sich der letzte Teilnehmer auf den Weg nach Hause. Zur\u00fcck bleibt der Trainer. F\u00fcr ihn hei\u00dft es nun, den Laptop und Beamer, den Moderatorenkoffer und die Flipcharts verstauen. Und dann noch in Ruhe einen Kaffee trinken? Oder doch nicht? Die Zeit dr\u00e4ngt! Morgen steht das n\u00e4chste Seminar an. Also ab ins Auto. Wieder auf die Autobahn. Und m\u00f6glichst fest aufs Gaspedal treten, denn in dem 300 Kilometer entfernten Hotel muss der Seminarraum noch hergerichtet werden. Erst danach kann der Trainer endlich ins Bett sinken oder in der Hotelbar noch ein Bier zur Entspannung trinken. Schlie\u00dflich waren die letzten Tage anstrengend. St\u00e4ndig unter Beobachtung, permanent unter Strom, stets auf Achse \u2013 Traineralltag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Alltag, den viele junge Trainer genie\u00dfen. Das Leben aus dem Koffer hat auch seinen Reiz. Permanent lernt man neue Leute kennen. Immer wieder wird man mit unvorgesehenen Situationen konfrontiert. Regelm\u00e4\u00dfig muss man \u2013 trotz guter Vorbereitung \u2013 improvisieren. Und anders als bei vielen anderen Jobs erntet man zumindest den immateriellen Teil seines \u201eLohns\u201c stets sofort: die Anerkennung der Teilnehmer. Ein sch\u00f6nes Leben, ein abwechslungsreiches Leben, ein selbstbestimmtes Leben \u2013 \u00e4hnlich dem eines Profisportlers, der von einem Wettkampf zum n\u00e4chsten reist.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Alles schon hundert Mal erlebt<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anders sehen viele \u201ealte Hasen\u201c das Trainerleben. F\u00fcr sie sind selbst die vornehmsten Hotels mit den edelsten Restaurants nur noch Arbeitsst\u00e4tten. Und auch das Lampenfieber, das sie ehemals vor ihrem Auftritt vor neuen Gruppen sp\u00fcrten, ist l\u00e4ngst einem Gef\u00fchl der Routine gewichen. Einer Routine, die ihnen zwar Sicherheit vermittelt, doch zugleich das Gef\u00fchl: Das habe ich alles schon hundert Mal erlebt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der immer wiederkehrende Wunsch der Teilnehmer nach mehr Praxistipps. Er geh\u00f6rt dazu! Der von den Teilnehmern nach einem gut gelaufenen Seminar voller \u00dcberzeugung ge\u00e4u\u00dferte Wunsch: Wir sollten uns noch mal treffen. Wohlbekannt! Doch jeder erfahrene Trainer wei\u00df: Er wird nie realisiert. Kaum sind die Teilnehmer zuhause, sind die euphorischen Gef\u00fchle verflogen, denen sie sich in der K\u00e4seglocke Seminar hingaben. Und der Trainer? Er hat sp\u00e4testens bei der Ankunft im n\u00e4chsten Tagungshotel \u201eden Kai\u201c und \u201edie Karla\u201c vom letzten Seminar vergessen. Denn w\u00e4hrend seiner Trainert\u00e4tigkeit begegnete er schon Hunderten \u201eKais\u201c und \u201eKarlas\u201c. Und morgen werden in dem Seminar wieder ein \u201eKai\u201c und eine \u201eKarla\u201c sitzen.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Als Trainer ein Nomade oder ein Vagabund?<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oft packt denn auch erfahrene Trainer in einer stillen Stunde das leise Gef\u00fchl: Eigentlich f\u00fchre ich kein Nomaden-, sondern ein Vagabundenleben. Nomaden ziehen nicht alleine, sondern mit ihrem Stamm umher. Vagabunden hingegen haben keine Wurzeln, weil sie ihr Leben mal hierhin und mal dorthin verschl\u00e4gt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcberkommt einen Trainer dieses Gef\u00fchl, dann ist die Sinnkrise nicht weit. Dann nimmt er nur noch die negativen Seiten seines Berufs wahr. Und solche hat der Trainerberuf ebenso viele wie positive. Zum Beispiel, ist der Aufbau und die Pflege intensiver Beziehungen schwer. Wenn andere V\u00e4ter und M\u00fctter abends mit ihren Kindern Abendessen und sie ins Bett bringen, sitzt \u201ePapa oder Mama Trainer\u201c in der Hotelbar oder rast \u00fcber die Autobahn. Wenn andere M\u00e4nner und Frauen sich zum Beispiel jeden Dienstagabend mit Freunden zum Volleyballspielen treffen, kegelt Herr oder Frau Trainer mit Leuten, die er oder sie am Morgen noch nicht kannte. Kein Wunder, dass in manchem Trainer nach einigen Jahren das Gef\u00fchl reift: Wenn das so weiter geht, ist irgendwann nicht nur die Beziehung zu meinem Lebenspartner am Ende, auch mein Freundeskreis hat sich auf ein, zwei Personen reduziert. Mancher beschlie\u00dft dann: Ich muss in meinem Leben etwas ver\u00e4ndern. Ich m\u00f6chte wieder mehr Zeit f\u00fcr meine Familie, Freunde und Hobbys haben.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Latente Unzufriedenheit bewirkt oft seltsame Entschl\u00fcsse<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus diesem Gef\u00fchl heraus werden oft seltsame Entschl\u00fcsse geboren. Zum Beispiel: Ich er\u00f6ffne ein eigenes Trainingscenter mit \u00dcbernachtungskapazit\u00e4ten. Dann muss ich nicht mehr in Tagungshotels \u00fcbernachten, sondern die Kunden kommen zu mir. Ein Ansinnen, mit dem schon viele Trainer Schiffbruch erlitten. Denn zu Recht fragen sich die Firmenkunden: Warum sollen wir ein Dutzend Mitarbeiter quer durch\u2019s Land reisen lassen? Nur weil der Trainer dies will? Schlie\u00dflich bezahlen wir ihn. Also soll er sich gef\u00e4lligst auf die Socken machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiterer Tagtraum vieler Trainer: Ich werde so ber\u00fchmt, dass ich k\u00fcnftig als Kongressredner nur noch ein dutzend Mal pro Jahr meinen Standard-Vortrag herunterspulen muss, um mein angestrebtes Jahreseinkommen zu erzielen. Dies ist zwar einzelnen Trainern gelungen \u2013 doch keinem von heute auf morgen. Sie ben\u00f6tigten meist Jahrzehnte, um sich einen entsprechenden Ruf als \u201eSpezialist f\u00fcr &#8230;\u201c aufzubauen. Hierf\u00fcr fehlt vielen Trainern die n\u00f6tige Hartn\u00e4ckigkeit und Konsequenz und schon gar nicht (k\u00f6nnen oder) wollen sie das Kleingeld investieren, das der Aufbau einer solchen \u201eTrainer-Marke\u201c erfordert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiterer, aktueller Tagtraum so mancher Trainer, die nicht selten bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie, ausschlie\u00dflich von Pr\u00e4senz-Veranstaltungen lebten, ist: Ich biete k\u00fcnftig nur noch Online-Trainings und -Coaching an. Auch dieser Traum wird sich bei den meisten rasch als Luftschloss erweisen \u2013 nicht nur aufgrund der oft nur rudiment\u00e4ren IT-Kenntnisse vieler Trainer. Entscheidender ist: Ihre Stammkunden trauen ihnen nicht zu, dass sie online eine \u00e4hnlich hohe Wirkung wie in ihren Pr\u00e4senz-Veranstaltungen entfalten \u2013 speziell dann, wenn sie keine \u201eDigital Natives\u201c, sondern schon leicht ergraute Trainer sind.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Die Arbeitsf\u00e4higkeit bewahren<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da sich die vorgenannten Fluchtwege aus dem Traineralltag meist als Wunschtr\u00e4ume erweisen, ist es um so wichtiger, sich als Trainer rechtzeitig und regelm\u00e4\u00dfig zu fragen: Wie kann ich die n\u00f6tige Balance in meinem Leben bewahren, damit ich auch noch in f\u00fcnf, zehn Jahren ein guter Trainer bin? Daran f\u00fchrt kein Weg vorbei, denn letztlich verkauft jeder Trainer stets sich selbst (und sein Know-how). Wird er krank, hat er nichts mehr zu verkaufen. Folglich m\u00fcssten Trainer alles tun, um ihre k\u00f6rperliche Leistungsf\u00e4higkeit zu bewahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gegenteil ist oft der Fall. Dies beginnt bei der Ern\u00e4hrung: Diese ist bei nicht wenigen Trainern zur Kalorienaufnahme verkommen. Mal schlingen sie in den Seminarpausen das Essen schnell hinunter, mal essen sie nichts. Mal f\u00fcllen sie sich am Abend den Bauch bis zum Anschlag, mal verzehren sie fix eine Currywurst in einer Autobahnrastst\u00e4tte. Und abends d\u00fcrfen selbstverst\u00e4ndlich zwei, drei Gl\u00e4ser Bier oder Rotwein f\u00fcr den gesunden Schlaf nicht fehlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4hnlich sieht es mit dem regelm\u00e4\u00dfigen Sporttreiben aus. Bei vielen Trainern lautet hier der Befund: Fehlanzeige. Zwar betonen sie in ihren Seminaren oft, dass k\u00f6rperliche und geistige Fitness zusammenh\u00e4ngen, nur ein Bruchteil von ihnen schn\u00fcrt aber regelm\u00e4\u00dfig seine Laufschuhe oder schnallt sich Inline-Skates an. Und noch weniger suchen regelm\u00e4\u00dfig die Sauna, das Schwimmbad oder die anderen Wellness-Einrichtungen der Tagungshotels auf, um neue Energie zu tanken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei w\u00e4re ein solches Energietanken n\u00f6tig, denn ein ausgebrannter Trainer ist kein guter Trainer \u2013 ganz gleich, wie viel Wissen und Erfahrung er angeh\u00e4uft hat. Ein \u201em\u00fcder\u201c Trainer kann zwar meist noch so routiniert sein Programm herunterspulen, dass die Seminarteilnehmer ihm gute \u201eNoten\u201c geben. Doch ein echtes Interesse an seinem Gegen\u00fcber hat er nicht. Das sp\u00fcren auch die Teilnehmer. Schon gar nicht gelingt es ihm, bei ihnen das Feuer zu entfachen, sich zu ver\u00e4ndern. Deshalb reduziert sich sein Seminar auf eine reine Wissensvermittlung.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Ausgebrannte Trainer sind unglaubw\u00fcrdig<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist vielen Trainern bewusst. Deshalb haben manche f\u00fcr sich solche Faustregeln entwickelt wie: maximal 100 Trainingstage pro Jahr. Und andere f\u00fcgen ihnen noch Erg\u00e4nzungen hinzu wie: maximal 50 \u00dcbernachtungen au\u00dfer Haus pro Jahr. Denn sie wissen: Wenn mein privates Umfeld zusammenbricht \u2013 zum Beispiel, weil mein Partner und ich sich entfremden \u2013 bin ich kein guter Trainer mehr. Denn wenn ich unter Einsamkeit leide oder mich frage \u201eWozu das Ganze?\u201c, strahle ich auch nicht mehr die Zuversicht, den Optimismus und die Tatkraft aus, die Trainer vermitteln sollten. Dann glaubt mir kein Teilnehmer mehr,<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>dass jede Ver\u00e4nderung eine Chance ist<\/li>\n<li>dass nicht entscheidend ist, ob man hinf\u00e4llt, sondern ob man wieder aufsteht, und<\/li>\n<li>dass man sein Leben pro-aktiv gestalten sollte.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ber\u00fccksichtigen nicht wenige Trainer bei ihrer Lebensplanung. Oft \u00fcbersehen sie dabei jedoch einen Punkt, der zuweilen langfristig die Arbeitsf\u00e4higkeit von Trainern bedroht, n\u00e4mlich, dass der Trainerberuf auf Dauer teilweise die Pers\u00f6nlichkeit nebst Menschenbild ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So registriert man bei manchen Trainern, dass sie im Laufe der Jahre eine ironisch-distanzierte, oft sogar zynische Haltung zu ihrem Beruf entwickeln. Weil sie alle Teilnehmerfragen schon hundert Mal geh\u00f6rt und ihren \u201eStoff\u201c schon ebenso oft herunter gebetet haben, entwickeln sie gegen\u00fcber den Seminarteilnehmern die Grundhaltung: Das sind alles kleine Idioten; die kapieren die einfachsten Sachen nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie nehmen nicht mehr wahr, dass sie in der Regel meist nur in einem klitzekleinen Themengebiet einen Wissensvorsprung vor den Teilnehmern haben. Au\u00dferdem, dass die Fragen, die sie mit ihnen er\u00f6rtern, nur einige wenige von Hunderten von Fragen sind, die sich den Teilnehmern in ihrem Arbeitsalltag stellen; des Weiteren, dass ihr Thema f\u00fcr die Teilnehmer bei weitem nicht die Relevanz hat, die sie ihm als \u201eSpezialist f\u00fcr\u2026\u201c, der seit Jahren (nur) \u00fcber dieses referiert, beimessen. Sp\u00fcrbar wird diese zynische Haltung zum eigenen Beruf in zahllosen Punkten. Zum Beispiel darin, wenn Trainer Einw\u00e4nde der Teilnehmer mit ihrer sprachlichen Routine \u00fcberspielen statt ernsthaft auf deren Anliegen einzugehen. Sie zeigt sich aber auch darin,<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>wenn Trainer ihre Seminarkonzepte nicht mehr weiterentwickeln und heute noch mit denselben Konzepten wie vor f\u00fcnf, zehn oder gar 20 Jahren arbeiten oder<\/li>\n<li>wenn sie \u2013 egal wie das Seminarthema lautet \u2013 stets dieselben Seminarbausteine mal in der Reihenfolge ABC, mal BCA, mal CAB zusammenmixen und diese Cocktails dann als ma\u00dfgeschneiderte Seminare verkaufen.<\/li>\n<\/ul>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Routiniert, aber nicht mehr professionell<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine distanzierte Haltung zum eigenen Beruf zeigt sich in weiteren Unsitten. So beenden zum Beispiel nicht wenige Trainer mehrt\u00e4gige Seminare am letzten Tag fr\u00fcher (freitags oft bereits um 13 Uhr), obwohl ihr Auftraggeber sie den ganzen Tag bezahlt. Dass die Teilnehmer damit stets einverstanden sind, rechtfertigt dieses Verhalten nicht. Ebenso wenig die Entschuldigung \u201eDaf\u00fcr haben wir am Vorabend bis 21 Uhr gearbeitet\u201c \u2013 zumindest wenn der Trainer ein Profi ist. Dann wei\u00df er: Die Aufnahmef\u00e4higkeit von Menschen ist irgendwann ersch\u00f6pft. Am sp\u00e4ten Abend kann man sich nach einem anstrengenden Seminartag zwar noch ein Video \u201ereinziehen\u201c, doch nichts Neues mehr erarbeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine professionelle Berufseinstellung zeigen Trainer mit solchen Verhaltensweisen nicht. Sie sind zwar noch routinierte, doch keine guten Trainer (mehr). Deshalb werden sie von den Unternehmen, wenn sie ihre Bildungsetats k\u00fcrzen oder wie aktuell viele die Weichen in ihrer Personalentwicklung neu stellen, meist als Erste aussortiert \u2013 zumindest wenn sie noch eine weitere Deformation zeigen, die der Trainerberuf nicht selten \u00a0bewirkt: eine \u00dcbersch\u00e4tzung des eigenen Intellekts.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Regelm\u00e4\u00dfig kritisches Feedback einholen<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da die meisten Trainer Einzelk\u00e4mpfer sind, erhalten sie nur selten ein qualifiziertes Feedback hinsichtlich<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>ihrer Kompetenz als Trainer und<\/li>\n<li>der \u201eQualit\u00e4t\u201c der Gedanken, die sie abends im Hotelzimmer oder zuhause am Schreibtisch entwickeln.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele Trainer schmoren \u00fcber Jahre im eigenen Saft. Deshalb registriert man bei einigen dieselben Einstellungen wie bei Lehrern, die jahrelang alleine vor ihrer Klasse stehen. Sie halten sich alle f\u00fcr 1A-P\u00e4dagogen, ihre Lehrmethoden sind das Nonplusultra und ihre Gedanken sind einzigartig und genial.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Faktisch sind ihre Gedankengeb\u00e4ude jedoch oft nur undurchdacht und unausgegoren (weil niemand ihnen ein Feedback gibt und kritische R\u00fcckfragen stellt). Auch dies bedroht auf Dauer die Lebensbalance mancher Trainer \u2013 weil unter dem \u201eSchmoren im eigenen Saft\u201c ihre Selbstwahrnehmung leidet. Nicht wenige erfahrene Trainer glauben denn auch, sie seien gute Trainer, faktisch sind sie aber nur noch routinierte Trainer. Zuweilen sind sie sogar schlechter als ihre unerfahrenen Kollegen, denn Letztere sind in der Regel noch hungrig und lernbereit \u2013 was auch die Teilnehmer sp\u00fcren.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Einen pers\u00f6nlichen Entwicklungsplan haben<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb sollten Trainer ein regelm\u00e4\u00dfiges Feedback von Kollegen oder anderen Profis suchen. Sonst werden ihre blinden Flecken stets gr\u00f6\u00dfer. Au\u00dferdem sollten sie sich kontinuierliche weiterbilden, damit sie auch ihre Produkte weiterentwickeln k\u00f6nnen \u2013 nicht nur zum Wohl der Kunden, sondern auch, damit sie sich auf Dauer nicht selbst an\u00f6den, weil sie seit Jahren denselben Kram \u2013 beispielsweise zum Thema F\u00fchrung, Krisen- oder Projektmanagement \u2013 erz\u00e4hlen; und dies obwohl sich die Rahmenbedingungen in den Betrieben schon lange ver\u00e4ndert und diese sich durchaus weiterentwickelt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wichtig ist zudem, dass sich Trainer regelm\u00e4\u00dfig eine Auszeit nehmen und fragen:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Was ist mir wichtig?<\/li>\n<li>Welche Ziele will ich in f\u00fcnf, zehn Jahren erreichen? Und:<\/li>\n<li>Worin zeigt sich f\u00fcr mich Lebenserfolg?<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Au\u00dferdem: Was sollte ich tun, um zwischen den vier Lebensbereichen \u201eArbeit\/Leistung\u201c, \u201eFamilie\/Kontakt\u201c, \u201eK\u00f6rper\/Gesundheit\u201c und \u201eSinn\/Kultur\u201c die richtige Balance zu wahren, damit ich langfristig mit mir und mit meinem Leben zufrieden bin? Denn nicht nur die W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse der Mitarbeiter von Unternehmen ver\u00e4ndern sich im Lauf ihres Lebens bzw. ihrer beruflichen T\u00e4tigkeit, weshalb nicht wenige Betriebe eine sogenannnte Lebenszyklus-orientierte Personalentwicklung betreiben. Dasselbe gilt f\u00fcr Trainer. Also sollten auch sie rechtzeitig die Weichen in Richtung Ver\u00e4nderung bzw. Weiterentwicklung stellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Autor: Bernhard Kuntz<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fmagazin%2Fein-guter-trainer-sein-und-bleiben%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fmagazin%2Fein-guter-trainer-sein-und-bleiben%2F&text=Ein%20guter%20Trainer%20sein%20und%20bleiben\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; 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