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Die NGO Social Progress Imperative hat gemeinsam mit Deloitte die weltweite Entwicklung unter sozialen Gesichtspunkten analysiert. Der Social Progress Index (SPI) verzeichnet für die Welt seit 2014 einen leichten Aufwärtstrend, der sich aber sehr ungleich verteilt. Die nordeuropäischen Länder führen konstant das Ranking an und entwickeln sich überdurchschnittlich gut, Norwegen hat den ersten Platz übernommen. Österreich liegt wie im Vorjahr mit Platz 20 im Mittelfeld der Industrienationen.

Vor dem Hintergrund des Klimawandels und weltweiter Umbrüche braucht es heute einen ganzheitlichen Fortschrittsbegriff, der über ökonomische Kennzahlen hinausgeht. Mit dem Social Progress Index werden weltweit Länder anhand ihrer sozialen Fortschrittlichkeit bewertet. Im aktuellen Index-Ranking wurden 149 Länder in Bezug auf 50 soziale und ökologische Faktoren analysiert. Die drei untersuchten Hauptkategorien sind dabei „Menschliche Grundbedürfnisse“, „Grundlagen des Wohlbefindens“ und „Chancen und Möglichkeiten“. Im Durchschnitt entwickelt sich der Index positiv: Die Mehrheit der Länder hat sich zumindest in einzelnen Bereichen konstant verbessert.

„Der Wohlstand der Weltbevölkerung ist in den letzten Jahren generell gestiegen – nicht nur in materieller Hinsicht, sondern auch in Hinblick auf die sozialen Aspekte“, erklärt Bernhard Gröhs, CEO von Deloitte Österreich.

Die Top 5 der Welt finden sich wenig überraschend in Europa. Norwegen ist diesjähriger Spitzenreiter, gefolgt von Dänemark, der Schweiz, Finnland und Schweden.

Die letzten Plätze belegen mit dem Tschad, der Zentralafrikanischen Republik und dem Südsudan afrikanische Länder. Negative Entwicklungen zeigen sich unter anderem in den USA: Als einziges der G7-Länder lässt sich dort in den letzten fünf Jahren ein sozialer Rückschritt beobachten.

Österreich im Mittelfeld

Österreich liegt wie im Vorjahr auf Platz 20 und damit im Mittelfeld der Industriestaaten. „Es ist keine Frage, dass Österreich zum kleinen Kreis der Länder mit sehr hohem sozialem Fortschritt gehört. Aber andere vergleichbare Nationen entwickeln sich nicht nur wirtschaftlich, sondern auch bei sozialen Themen schneller und besser“, meint Gröhs.

Österreich erreicht Bestwerte bei der Befriedigung der menschlichen Grundbedürfnisse (Platz 12). In dieser Kategorie wird neben der Verfügbarkeit leistbaren Wohnraums sowie persönlicher Sicherheit unter anderem auch der Zugang zu Trinkwasser und sanitären Anlagen berücksichtigt. In den beiden anderen Hauptkategorien „Grundlagen des Wohlbefindens“ (Platz 20) und „Chancen und Möglichkeiten“ (Platz 23) ist Österreich aber etwas zurückgefallen. „Wir sehen vor allem Aufholbedarf bei Bildung, Chancengleichheit, Diversität sowie Rechtssicherheit“, erklärt Bernhard Gröhs.

Steiniger Weg zu den UN-Entwicklungszielen

Von 24. bis 25. September treffen sich die Vereinten Nationen in New York zum „United Nations SDG Summit“, um über den Fortschritt bei der Erreichung der Social Development Goals (SDG) zu diskutieren. Mit dem Zieldatum 2030 sollten etwa die absolute Armut sowie die Diskriminierung von Frauen und Mädchen überwunden sein. Die Ergebnisse und Trends des aktuellen SPI-Berichts zeigen allerdings: Die Welt schneidet aktuell in acht von zwölf großen Bereichen unzureichend ab. Durch den zu langsamen sozialen Fortschritt wird die Zielerreichung demnach frühestens 2073 möglich sein.

Globaler Fortschritt bei Bildung, Rückschritte bei Persönlichkeitsrechten

Wäre die Welt ein Land, so wäre sie im Index-Ranking auf Platz 89 zwischen China und Saudi-Arabien. Diese Zahl verdeutlicht die großen globalen Herausforderungen. Auf der einen Seite sorgt allem der verbesserte Zugang zu Information, Kommunikation und weiterführender Bildung für stetigen sozialen Fortschritt. Auf der anderen Seite hat das letzte Jahr im Bereich der persönlichen Rechte für viele Menschen Rückschritte gebracht, etwa bei der Religionsfreiheit.

Über den Social Progress Index

Der Social Progress Index (SPI) wird seit 2013 jährlich von der NGO Social Progress Imperative in Zusammenarbeit mit Deloitte herausgegeben. Der SPI ist eine Ergänzung des BIP und anderer ökonomischer Indikatoren. Der SPI bietet weltweit den umfassendsten Rahmen zur Messung von sozialem Fortschritt und ist der erste Index, der diesen unabhängig vom BIP bewertet. Er zielt darauf ab, Stärken und Schwächen der gesellschaftlichen Entwicklung aufzudecken sowie Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Die Leistung der Länder wird dabei nicht nur ökonomisch, sondern ganzheitlich beurteilt.

Quelle: Deloitte

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