{"id":3772,"date":"2016-11-10T06:42:39","date_gmt":"2016-11-10T04:42:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/news\/?p=3772"},"modified":"2022-03-25T14:13:14","modified_gmt":"2022-03-25T13:13:14","slug":"sinkende-industrielle-wertschoepfung-gefaehrdet-das-wohlstandsniveau-in-oesterreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/news\/sinkende-industrielle-wertschoepfung-gefaehrdet-das-wohlstandsniveau-in-oesterreich-3772\/","title":{"rendered":"Sinkende industrielle Wertsch\u00f6pfung gef\u00e4hrdet das Wohlstandsniveau in \u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Digitalisierung gef\u00e4hrdet bis 2040 knapp \u00fcber 40% der Arbeitspl\u00e4tze in der Industrie und den industrieorientierten Dienstleistungen. A.T. Kearney erwartet, dass bis zu 30% der Wirtschaftsleistung bis dahin mit neuen Produkten, Dienstleistungen und Gesch\u00e4ftsmodellen erwirtschaftet werden muss, um das Wohlstandsniveau in \u00d6sterreich zu erhalten. Die Digitalisierung bietet die Chancen den Wandel erfolgreich zu gestalten.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDigitalisierung ist der gr\u00f6\u00dfte Entwicklungsschub f\u00fcr die Industrie seit der industriellen Revolution. Daf\u00fcr m\u00fcssen aber Unternehmen, Politik und Wissenschaft aktiv den notwendigen Umbau der \u00f6sterreichischen Wirtschaft einleiten und vorantreiben.\u201c, so Florian Haslauer, Partner bei A.T. Kearney \u00d6sterreich. Mehr als 30.000 heimische Industrieunternehmen stehen vor Disruptionen in den traditionellen Arbeitswelten. Der Standort \u00d6sterreich verliert zunehmend an Attraktivit\u00e4t. Ein Blick \u00fcber den Tellerrand k\u00f6nnte sich f\u00fcr innovative Betriebe lohnen, da viele Chancen darauf warten, genutzt zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn sinkende Wachstumsraten zu beobachten sind, ist die Bruttowertsch\u00f6pfung in \u00d6sterreich \u00fcber die letzten 20 Jahre durchschnittlich um 1,4% pro Jahr real gewachsen. Heute wird rund die H\u00e4lfte der Wertsch\u00f6pfung von der Industrie und den industrieorientierten Dienstleistungen generiert. \u201e\u00d6sterreich ist nach wie vor ein Industrieland. Diese Branchen sind somit ganz wesentliche Treiber f\u00fcr den Wohlstand in \u00d6sterreich\u201c, so Florian Haslauer, Autor der A.T. Kearney Studie \u201eWertsch\u00f6pfung 4.0 \u2013 \u00d6sterreichs Industrie in der Zukunft\u201c. F\u00fcr die Studie befragte A.T. Kearney im Herbst 2016 in Zusammenarbeit mit dem Industriemagazin 100 \u00f6sterreichische Industrieunternehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMenschenleere Fabriken r\u00fccken n\u00e4her, denn sowohl niedrig qualifizierte als auch hochqualifizierte Arbeitskr\u00e4fte werden durch Automatisierung ersetzt\u201c, sagt Achim Kaucic, Co-Autor der Studie. Von den 1,8 Millionen Arbeitspl\u00e4tzen in der Industrie und den industrieorientierten Dienstleistungen, sind 42% der Arbeitspl\u00e4tze \u2013 also \u00fcber 750.000 \u2013 aufgrund von Digitalisierung und Automatisierung in den n\u00e4chsten 25 Jahren gef\u00e4hrdet. \u201eBesonders schwerwiegend ist diese Entwicklung, wenn man bedenkt, dass fast die H\u00e4lfte aller Lehrlinge von Industrie- und Gewerbeunternehmen ausgebildet werden und dass Besch\u00e4ftigte in Industrie und Gewerbe durchschnittlich um 10% mehr verdienen als in anderen Branchen\u201c, erg\u00e4nzt Achim Kaucic. Abgesehen von der Industrie sind auch Jobs in industrieunabh\u00e4ngigen Dienstleistungssektoren durch Automatisierung gef\u00e4hrdet. Insgesamt sind 44% aller \u00f6sterreichischen Arbeitspl\u00e4tze bedroht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Digitalisierung grunds\u00e4tzlich positiv betrachtet<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00d6sterreichs Industrieunternehmen stehen der Digitalisierung grunds\u00e4tzlich positiv gegen\u00fcber: F\u00fcr dreiviertel der befragten Unternehmen \u00fcberwiegen die Chancen der Digitalisierung f\u00fcr ihr Unternehmen, f\u00fcr praktisch keinen der Befragten \u00fcberwiegen die Risiken. Besonders in der Entwicklung neuer Produkte, in der Implementierung neuer Technologien und in der Erh\u00f6hung der Produktivit\u00e4t wird viel Potential gesehen. Ein anderer Effekt der Digitalisierung wird von den heimischen Industriebetrieben eher untersch\u00e4tzt: Zahlreiche Beispiele zeigen bereits, dass Digitalisierung herk\u00f6mmliche Branchengrenzen immer mehr verschwimmen l\u00e4sst und damit traditionelle Gesch\u00e4ftsmodelle in Frage stellt. \u201eNur 8% sehen einen Eintritt in fremde Branchen als gro\u00dfe Chance f\u00fcr ihr Unternehmen. Und auch das Szenario, dass sich durch den Eintritt branchenfremder Unternehmen der Wettbewerb f\u00fcr ihr Unternehmen deutlich versch\u00e4rfen wird, sieht die Mehrheit der Befragten als unwahrscheinlich an\u201c, so Oskar Schmidt, Co-Autor der Studie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachholbedarf besteht f\u00fcr die heimischen Industriebetriebe vor allem beim Thema Innovation. Insbesondere zwei wesentliche Treiber von Innovation \u2013 effizienter Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie die Anziehung der richtigen Talente \u2013 sind in \u00d6sterreich zu gering ausgepr\u00e4gt. Diese Situation spiegelt sich beispielsweise in einer niedrigen Anzahl an Patentanmeldungen, dem bescheidenen Abschneiden der heimischen Universit\u00e4ten im internationalen Vergleich, dem Fehlen von Absolventen technischer Studienrichtungen und den immer noch schwierigen Rahmenbedingungen f\u00fcr Start-ups wider.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr den Arbeitsmarkt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">A.T. Kearney geht davon aus, dass der Wegfall von Arbeitspl\u00e4tzen aufgrund der Automatisierung durch drei Aspekte aufgefangen werden kann. Einerseits werden neue Arbeitspl\u00e4tze im Sozial-Bereich, in Bildung und Softwareentwicklung entstehen. Anderseits wird ein Teil durch die Verk\u00fcrzung der durchschnittlichen Jahresarbeitszeit, durch den Ausbau von Teilzeit, Bildungsurlauben und Auszeiten erfolgen. Hier ist ein Trend, der in den letzten 2 Jahrzehnten zu beobachten war, auch in den n\u00e4chsten 20 Jahren in gleicher Weise zu erwarten. Die weitere Verbesserung der Produktivit\u00e4t erh\u00e4lt oder steigert sogar die Wertsch\u00f6pfung pro Arbeitsstunde. Der dritte und wichtigste Aspekt ist die Entwicklung von neuen Produkten, Dienstleistungen und Gesch\u00e4ftsmodellen. Bis zu 30% der Wirtschaftsleistung in 2040 werden durch neue Gesch\u00e4ftszweige abgedeckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um diesen Umbau der \u00f6sterreichischen Wirtschaft zu gew\u00e4hrleisten und damit die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, erfordert es Anstrengungen von Unternehmen, Wissenschaft und Politik gleicherma\u00dfen. Die Arbeitswelten und Ausbildungsmodelle m\u00fcssen dringend an die neuen Gegebenheiten angepasst werden. Die Unternehmen k\u00f6nnen durch die zunehmende \u00d6ffnung und den Aufbau von Netzwerken ihre Innovationskraft st\u00e4rken. Auch Mut ist erforderlich, um in neue Technologien und am Standort \u00d6sterreich zu investieren. Universit\u00e4ten und Schulen in \u00d6sterreich m\u00fcssen mehr auf Ausbildung in Wirtschaft und Technologie setzen und sich in Richtung Wirtschaft \u00f6ffnen. Die Qualit\u00e4t der Universit\u00e4ten im internationalen Vergleich muss verbessert werden, au\u00dferdem ist eine Verl\u00e4ngerung der Schulpflicht notwendig. \u201eDie Politik muss die b\u00fcrokratischen H\u00fcrden abbauen und \u00d6sterreich als Investitionsstandort f\u00fcr die Industrie attraktiver machen\u201c, erkl\u00e4rt Florian Haslauer: \u201eDie F\u00f6rderung von Unternehmertum und die Gr\u00fcndung von neuen Unternehmen sollte im Fokus stehen. Verbesserung der Ausbildung auf allen Ebenen muss ein wichtiges Ziel sein. \u00d6sterreich kann als Gewinner aus der Digitalisierung hervorgehen, wenn die Kr\u00e4fte geb\u00fcndelt werden.\u201c<\/p>\n<p>Quelle: A.T. Kearney<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fnews%2Fsinkende-industrielle-wertschoepfung-gefaehrdet-das-wohlstandsniveau-in-oesterreich-3772%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link external external_icon\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fnews%2Fsinkende-industrielle-wertschoepfung-gefaehrdet-das-wohlstandsniveau-in-oesterreich-3772%2F&text=Sinkende%20industrielle%20Wertsch%C3%B6pfung%20gef%C3%A4hrdet%20das%20Wohlstandsniveau%20in%20%C3%96sterreich\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; 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