{"id":3991,"date":"2017-01-13T06:04:30","date_gmt":"2017-01-13T04:04:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/news\/?p=3991"},"modified":"2026-01-08T10:41:34","modified_gmt":"2026-01-08T09:41:34","slug":"herausforderungen-fuer-gesundheitssysteme-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/news\/herausforderungen-fuer-gesundheitssysteme-in-europa-3991\/","title":{"rendered":"Herausforderungen f\u00fcr Gesundheitssysteme in Europa"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Verschreibung von Medikamenten: \u00c4rzte in Deutschland und Frankreich haben den gr\u00f6\u00dften Handlungsspielraum<\/strong><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\"><br \/>\n<li>G\u00fcnstige Arzneien bevorzugen vor allem deutsche und britische Mediziner<\/li><br \/>\n<li>\u00c4rzte informieren sich verst\u00e4rkt bei Gesundheits\u00e4mtern und im Internet<\/li><br \/>\n<li>Pharmahersteller sollten breiter \u00fcber neue Wirkstoffe informieren<\/li><br \/>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Niedergelassene \u00c4rzte in Frankreich und Deutschland sehen deutlich mehr Handlungsspielraum bei der Verschreibung von Arzneimitteln als ihre Kollegen in Italien und Gro\u00dfbritannien. W\u00e4hrend franz\u00f6sische (80 Prozent) und deutsche Mediziner (62 Prozent) ihre Entscheidungen hinsichtlich der Medikamentenverschreibung weitestgehend selbstbestimmt treffen, sind \u00c4rzte in Italien (38 Prozent) und Gro\u00dfbritannien (25 Prozent) deutlich eingeschr\u00e4nkter. Dies h\u00e4ngt vor allem mit der Regulierung der einzelnen Gesundheitsm\u00e4rkte zusammen. Je st\u00e4rker ein Markt reguliert und systematisiert ist &#8211; so wie in Gro\u00dfbritannien und Italien -, desto sp\u00fcrbarer greifen die Krankenversicherer in die Entscheidungshoheit der \u00c4rzte ein. Dies hat die aktuelle Studie &#8222;Front Line of Healthcare Report 2016&#8220; der internationalen Managementberatung Bain &amp; Company ergeben, f\u00fcr die in Deutschland, Frankreich, Gro\u00dfbritannien und Italien neben Klinik\u00e4rzten und Krankenhausmanagern auch niedergelassene \u00c4rzte befragt wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Auswahl verschreibungspflichtiger Medikamente ist f\u00fcr die \u00c4rzte in allen vier EU-L\u00e4ndern eine ausreichende Datenbasis durch vergleichende und evidenzbasierte Studien das wichtigste Kriterium. Beim Preis allerdings enden die Gemeinsamkeiten. W\u00e4hrend britische (61 Prozent) und deutsche \u00c4rzte (57 Prozent) es f\u00fcr wichtig halten, ihren Patienten ein m\u00f6glichst preisg\u00fcnstiges Medikament zu verschreiben, hat der Preis in Italien (42 Prozent), vor allem aber in Frankreich (19 Prozent) weit weniger Gewicht. Die Reputation eines Medikamentenherstellers spielt f\u00fcr die \u00c4rzte insgesamt eine untergeordnete Rolle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Mediziner sehen Defizite bei der wissenschaftlichen Informationsbereitstellung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Manko empfinden \u00c4rzte in Frankreich, Gro\u00dfbritannien und Italien insbesondere die Bereitstellung wissenschaftlicher Informationen. Auch die Weiterbildung durch die Hersteller ist ihrer Ansicht nach nicht ausreichend. In Deutschland sehen Mediziner andere Defizite. Ihnen fehlt es vor allem an Transparenz und ethischem Verhalten beispielsweise in Bezug auf die Bereitstellung vergleichbarer Wirksamkeitsdaten aus klinischen Studien und Real World Evidence sowie bei der Preisfestsetzung der Medikamente und Therapien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In puncto Beschaffung von Informationen sind medizinische Fortbildungen und Konferenzen f\u00fcr die meisten \u00c4rzte (72 Prozent) in den vier untersuchten L\u00e4ndern noch immer die mit Abstand wichtigste Quelle. Danach folgen Fachzeitschriften, die f\u00fcr die H\u00e4lfte der Befragten von Bedeutung sind. Immer h\u00e4ufiger nutzen Mediziner aber auch Datenbanken der Gesundheits\u00e4mter. Jeder Dritte recherchiert dort Informationen &#8211; ein Plus von 6 Prozent gegen\u00fcber 2013 (Abb. 1), der letzten entsprechenden Erhebung von Bain.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das traditionell sehr enge Verh\u00e4ltnis zu Pharmavertretern nimmt hingegen zugunsten anderweitiger Informationsbeschaffung ab. Gaben vor drei Jahren noch 53 Prozent der \u00c4rzte in Europa an, dass Pharmavertreter zu ihren drei wichtigsten Informationsquellen z\u00e4hlen, sind es in der aktuellen Studie nur noch 43 Prozent. In Deutschland ist dieser Abw\u00e4rtstrend besonders stark. W\u00e4hrend 2013 noch 52 Prozent die Pharmavertreter als eine der drei wichtigsten Informationsquellen nannten, sind es 2016 nur noch 35 Prozent. Und auch in Frankreich ist der Stellenwert der Pharmavertreter im Vergleich zu 2013 gesunken -um zehn Prozentpunkte auf 49 Prozent.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F\u00fchrende Pharmaunternehmen gelten als besonders innovativ<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch werden Pharmahersteller, die mit ihren Wirkstoffen in einem bestimmten medizinischen Bereich in einem Land f\u00fchrend sind, von \u00c4rzten auch als besonders innovativ angesehen. &#8222;Pharmahersteller sollten also ihre f\u00fchrende Marktposition in therapeutischen Gebieten weiter ausbauen&#8220;, r\u00e4t Michael Kunst, Bain-Partner und Leiter der Praxisgruppe Healthcare im EMEA-Raum. Und er f\u00fcgt hinzu: &#8222;Wollen sie auch k\u00fcnftig direkter Ansprechpartner f\u00fcr die \u00c4rzte sein, m\u00fcssen sie ihnen auf verschiedenen Kan\u00e4len verifizier- und vergleichbare wissenschaftliche Informationen \u00fcber Arzeimittel und Therapien zur Verf\u00fcgung stellen. Nur so k\u00f6nnen pharmazeutische Unternehmen den steigenden Informationsbedarf decken und die wissenschaftliche Liaison aufrechterhalten.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00dcber die Studie<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Studie &#8222;Front Line of Healthcare Report 2016&#8220; wurden nahezu 1.200 \u00c4rzte neun verschiedener Fachrichtungen sowie Krankenhausmanager aus knapp 170 Kliniken in Deutschland, Frankreich, Gro\u00dfbritannien und Italien befragt. Beleuchtet werden die Unterschiede der Gesundheitssysteme in den vier EU-L\u00e4ndern. Die gleiche Untersuchung hat Bain 2015 in den USA durchgef\u00fchrt, so dass ein Vergleich mit diesen Ergebnissen in die aktuelle Studie einflie\u00dfen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bain &amp; Company<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bain &amp; Company ist eine der weltweit f\u00fchrenden Managementberatungen. Wir unterst\u00fctzen Unternehmen bei wichtigen Entscheidungen zu Strategie, Operations, Technologie, Organisation, Private Equity und M&amp;A &#8211; und das industrie- wie l\u00e4nder\u00fcbergreifend. Gemeinsam mit seinen Kunden arbeitet Bain darauf hin, klare Wettbewerbsvorteile zu erzielen und damit den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Im Zentrum der ergebnisorientierten Beratung stehen das Kerngesch\u00e4ft des Kunden und Strategien, aus einem starken Kern heraus neue Wachstumsfelder zu erschlie\u00dfen. Seit unserer Gr\u00fcndung im Jahr 1973 lassen wir uns an den Ergebnissen unserer Beratungsarbeit messen. Bain unterh\u00e4lt 53 B\u00fcros in 34 L\u00e4ndern und besch\u00e4ftigt weltweit 6.400 Mitarbeiter, 750 davon im deutschsprachigen Raum. Weiteres zu Bain unter: www.bain.de.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">R\u00fcckfragen &amp; Kontakt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leila Kunstmann-Seik, Bain &amp; Company Germany, Inc., Karlspatz 1,<br \/><br \/>\n80335 M\u00fcnchen<br \/><br \/>\nE-Mail: leila.kunstmann-seik@bain.com, Tel.: +49 (0)89 5123 1246,<br \/><br \/>\nMobil: +49 (0)151 5801 1246<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: APA Ots<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fnews%2Fherausforderungen-fuer-gesundheitssysteme-in-europa-3991%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link external external_icon\" style=\"; 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