{"id":6363,"date":"2018-03-30T08:54:36","date_gmt":"2018-03-30T06:54:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/news\/?p=6363"},"modified":"2026-01-08T10:45:58","modified_gmt":"2026-01-08T09:45:58","slug":"bain-studie-zur-zukunft-der-automobilindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weiterbildungsmarkt.net\/news\/bain-studie-zur-zukunft-der-automobilindustrie-6363\/","title":{"rendered":"Bain-Studie zur Zukunft der Automobilindustrie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Autonomes Fahren bewirkt Disruption des automobilen Profit Pools<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>+ Neue Mobilit\u00e4t ist ein lokales und regionales Gesch\u00e4ft<\/strong><br \/><br \/>\n<strong> + Spezifische Kontrollpunkte entscheiden \u00fcber Erfolg und Profitabilit\u00e4t<\/strong><br \/><br \/>\n<strong> + St\u00e4dte spielen eine zentrale Rolle und werden wichtige Partner<\/strong><br \/><br \/>\n<strong> + F\u00fcr die n\u00f6tige Kompetenz sind Akquisitionen und Partnerschaften unverzichtbar<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Autonomes Fahren f\u00fchrt ab 2022 zu disruptiven Ver\u00e4nderungen in der urbanen Mobilit\u00e4t. Dadurch wird der Automobil- und Mobilit\u00e4tsmarkt 2030 ein v\u00f6llig anderer sein. Die Marktteilnehmer werden dabei nicht nur aus der Automobilbranche kommen. Auch Technologieunternehmen und Mobilit\u00e4tsdienstleister wollen sich einen Platz in dem neu entstehenden Markt sichern &#8211; und haben damit in den letzten Jahren bereits begonnen. Dies sind Ergebnisse aus der aktuellen Studie &#8222;The Automotive Endgame&#8220;, die die internationale Managementberatung Bain &amp; Company gerade ver\u00f6ffentlicht hat. Dabei werden zum einen die Wertsch\u00f6pfungskette der urbanen, autonomen Mobilit\u00e4t von morgen analysiert, zum anderen Handlungsempfehlungen abgeleitet, mit denen sich Hersteller und Zulieferer schon heute auseinandersetzen sollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Neue Verkehrskonzepte in St\u00e4dten und Kommunen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits ab dem Jahr 2022 werden in ersten Gro\u00dfst\u00e4dten selbstfahrende Elektroautoflotten in gr\u00f6\u00dferem Rahmen zum Einsatz kommen. Angesichts der deutlich h\u00f6heren Auslastung dieser Fahrzeuge und der integrierten Verkehrsoptimierung durch Robo-Taxis l\u00e4sst sich die Zahl der Autos auf den Stra\u00dfen bei konsequenter Umsetzung um mehr als 40 Prozent reduzieren. In einer Stadt wie Berlin w\u00fcrden Robo-Taxis im optimistischsten Szenario dann sogar 58 Prozent der heute zur\u00fcckgelegten motorisierten Personenkilometer \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;F\u00fcr die St\u00e4dte ist dies ein hochattraktives Szenario&#8220;, betont Dr. Klaus Stricker, Autor der Studie und Co-Leiter der weltweiten Automobil-Praxisgruppe von Bain. &#8222;Autonome Taxis verringern die Verkehrsprobleme, weil weniger Autos unterwegs sind. Die Unfallzahlen sinken, weil computergesteuerte Fahrzeuge sicherer fahren. Und nicht zuletzt werden gro\u00dfe innerst\u00e4dtische Fl\u00e4chen frei, die bisher f\u00fcr Parkpl\u00e4tze und Verkehr genutzt wurden.&#8220; Die Autobauer k\u00f6nnen sich dabei als enge Partner von St\u00e4dten und Kommunen ins Spiel bringen. Das allerdings ist ein schrittweiser und zeitintensiver Prozess. Erste Gro\u00dfst\u00e4dte wie Singapur oder Dubai haben aber bereits konkrete Pl\u00e4ne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Neue Profit Pools entstehen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bedeutung dieses Wandels haben Automobilhersteller l\u00e4ngst erkannt. Es geht um zentrale Elemente der Technik wie Batterien, um die Software selbstfahrender Autos, um die Kompetenz als Mobilit\u00e4tsdienstleister und in den entsprechenden Steuerungs- sowie Optimierungsalgorithmen. Und es geht um die F\u00e4higkeit, einen gro\u00dfen Kundenstamm zu betreuen und als Robo-Taxi-Betreiber gro\u00dfe Flotten in Bewegung und in gutem Zustand zu halten. Rund um das Flottenmanagement &#8211; also die Finanzierung, Bereitstellung, Wartung und Reinigung der autonomen Fahrzeugflotte &#8211; entstehen neue Profit Pools. Diese sind sowohl f\u00fcr Hersteller als auch f\u00fcr Leasingunternehmen und Mietwagenfirmen interessant. Hier k\u00f6nnen die Hersteller auf bestehende Kompetenzen ihrer Finanzdienstleister und des verbundenen Handels aufbauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Mit der autonomen Elektromobilit\u00e4t entsteht eine neue Wertsch\u00f6pfungskette, an der verschiedene Industrien teilhaben wollen&#8220;, erkl\u00e4rt Ralf Kalmbach, Co-Leiter der weltweiten Automobil-Praxisgruppe von Bain. &#8222;Deshalb versuchen im Moment sowohl Technologie- als auch Automobilunternehmen, strategische Kontrollpunkte dieses neuen Gesch\u00e4fts zu besetzen, und das meist \u00fcber Akquisitionen oder mithilfe von Partnern.&#8220; So \u00fcbernahm Chipgigant Intel f\u00fcr 15 Milliarden US-Dollar MobilEye, den israelischen Hersteller von Fahrassistenzsystemen. Ford und der chinesische Internetkonzern Baidu investierten 150 Millionen US-Dollar in den Lidar-Hersteller Velodyne. Und General Motors kaufte 2016 das Start-up Cruise, das Systeme zum autonomen Fahren entwickelt. Investiert wurde auch in Dienstleistungsunternehmen. Beispiele sind die App-basierte Taxivermittlung MyTaxi von Daimler, die Beteiligung von GM am Fahrdienstvermittler Lyft oder die Beteiligung von Toyota an Uber.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das margentr\u00e4chtige Gesch\u00e4ft an der Kundenschnittstelle besetzen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den n\u00e4chsten drei bis f\u00fcnf Jahren wird sich zeigen, welche Unternehmen im Mobilit\u00e4tsmarkt der Zukunft welche Position einnehmen k\u00f6nnen. Technologiefirmen wie Uber, Lyft und Didi haben mit ihren durch Venture Capital finanzierten &#8222;Ride-Hailing&#8220;-Angeboten den Mobilit\u00e4tsmarkt zuletzt regelrecht aufgerollt und dabei hohe Verluste in Kauf genommen. Damit gelang es ihnen, sich im vorderen Teil der Wertsch\u00f6pfungskette erfolgreich zu positionieren. Wer im automobilen Endspiel zu den Gewinnern geh\u00f6ren m\u00f6chte, sollte auch im Bereich Mobilit\u00e4tsplattformen und Kundenschnittstelle pr\u00e4sent sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verlieren werden diejenigen Autohersteller, die es nicht schaffen, die kritischen Kontrollpunkte zu besetzen, und einen Platz ausschlie\u00dflich im hinteren Teil der Wertsch\u00f6pfungskette einnehmen k\u00f6nnen. Damit werden sie zu reinen Zulieferern f\u00fcr die Mobilit\u00e4tsplattformen degradiert. Denn bei den kommenden Gro\u00dfauftr\u00e4gen f\u00fcr die normierten Robo-Taxis werden ihnen gro\u00dfz\u00fcgige Rabatte abverlangt werden. &#8222;Speziell f\u00fcr die Autobauer steht viel auf dem Spiel&#8220;, so Kalmbach. &#8222;Wenn sie wie bisher nur Hersteller bleiben, erwartet sie bei den Robo-Taxis ein margenarmes Gesch\u00e4ft.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fahrassistenzsysteme ab 2030 auch f\u00fcr Massenmarkt interessant<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ab etwa 2020 werden erste hoch automatisierte Fahrsysteme als Option auch f\u00fcr Privatkunden erh\u00e4ltlich sein. Wann und wo dies der Fall sein wird, h\u00e4ngt nicht zuletzt von der jeweiligen Gesetzeslage ab und wird deshalb regional sehr unterschiedlich sein. Anfangs d\u00fcrften die Fahrassistenzsysteme f\u00fcr einen Aufpreis von rund 10.000 Euro verkauft werden. Deshalb ist davon auszugehen, dass sich das Angebot zun\u00e4chst auf das Premiumsegment beschr\u00e4nkt. Doch durch Skaleneffekte und technische Innovationen werden die Kosten um j\u00e4hrlich 12 bis 15 Prozent sinken. Zum Ende des n\u00e4chsten Jahrzehnts d\u00fcrften noch Mehrkosten von 1.000 bis 1.700 Euro anfallen &#8211; und damit werden autonome Pkw auch f\u00fcr den Massenmarkt relevant.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Basisszenario von Bain ist bei den autonomen Fahrzeugen bis 2025 mit einem Marktanteil von 2 Prozent des Neufahrzeugabsatzes zu rechnen, der bis 2030 auf 8 Prozent ansteigt. Fallen die Kosten f\u00fcr selbstfahrende Autos schneller als erwartet und werden zudem von den St\u00e4dten neue Mobilit\u00e4tssysteme z\u00fcgiger eingef\u00fchrt, k\u00f6nnte es bis 2030 sogar zu einer globalen Marktdurchdringung von bis zu 30 Prozent kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Mut geh\u00f6rt dazu<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch ist nicht auszumachen, wer in diesem Endspiel die Nase vorn haben wird. &#8222;Aus unserer Sicht ist vor allem das kundennahe Gesch\u00e4ft relevant, denn von dort aus wird die Wertsch\u00f6pfungskette kontrolliert&#8220;, so Autoexperte Stricker. &#8222;Tatsache ist, dass Mobilit\u00e4tsdienstleister in Zukunft als Umsetzungspartner der St\u00e4dte und als Vertragspartner der Endkunden wesentliche Kontrollpunkte des Systems abdecken werden.&#8220; Und mit Blick auf die Autobauer f\u00fcgt er hinzu: &#8222;Wer jetzt nicht handelt, verliert.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gilt bereits heute mit den relevanten St\u00e4dten ins Gespr\u00e4ch zu kommen, \u00fcber ausgew\u00e4hlte Investitionen wesentliche Kontrollpunkte zu belegen und die erforderlichen F\u00e4higkeiten aufzubauen, um sich f\u00fcr das n\u00e4chste Jahrzehnt richtig zu positionieren. &#8222;Die Weichenstellungen in den kommenden Jahren sind fundamental entscheidend f\u00fcr den Erfolg in der neuen urbanen Mobilit\u00e4tswelt&#8220;, ist Stricker \u00fcberzeugt. &#8222;Und dies erfordert nicht nur schl\u00fcssige Konzepte, sondern auch eine geh\u00f6rige Portion Mut und Weitsicht.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bain &amp; Company<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bain &amp; Company ist eine der weltweit f\u00fchrenden Managementberatungen. Wir unterst\u00fctzen Unternehmen bei wichtigen Entscheidungen zu Strategie, Operations, Informationstechnologie, Organisation, Private Equity, digitale Strategie und Transformation sowie M&amp;A &#8211; und das industrie- wie l\u00e4nder\u00fcbergreifend. Gemeinsam mit seinen Kunden arbeitet Bain darauf hin, klare Wettbewerbsvorteile zu erzielen und damit den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Im Zentrum der ergebnisorientierten Beratung stehen das Kerngesch\u00e4ft des Kunden und Strategien, aus einem starken Kern heraus neue Wachstumsfelder zu erschlie\u00dfen. Seit unserer Gr\u00fcndung im Jahr 1973 lassen wir uns an den Ergebnissen unserer Beratungsarbeit messen. Bain unterh\u00e4lt 55 B\u00fcros in 36 L\u00e4ndern und besch\u00e4ftigt weltweit 7.000 Mitarbeiter, 800 davon im deutschsprachigen Raum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: APA Ots<\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-start shariff-widget-align-flex-start\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-medium\"><li class=\"shariff-button facebook shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#4273c8\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fnews%2Fbain-studie-zur-zukunft-der-automobilindustrie-6363%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link external external_icon\" style=\"; background-color:#3b5998; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter shariff-nocustomcolor\" style=\"background-color:#595959\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fwww.weiterbildungsmarkt.net%2Fnews%2Fbain-studie-zur-zukunft-der-automobilindustrie-6363%2F&text=Bain-Studie%20zur%20Zukunft%20der%20Automobilindustrie\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; 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