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Mehr als die Hälfte der globalen CEOs befürchten mangelnde Innovationsfähigkeit und steigende Personalkosten aufgrund fehlender Kompetenzen

46 Prozent setzen auf Weiterbildung und Umschulung, um Qualifikationslücken zu schließen

Technologie und Automatisierung beeinflussen das öffentliche Vertrauen in die Wirtschaft

Der steigende Fachkräftemangel besorgt Top-Manager immer mehr – weltweit befürchten 79 Prozent der CEOs, dass es der Belegschaft im eigenen Unternehmen an ausreichenden Qualifikationen sowie grundlegenden Fähigkeiten mangelt und dadurch das künftige Wachstum ihrer Organisation gefährdet ist. Vor fünf Jahren lag dieser Wert noch bei 63 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle PwC-Studie Talent Trends 2019: Upskilling for a Digital World, die im Rahmen der 22nd Global CEO Survey erstellt wurde. Für die Studie wurden rund 3.200 Interviews mit CEOs in mehr als 90 Ländern geführt.

Mangelnde Kompetenzen von Mitarbeitern, vor allem in Zusammenhang mit neuen Technologien, sowie die Suche nach geeigneten Fachkräften sind überall auf der Welt eine große Sorge von CEOs. Besonders in Japan (95 Prozent), Mittel- und Osteuropa (89 Prozent) zeigen sich Unternehmenslenker beunruhigt, während ihre Kollegen in Italien (55 Prozent) und der Türkei (45 Prozent) sich am wenigsten um Qualifikationen sorgen. Von denjenigen, die sich am meisten Sorgen machen, geben mehr als die Hälfte (55 Prozent) an, dass ihr Unternehmen durch mangelnde Fähigkeiten keine wirksamen Innovationen hervorbringen kann. Außerdem sind 52 Prozent der Meinung, dass die Personalkosten schneller steigen als erwartet.

Ohne Weiterbildung und Umschulung kein nachhaltiger Erfolg

Die Umfrage zeigt, dass sich der Umgang der CEOs mit fehlenden Fachkräften ändert. Beinahe die Hälfte (46 Prozent) der CEOs weltweit gibt an, dass umfassende Umschulung und Weiterbildung essentiell sind, um mögliche Qualifikationslücken zu schließen. Nur 18 Prozent hingegen meinen, dass dies durch die Rekrutierung von branchenfremden Arbeitnehmern erzielt werden kann.

„Obwohl die Umschulung von Mitarbeitern Investitionen erfordert, ist sie die effizientere Option im Vergleich zu Alternativen, wie der Entlassung und Abfindung von bestehenden Arbeitnehmern sowie der kostspieligen Suche und Einstellung von neuen Mitarbeitern“, ist sich Olivia Stiedl, Leiterin des Bereichs People and Organisation bei PwC Österreich, sicher. „Dieser Fokus auf Umschulung findet laut unserer Studie auch großen Anklang bei den Mitarbeitern. Eine weitere Umfrage unter mehr als 12.000 Arbeitnehmern ergab, dass diese gerne zwei Tage pro Monat für Schulungen zur Verfügung haben würden, um ihre digitalen Fähigkeiten zu verbessern.“

Technologischer Wandel fordert Neuausrichtung auf Weiterbildung

Diese Neuausrichtung auf Weiterbildung findet vor dem Hintergrund des zunehmenden Einsatzes von Automatisierung und Künstlicher Intelligenz (KI) statt. Diese Technologien werden zwar manche Arbeitnehmer ablösen, doch die Meinungen der CEOs in Bezug auf Reichweite und Geschwindigkeit dieser Verschiebung variieren stark.

„Investitionen in die digitale Weiterbildung sind nur ein Teil dessen, was erforderlich ist, um in Zukunft als Arbeitgeber attraktiv zu sein. Arbeitnehmer benötigen eine starke Lernkultur, die untrennbar mit einem qualitativ hochwertigen Arbeitsplatz verbunden ist. Das motiviert zugleich, neue Kompetenzen zu erwerben“, so Stiedl. „Die Unternehmen müssen aber auch dem wachsenden Wunsch nach ‚guter Arbeit‘ nachkommen. Die heutigen technologischen Möglichkeiten erlauben es diesen Re- und Upskillingprozess im Unternehmen effizient und transparent zu gestalten und Mitarbeiter als selbstbestimmte Partner zu inkludieren.“

Aufbau und Aufrechterhaltung von Vertrauen ist von entscheidender Bedeutung

Den CEOs ist bewusst, dass die Auswirkungen der Automatisierung auf die Belegschaft auch Einfluss auf das Vertrauen der Öffentlichkeit haben. Die Hälfte der Befragten sieht durch das mangelnde Vertrauen in die Wirtschaft eine Bedrohung für das Wachstum – und sie wissen, dass ihr Umgang mit Automatisierung diese Darstellung in der Öffentlichkeit auf die Probe stellt. Vor diesem Hintergrund sind sich die CEOs uneinig, in welche Bereiche die Verantwortung für Arbeitnehmer fallen sollte – 66 Prozent sind der Ansicht, dass die Regierung vorrangig Anreize für die Entwicklung und den Einsatz von KI bieten sollte, während zum Beispiel 56 Prozent meinen, dass sie ein Sicherheitsnetz für verdrängte Arbeitskräfte bereitstellen sollte.

„Das Arbeitsmodell verändert sich von der seit Jahrzehnten bestehenden relativen Stabilität in eine Phase des ständigen Wandels, ohne ein definiertes Ende bzw. Ziel. Organisationen werden auf diesem Weg mit vielen Hindernissen konfrontiert sein. Damit diese Reise aber erfolgreich wird, ist der Aufbau und die Aufrechterhaltung von Vertrauen von entscheidender Bedeutung – sowohl unter Mitarbeitern als auch gegenüber Regierungen und der Gesellschaft insgesamt“, ergänzt Stiedl.

Quelle: PWC

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