Geschäftserfolg

Sehr oft steht man als ZahlenarbeiterIn vor der Herausforderung, anderen Menschen einen großen Zahlenhaufen verständlich zu machen. Eine praktikable Lösung dafür ist, die Daten mit Hilfe von Diagrammen zu ver-anschau-lichen; sie so aufzuzeichnen, dass sie sozusagen direkt vom Auge ins Herz gelangen können.

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Diagrammtypen

für die meisten Datenquellen genügen die gängigsten Diagrammtypen: Säule, Balken und Linie. Dabei gibt es keine klare Regelung, wann Sie welchen Typ verwenden sollten, allerdings empfehle ich für die allermeisten Situationen die Säule.

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Es sei denn, Sie haben in der Horizontalen viel Platz oder wollen eine zeitliche Entwicklung darstellen. In diesen Fällen sind die Balken geeigneter. Wir denken nun einmal bei Mengen in die Höhe, da schon der Steinzeitmensch das Aufhäufen beherrschte; und bei Zeiten denken wir von der Vergangenheit in Richtung Zukunft von links nach rechts.

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Und wenn Sie recht viele Daten haben, dann sind die Liniendiagramme übersichtlicher als Säule und Balken.

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Allen dreien ist jedoch gemeinsam, dass Sie die Aufmerksamkeit mit Hilfe ihrer Untertypen auf unterschiedliche Datenaspekte lenken können.

Betonen bestimmter Aspekte

Sie können Ihre Daten auf drei verschiedene Arten darstellen. Mit jedem Untertyp stellen Sie etwas anderes in den Vordergrund Ihrer Visualisierung.

Beim Gruppieren wird für jede Zahl Ihrer Datenquelle eine Säule (ein Balken, ein Linienpunkt) erzeugt. Diese werden gleichwertig nebeneinander gestellt. Sie können somit besonders gut die Entwicklung jeder einzelnen Datenreihe beobachten und auch die Reihen untereinander vergleichen. (Im Beispiel: der Verkauf von Wachauerlaberl geht immer weiter zurück.)

Beim Stapeln zeigen Sie besonders die Entwicklung der jeweiligen Gesamtsumme auf. Die Zahlen, die jeweils im Detail zu dieser Gesamtsumme führen, sieht man nicht so deutlich; auch mit der Vergleichbarkeit hapert’s hier ein bisschen. (Das dritte Quartal ist das beste gewesen. Ob da aber mehr oder weniger Stück Kornspitz als im ersten Quartal verkauft wurden, lässt sich ohne Nachmessen nicht mehr gut erkennen.)

Sie können diese Stapel auch noch auf 100% ausdehnen. Jeder Stapel ist nun gleich hoch. Das gibt hervorragend Aufschluss über die jeweilige Verteilung der Zahlen, Sie verlieren damit jedoch völlig die Kontrolle über die absoluten Beträge (Im Beispiel sieht es so aus, als wären die Semmeln im vierten Quartal wirklich top. Sind sie, aber nur im Verhältnis zu den anderen Gebäcksorten. Absolut betrachtet hatten die Semmeln, wie in den gruppierten Säulen ersichtlich, ebenso einen Einbruch wie alle anderen.) Sie sehen, das geht schon ein bisschen in Richtung „Lügen mit Diagrammen“ J.

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Verteilung

Zur Visualisierung von Anteilen an einer einzigen Gesamtmenge eignet sich das Kreisdiagramm ausgezeichnet. Es funktioniert aber nur, wenn Sie wirklich nur eine einzige Datenspalte haben.

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Koordinatendarstellung

Sollte Ihre Überschrift nicht einfach nur Datenbeschriftung sein, sondern aus „bedeutungsvollen Zahlen“ wie Messzeitpunkten oder x-Koordinaten einer mathematischen Funktion bestehen, dann rate ich Ihnen dringend zum Punktdiagramm. Dieses versteht im Prinzip die Inhalte der Überschriftszeile als Anweisung, wie weit nach rechts ein Datenpunkt einzutragen ist, und versteht jede weitere Datenzeile als Datenreihe, die eben an diesen X-Werten einzuzeichnen ist. Damit erhalten Sie ein Diagramm, bei dem die einzelnen Datenpunkte nicht unbedingt gleichmäßig verteilt sind.

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Lassen Sie sich bei der Diagrammauswahl nicht dadurch in die Irre führen, dass Sie die Punkte auch mit Linien verbinden können.

Weitere Diagrammtypen

Netzdiagramme, Ringdiagramme, Flächen- und Oberflächendiagramme, Blasendiagramme und Kursdiagramme gehören zur „höheren Schule“ der Diagramme. Auch für diese Typen gibt es spezifische Situationen, in denen Sie dem Betrachter das Verständnis für die Zahlen erleichtern; ungeübten Zahlenverstehern erschließen sie sich jedoch selten. Da können Sie genauso gut die Zahlen roh hinlegen.

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Diagrammelemente

Mit den Feineinstellungen der Diagrammelemente lässt sich noch eine Vielzahl von Verbesserungen erzielen, die das Verständnis für Ihre Zahlen fördern. So können Sie eine ganze Menge Beschriftungen hinzufügen – für die Achsen, das Diagramm selbst und natürlich Ihre Daten. Mit einer Datentabelle integrieren Sie das Zahlenmaterial übersichtlich in Ihr Diagramm. Sie können Trendlinien hinzufügen, um bestimmte Entwicklungen aufzuzeigen. Ihre Achsen können statt bei 0 bei jedem beliebigen anderen Wert beginnen oder gar logarithmisch skaliert werden. Selbstverständlich können Sie auch mit Farben und Effekten spielen. Besonders spannend ist die Handhabung von fortgeschrittenen Reihenoptionen: von den Sekundärachsen für Daten unterschiedlicher Maßeinheit über die Kombinationsdiagramme zu den Säule- bzw. Kreis-aus-Kreis-Geschwistern.

Wenn Sie im Anpassen der Diagrammelemente geübt sind und auch vor Formeln keine Scheu haben, können Sie auch komplexe Daten verständlich und nachvollziehbar aufbereiten. Insbesondere ständig wieder aufzubereitende Statistiken lassen sich mit dem richtigen Werkzeug (für alle Beispiele hier verwende ich übrigens nur Microsoft Excel) so automatisieren, dass Sie nur mehr die Daten eingeben müssen, den Rest macht das Werkzeug für Sie.

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Don’ts

Generell gilt: lassen Sie alles weg, was dem Betrachter keinen Verständlichkeitsgewinn bringt. Das gilt für aberwitzige Texturen ebenso wie für die wenig aufschlussreiche Überschrift „Diagramm“, für ungewöhnlich geformte Säulen (rund oder spitz zulaufend) oder malerische Leuchteffekte. Den beliebtesten Ausrutscher möchte ich zum Abschluss noch vor den Vorhang bitten:

Dreidimensionalität

Diagramme gibt es auch in wunderbaren dreidimensionalen Darstellungen. Tun Sie’s nicht. Alles, was in die Tiefe geht, täuscht unser Auge. (Die Säulen / Balken sind gleich lang, und es sind mehr Kohlehydrate als Gemüsemahlzeiten.) Ein Diagramm soll so gestaltet sein, dass man es ohne Lineal zum Nachmessen versteht.

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Gießen Sie Ihre Zahlen in Zukunft in Bilder, experimentieren Sie mit den vielfältigen Darstellungsmöglichkeiten. Ihre Zielgruppe wird es Ihnen danken.

Über die Autorin:

Katharina_SchwarzerIng. Katharina Schwarzer ist selbständige EDV-Dienstleisterin mit Microsoft-Partnerunternehmen-Status; Herstellerin individueller Lösungen, Coach und Trainerin seit 1988.

Weitere Informationen über Ing. Katharina Schwarzer

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