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Hohes Tempo, Flexibilität, viele Handlungsspielräume, aber auch zunehmende Unsicherheiten, geringe Planbarkeit und konstant hoher Leistungsdruck – so beschreiben viele Führungskräfte ihren Arbeitsalltag. Und dazu kommt jetzt noch die Aufforderung, „gesund zu führen“.

Gesundes Führen – eigentlich ein relativ neuer, junger Begriff, der in seiner umfassenden Bedeutung noch nicht vollständig definiert ist. Worum geht es hier also? Geht es um Gesundheits-Management, das vor allem auf die Gesundheitsfaktoren von Bewegung, Ernährung, Entspannung, Stressbewältigung fokussiert? Oder geht es dabei doch um viel mehr, wie z.B. die psychische Gesundheit der Mitarbeiter und der Führungskraft?

Gesundes Führen – ein Schlüsselfaktor für Gesundheit im Unternehmen

Entscheidender Faktor eines jeden Unternehmens ist das Thema „erfolgreich sein“. Das A und O eines jeden erfolgreichen Unternehmens sind motivierte, leistungswillige und leistungsfähige Mitarbeiter. Gute Führung bildet das entscheidende Fundament für den Erhalt und die Förderung psychischer Gesundheit und ist daher ein Schlüsselfaktor für Erfolg- bzw. Nichterfolg des Unternehmens.

Gute Führung besteht in ihrem Kern aus einer Kombination von ergebnisorientierter und inspirierender Führung. Einer Studie der Universität St. Gallen zufolge, sind Mitarbeiter in Unternehmen, in denen die Führungskräfte sowohl ergebnisorientiert als auch inspirierend führen, deutlich gesünder. Deshalb baut gesunde Führung genau darauf auf. Eine zusätzliche Förderung der Gesundheit bewirkt eine explizit auf die Gesundheit ausgerichtete Führung, und zwar um + 14%. Dies sollte ein zusätzlicher Anreiz sein, Führungskräfte dahingehend auszubilden, sowohl ergebnisorientiert und inspirierend als auch gesund zu führen.

Einen guten Einblick über die Auswirkungen bezüglich guter versus schlechter Führung gibt das nachfolgende Studienergebnis der Universität St. Gallen.

Gesund führen

           (Quelle: TOP JOB – Gesunde Führung, Wie Unternehmen eine gesunde Performancekultur entwickeln, Universität St. Gallen, 2013).

Gesunde Chefinnen & Chefs sind gut für ihre Mitarbeiter

Es kommt auf eine gesunde Führung im doppelten Sinne an. Einerseits nehmen die Führungskräfte eine zentrale Rolle bei der Förderung der psychischen Gesundheit ihrer Mitarbeiter ein. Andererseits müssen sie ein Vorbild sein. Ein zentraler Faktor von gesundem Führen ist daher die „gesunde Selbstführung“, denn das eigene Gesundheitsverhalten der Führungskraft hat einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit der Mitarbeiter. Nur dann sind auch die Beschäftigen mit großer Wahrscheinlichkeit gesund.

Allzu oft sitzen Führungskräfte morgens als Erste im Büro, hetzen von einem Meeting zum nächsten, ohne dazwischen einmal fünf Minuten Pause einzulegen, halten sich mit Kaffee wach, essen Mittags vielleicht ein Sandwich und gehen abends als Letze nach Hause. Geht eine Grippewelle um, erscheinen sie mit Fieber und Husten am Schreibtisch oder arbeiten zumindest von zu Hause aus. Solche Führungskräfte gefährden nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch die Gesundheit ihrer Mitarbeiter.

Fragen Sie sich jetzt wieso? Weil Mitarbeiter – bewusst oder unbewusst – sich am Verhalten ihres Vorgesetzten orientieren, vor allem dann, wenn dies zur allgemeinen Unternehmenskultur gehört. Sie fühlen sich dann unter Zugzwang, wenn ihre Vorgesetzten ständig präsent und auch am Wochenende und im Urlaub einsatzbereit sind und fühlen sich verpflichtet, es ihnen gleichzutun.

Führungskräfte, die selbst nicht auf ihre Gesundheit achten, tun dies auch bei ihren Mitarbeitern nicht. Vielfach sind sie nicht einmal dazu in der Lage, Signale frühzeitig zu erkennen.

Gesund führen – aber wie?

Gesundes Führen hat viel mit einer grundsätzlichen Haltung zu tun. Gesundes Führen bedeutet, als Führungskraft achtsam und wertschätzend mit sich und den Mitarbeitern umzugehen. Gesund führende Führungskräfte achten darauf, ihre Mitarbeiter weder zu überfordern noch zu unterfordern, dass der Mitarbeiter klare, bewältigbare Zielvorgaben hat, über die entsprechenden Ressourcen zur Bewältigung verfügt und den Sinn darin erkennen kann. Diese Führungskräfte achten vor allem auf einen wertschätzenden Umgang und sorgen dafür, dass die Mitarbeiter immer wieder spürbare und sichtbare Erfolgserlebnisse erfahren. Das beflügelt und erhält gesund.

Conclusio: Das Wichtigste ist die gesunde Selbstführung. Denn die Führungskraft ist und bleibt ein Vorbild. Die Konzentration auf die eigene Gesundheit und wenn notwendig, gezielt an Veränderungen zu arbeiten, führt am sichersten und schnellsten zum Erfolg.

Buchhinweis: “Burnout im Unternehmen”

Über die Autorin:

BrigitBrig Schweifer Winklerte Schweifer-Winkler, MSc, MBA ist Business-Coach mit rund 20 Jahren Praxiserfahrung, Geschäftsführerin des Beratungsinstituts „Die ManagementOASE – Schweifer & Partner OG Coaching. Training. Consulting. / Mödling b. Wien

Mehr Informationen über Brigitte Schweifer-Winkler, MSc, MBA

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