Gründung nach dem Studium

Trotz Karrierewünschen gehen viele Studenten ohne konkrete Zukunftspläne an die Hochschule. Häufig ergeben sich durch Praktika oder Studentenjobs Einstiegsmöglichkeiten bei Unternehmen, die sich über engagierte Absolventen freuen. Dabei wird eine Selbstständigkeit meistens zu schnell ausgeschlossen. Die Gründung während oder nach dem Studium kann jedoch eine spannende Herausforderung sein. Junge Menschen bekommen so die Chance, ihren eigenen Ideen zu verwirklichen, ohne sich in die Mühlen etablierter Unternehmensstrukturen begeben zu müssen. Wichtig ist dabei aber, bereits im Vorfeld einen klaren Fahrplan auszuarbeiten, um typische Fallstricke zu vermeiden und den richtigen Umgang mit reellen Risiken zu finden.

Möglichkeiten zur Vorbereitung auf die Selbstständigkeit

Wer frisch von der Uni kommt, oder noch kurz vor dem Abschluss steht, der ist oft mit viel Elan und einer Menge Kreativität ausgestattet. Trotzdem trauen sich viele kluge Köpfe nicht, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Dabei gibt es durchaus verschiedene Möglichkeiten, sich auf eine geplante Selbstständigkeit vorzubereiten:

  • Studiengangwahl: Am besten ist es natürlich, bereits von Anfang an einen Studiengang zu wählen, der das nötige Wissen vermittelt, welches es für die Selbstständigkeit braucht. Das kann zum einen ein branchenspezifisches Fachstudium sein oder aber ein allgemeineres betriebswirtschaftliches Studium. Häufig lässt sich zusätzliches BWL-Wissen auch über die gezielte Wahl entsprechender Nebenfächer oder Module erwerben.
  • Seminare und Coachings: Es gibt viele Angebote, die Grundlagenwissen zur Existenzgründung vermitteln. Seminare, Workshops oder Coachings lassen sich häufig auch online belegen, wodurch Studenten diese ganz flexibel in den eigenen Stundenplan integrieren können.
  • Öffentliche Beratungsangebote: Bund und Länder fördern Gründer nicht nur finanziell, sondern stehen zukünftigen Selbstständigen auch beratend zur Seite. Eine wichtige Anlaufstelle ist die Infoseite des Bundesministeriums für Wirtschaft.

Gründung im Nebenberuf auch parallel zum Studium möglich

Der Traum vom eigenen Unternehmen kommt selten über Nacht und so entstehen viele Geschäftsideen und Karrierewünsche schon im Verlauf des Studiums. Häufig ist es deshalb möglich und auch sinnvoll, die Selbstständigkeit im Nebenberuf noch vor Abschluss des Studiums zu beginnen. Dabei gilt es zu beachten, dass auch für den Nebenerwerb ein Gewerbe gegründet werden muss (einzige Ausnahme sind Freiberufler). Für den Gründer eröffnen sich so die Möglichkeiten, Fördermittel zu beantragen und gleichzeitig entstehen Pflichten wie die Buchhaltung und das Abführen von Steuern. Aber Achtung: Die Nebeneinkünfte können sich auf das BAföG und den Versichertenstatus auswirken.

Alles beginnt mit einer guten Idee

Der Erfolg einer Unternehmung steht und fällt mit der Geschäftsidee. Wichtiger als die Originalität oder Einzigartigkeit ist die wirtschaftliche Tragfähigkeit. Genau deshalb sollten Gründer in einem ersten Schritt die Marktlage genauer unter die Lupe nehmen. Eine zentrale Rolle spielen in diesem Zusammenhang aktuelle Entwicklungen und Trends in der jeweiligen Branche. Im Anschluss müssen Selbstständige sich fragen, welche bestehenden Probleme eigene Produkte oder die Dienstleistungen lösen könnten. Um für eine möglichst große Motivation zu sorgen, ist es am besten, wenn  Geschäftsidee und persönliche Interessen übereinstimmen. Gleichzeitig sollte aber immer klar sein: Niemand muss das Rad neu erfinden. Es vollkommen in Ordnung, sich Inspiration bei bestehenden Geschäftsmodellen zu holen.

Warum der Businessplan so wichtig ist

Im Anschluss steht eine detaillierte Marktanalyse und der erste Entwurf eines Businessplans an. Durch diesen bekommt die Gründungsphase mehr Struktur und er ist wichtig, um mögliche Kreditgeber oder Investoren von der eigenen Geschäftsidee zu überzeugen. Die Marktanalyse dient als bedeutender Anhaltspunkt für den möglichen Erfolg der Unternehmung. Sie soll dabei helfen, die Zielgruppe exakt zu umreißen und zu verstehen. Außerdem dient sie zur Einschätzung der direkten und indirekten Wettbewerber auf dem Markt. Damit bildet die Marktanalyse eine Grundlage für den Businessplan. Zusätzlich muss er das Geschäftskonzept und die geplanten Produkte oder Dienstleistungen beschreiben. Normalerweise enthält auch der erste Entwurf bereits einen Finanzplan, der bis zur tatsächlichen Gründung fortlaufend aktualisiert wird. Die Finanzplanung besteht aus Umsatz- und Gewinnprognosen sowie einer Aufstellung der Finanzierungsoptionen.

Der bewusste Umgang mit Risiken

Für junge Gründer gibt es allen Grund optimistisch zu sein, doch auch mögliche Risiken müssen berücksichtigt werden – am besten bereits im Businessplan. Wer sich bewusst und rechtzeitig mit diesem Aspekt auseinandersetzt, kann Strategien entwickeln, um das Schlimmste zu verhindern. Im Hinterkopf müssen Gründer jedoch haben, dass immer auch die Möglichkeit einer Insolvenz besteht. Ein gutes Risikomanagement sichert das Unternehmen und den Gründer bestmöglich ab. Dabei geht es sowohl um rechtliche Aspekte (Z. B. Urheberrechte) als auch um die Finanzplanung und die Kundenakquise. Risikoanalyse und das Entwickeln von angemessenen Strategien sind Grundfeiler des unternehmerischen Erfolgs.

Finanzierungsmöglichkeiten

Gründungen erfordern in der Regel ein gewisses Startkapital. Wie hoch dieses sein muss, hängt zum einen vom Geschäftskonzept und zum anderen von der gewählten Rechtsform ab. Mietzahlungen, Investitionen in Geräte und Mobiliar sowie möglicherweise auch Personalkosten sprengen schnell den Budgetrahmen junger Studenten. Glücklicherweise gibt es verschiedene Möglichkeiten, um an das nötige Kapital zu kommen, wenn die Ersparnisse nicht ausreichen:

  • Kredite aufnehmen: Banken und andere Kreditgeber sind die erste Anlaufstelle, wenn um die Finanzierung eines Gewerbes geht. Wichtig ist es, die Konditionen gründlich zu prüfen und verschiedene Anbieter zu vergleichen.
  • Investoren finden: Eine Alternative zur Bank sind private Geldgeber. Zu Bedenken ist aber, dass der Einstieg eines Investors meistens mit der Abgabe von Unternehmensanteilen verbunden ist. Dies kann auch die Entscheidungsfreiheit einschränken.
  • Förderprogramme nutzen: Gründer sind je nach Geschäftsfeld und Branche für verschiedene Förderprogramme qualifiziert. Neben Zuschüssen vom Bund gibt es auch Länderförderungen, die jedoch unterschiedlich ausfallen.

Autor: Redaktion

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