Sanftes Herangehen im Projektmanagement

Viele Projekte werden nach wie vor mit einem BDUF-Ansatz (Big Design Up Front) gestartet. Was zum umfangreichen Zu-Tode-Definieren mit scheinbar trügerischer Sicherheit für das Eintreffen des Geplanten führt und längere Zeit sowie Bindung wertvoller Ressourcen bedeutet.

Im totalen Gegenpol dazu steht der NDUF-Ansatz (No Design Up Front). Einfach loslegen ohne viel Diskutieren vorab und Lösen während des Entstehungsweg lautet das Credo.

Beide Extreme sind auch für den Vertrieb sehr schwierig handzuhaben. Kunden akzeptieren oft nicht unbestimmte Liefergegenstände. Insbesondere gepaart mit längerdauernden Einsätzen produktentwickelnder Teams.

Detailbetrachtung

Als idealer Ansatz scheint sich ein Mittelweg mit EDUF (Enough Design Up Front) herauszukristallisieren. Also gerade soviel vorab festzulegen, als unbedingt erforderlich für das weitere Fortkommen ist.

Für die kommenden Entscheidungen entlang der Abläufe während der Entwicklung werden Entscheidungspunkte und -wege vereinbart. Diese werden im Bestreben vorgenommen, gemeinsam Produkte zu entwickeln, welche dem auftraggebenden Unternehmen den höchsten Nutzen generieren.

Dabei sollen sich auch Vertrieb und Entwicklung gemeinsam auf die Reise begeben und Übergaben der Informationen und Betreuung definieren.Dadurch sollen für den Kunden bestmöglicher Service und hohe Produktqualität ebenso gewährleistet werden, wie für den Lieferanten der enorme sinnlose Vorab-Analyseaufwand sowie das Risiko des Unterschätzens drastisch reduziert wird.

Strasser Sanftes Herangehen1

 Quelle: www.agilebusiness.org

Das Prozessmodell von AgilePM® bietet eine Reihe von Vorteilen für das evolutionäre Vorgehen. Doch sehen wir uns zuerst denZweck des jeweiligen Abschnitts an.

Bei `Pre-Project´ werden primär Ideen auf deren Passung zu den übergeordneten Unternehmenszielen geprüft. Ideen dürfen und sollen von jedem Teil des Unternehmens kommen. Damit ist auch die Grundlage der Mittel- und Ressourcenvergabe geklärt (gar nicht – jetzt – später – adaptierter Umfang).

Der Zweck von `Feasibility´ besteht darin, sowohl die technische Umsetzungs-machbarkeit als auch den wahrscheinlichen zu erzielenden käufmännischen Nutzen kurz zu hinterfragen.

In `Foundations´ werden detailliertere Anforderungen (noch immer auf einer mittleren richtungsweisenden Ebene), grundlegende Vereinbarungen zur Lösungsarchitektur, Umgebungen für Tests und Entwicklung sowie die Organisation der Teams mit passender Kommunikation samt einer Roadmap getroffen.

Diese drei Schritte zusammen bilden den EDUF -Ansatz für die folgende Entwicklung (nur ein Inkrement, mehrere Inkremente, ein ganzes Projekt).

Genau betrachtet sind die Phasen `Pre-Project´ und `Feasibility´ Verbindungs-elemente zu koordinierenden und/oder strategischen Verantwortlichkeiten (gleich ob diese in traditionellen Ebenen oder modernen Zellen angeordnet ist). `Foundations´ dient hingegen primär der Vereinbarung der Arbeitsweisen. Völlig angepasst auf die jeweilige Situation können die Vorphasen einzeln oder auch in Kombinationen ablaufen.

Vorgangsweise

Nun gilt es die passenden Fragen für den jeweiligen Abschnitt festzuhalten und dazu unterstützenden Kommunikationsmittel pro Vorhaben auszuwählen.

Strasser Sanftes Herangehen2

 Quelle: www.agilebusiness.org

Folgende Tabelle soll die Auswahl übersichtlich darstellen:

AbschnittAs Is – To Be
Pre ProjectWhy
FeasbilityWhat

Why

(manchmal auch How passend zum Golden Circle von Simon Sinek)

FoundationsWhat

When

Where

How

Who

Why

Die Fragen werden in obigen drei Abschnitten immer nur im Bezug zur Breite – dem grossen Umfang (die Eckpfeiler) – gestellt. Ab der Phase `Evolutionary Development´ dreht sich die Richtung hin zur Tiefe.

Die konsequente Anwendung dieser Fragen zum jeweiligen Abschnitt reichen völlig, um all den oben ausgeführten Anforderungen Genüge zu tun. Werden Phasen zusammengelegt, zieht das dann auch die Fragestellungen nach sich.

Zusammenfassung

Sanftes Herangehen an die Tiefe ist sinnvoll durch vorhergehendes Abstecken der Breite. Diese kann sich verändern, was jedoch auch bei agilen Vorgehensweisen immer wieder Änderungen in der Tiefe sowie entsprechende Berücksichtigung von Abhängigkeiten nach sich zieht.

Der Vorteil besteht jedoch darin, zu Anfang nicht sowohl Breite als auch die Tiefe mit aller Kraft erreichen zu wollen, was selten zur Korrektheit der Aussagen, immer jedoch zu grossem Aufwand führt.

Über den Autor:

StrasserDieter Strasser, MSc, CMC ist Inhaber und Geschäftsführer der Viable Projects GmbH

Wir bieten daher die Dienstleistung Facilitation zur Lösungsgewinnung an und bilden auch Ressourcen zur Erbringung der Dienstleistung aus. Partner mit „Facilitated by“-Status werden von uns mit Material und Coaching unterstützt. Ebenso wie von uns betreute Kunden.

Nähere Informationen über die Viable Projects GmbH

Werbung

Was ist Ihre Meinung? Schreiben Sie einen Kommentar:

Please enter your comment!
Please enter your name here